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Chocó - pacifico magnifico

Veröffentlicht: 01.06.2024

Pacífico Magnífico

Die Pazifikküste Kolumbiens ist eine eigene Welt, die uns absolut verzaubert hat! Wo soll man hier nur anfangen?

Vielleicht mit etwas Allgemeinem: Die meisten Orte entlang der Pazifikküste sind vom Rest des Landes isoliert – undurchdringlicher Dschungel, durch den keine Straßen führen, trennt sie von der Außenwelt. Um hierher zu gelangen, benötigt man Boot oder Flugzeug. Seit vielen Jahren hat die Zentralregierung diese Zone konsequent vernachlässigt, was eine Form von Selbstversorgung und Autonomie geschaffen hat, die das Leben und Reisen hier teurer macht.

Afrokolumbianische und indigene Gemeinschaften prägen das Bild dieser Region. Obwohl wirtschaftlich eine der ärmsten Gegenden, ist sie gemeinsam mit dem Amazonas eine der reichsten, was die Biodiversität angeht. Es ist erstaunlich, dass viele Reisende, ebenso wie Einheimische, die Schönheit dieser Gegend oft übersehen - aber diejenigen, die hierher kommen, behaupten oft, dass es ihre liebste Gegend in Kolumbien ist. Und wir verstehen nun genau, warum…

Unsere Reise an die Küste begann mit einer sechsstündigen Speedbootfahrt im strömenden Regen von Buenaventura aus, einer Stadt, die als eine der gefährlichsten des Landes gilt und ironischerweise den Namen „Gutes Abenteuer“ trägt. Trotz des wilden Wellengangs konnten wir überraschenderweise schlafen, während viele unserer Mitreisenden mit Seekrankheit zu kämpfen hatten und sich durchgängig übergeben mussten.

Nachdem uns unser erstes Ziel Nuquí nicht besonders beeindruckt hatte und die meisten schönen Strände nur mit dem Boot erreichbar waren, setzten wir unsere Reise am nächsten Tag fort nach Termales, einem Ort, den uns am Vorabend ein Kolumbianer beim Rumtrinken empfohlen hatte.

Das stellte sich als super Schnapsidee heraus! Termales empfing uns mit offenen Armen – eine einzige Straße mit rund dreißig Häusern, Gemeinschaftsgeist wird hier großgeschrieben. Hier kennt jeder jeden, und das Vertrauen ist so groß, dass viele Häuser nicht einmal Türen, geschweige denn Schlösser haben. Die Kinder laufen von Haus zu Haus und spielen auf den Straßen und Stränden, ohne groß darüber nachzudenken, auch mal in einem „fremden“ Haus Verstecken.

Zugegeben, verglichen mit anderen Orten gab es hier auch einiges, an das wir uns erstmal gewöhnen mussten… Der Strom kommt von einer geteilten Anlage, die sich jeden Tag um 10:30 Uhr abschaltet – der ganze Ort wird dann auf einen Schlag dunkel. Regen und Feuchtigkeit haben hier ein Level, das wir noch nie zuvor erlebt haben. Es gab jeden Tag nicht nur Regen, sondern richtige Gewitter – der Donner war so stark, dass man das Haus tatsächlich beben spürte. Die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass man immer das Gefühl hat, nass zu sein. Kleidung trocknet nicht, und unsere Rucksäcke begannen mehrmals zu schimmeln.

Wohl fühlten wir uns trotzdem direkt. Das lag auch ganz stark an unserem vorübergehenden Zuhause: Unsere Unterkunft war ein einfaches privates Holzhaus; im oberen Stockwerk wurden Zimmer vermietet, während die Gastgeberin und ihre Familie im Untergeschoss wohnten und ein kleines Geschäft betrieben, das der Mittelpunkt des Ortes war. Die Unterkunft war schlicht, aber die Gastfreundschaft der Familie war umso herzlicher. Nena, die Gastgeberin, begrüßte uns mit einem strahlenden Lächeln und hausgemachter Limonade. Sofort war uns klar, dass wir länger bleiben wollten.

Und so verbrachten wir drei Wochen in Termales. Langeweile kam hier nie auf. Mit jedem Tag entdeckten wir mehr von der Schönheit dieser Gegend. Es gab so viel zu tun: Dschungeltouren, bei denen wir tödliche Pfeilgiftfrösche entdeckten, Projekte zum Schutz und zur Freilassung von Babyschildkröten, Baden in Flüssen und Wasserfällen, Spaziergänge zu benachbarten Orten und sogar einen Tauchgang… Aber unsere Lieblingsbeschäftigung war zweifellos das Erkunden und Genießen der kilometerlangen, einsamen schwarzen Strände, die zweifellos zu den schönsten gehören, die wir je gesehen haben.

Noch mehr als die Umgebung beeindruckten uns aber die Einheimischen, das Gemeinschaftsgefühl und die Geschichten, die sie großzügig mit uns teilten. Um nur ein Beispiel zu nennen: Wir lernten einen Surflehrer kennen, der trotz kaum vorhandener Erfahrung eine Surfschule gründete, um jungen Menschen eine Beschäftigung nach der Schule zu bieten – mittlerweile sind über 80 Kinder Teil des Surfclubs und ein Jugendlicher war sogar bei den Weltmeisterschaften dabei.

Der größte Geschichtenerzähler des Ortes war aber zweifellos Paulo. Mit 77 Jahren sprühte er vor Energie, die sogar den Duracell-Hasen neidisch gemacht hätte. Obwohl er keine formale Schulbildung hatte, war er das, was man wohl als „weise“ bezeichnet – von Pflanzen über Tiere bis hin zu Politik und Gesellschaft kannte er sich mit allem aus und war mit jedem im Ort vertraut. Außerdem war er ein begnadeter Unterhalter und freute sich immer über Zuhörer. Eines Tages lud er uns ein, mit ihm eine fast antike Maschine namens „Matscuatro“ zu bauen, mit der früher Zuckerrohr verarbeitet wurde. Wir verbrachten einen halben Tag mit ihm, beobachteten, wie er aus dem Nichts eine funktionierende Maschine baute, und pressten schließlich frischen Zuckerrohrsaft, den „Guarapo“. Weil er sich so über Publikum freute, beschlossen wir spontan, ihn zu filmen und ein kleines Interview mit ihm zu führen. Das Ergebnis könnt ihr hier ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=uz3d9HGjBZA

Auch hier hat es sich wieder bestätigt; an besonderen Orten trifft man auch die spannendsten Reisenden. So lernten wir hier ein Pärchen aus Italien kennen, Zoe und Luigi, unsere Nachbarn bei Nena. Ein herziges, charismatisches Paar. Zoe konnte sich auch nicht von dem Ort trennen und so verbrachten wir viel Zeit zusammen, was ich sehr genoss – wie wichtig das noch für den nächsten Schritt meiner Reise werden sollte, konnte ich noch nicht ahnen.

Nach drei Wochen verließen wir – schweren Herzens – Termales mit dem Boot und setzten unsere Reise nach El Valle fort. El Valle, obwohl immer noch ein Dorf, überraschte uns mit etwas, das wir seit Wochen nicht gesehen hatten: Verkehr. Es ist durch eine Schotterstraße an den nächstgrößeren Ort namens Bahia Solano angebunden.

In El Valle waren wir die einzigen Gäste im Hostel. Die Strände hier waren nicht so wild und verlassen wie in Termales, aber trotzdem wunderschön. Außerdem hatten sie einen anderen Reiz: Hier konnte man surfen! Also stürzte ich mich in die Wellen und nach ein paar Stunden im Wasser gelang es mir tatsächlich, ganz ohne Unterstützung Wellen zu nehmen. Ein unbeschreibliches Gefühl. Wir genossen noch ein paar Tage die Wellen, das Meer und den Sand, bevor wir schließlich mit einem Mini-Propellerflugzeug von einem kleinen Flughafen mit handgeschriebenen Boardingpässen weiter nach Medellin reisten.

Es war faszinierend zu sehen, wie die Medien ein Bild von diesem Ort zeichneten, das nur von Armut und Mangel an Ressourcen sprach, während nie das Wissen, die Traditionen und die lebendige Gemeinschaft in den Fokus gestellt wurden. Chocó ist wunderschön & die Menschen hier erst recht.

Bussi Baba

Pacífico Magnífico

¡La costa del Pacífico de Colombia es un mundo aparte que nos ha cautivado absolutamente! ¿Por dónde empezar?

Quizás con algo general: La mayoría de los lugares a lo largo de la costa del Pacífico están aislados del resto del país – una selva impenetrable, sin carreteras, los separa del mundo exterior. Para llegar aquí, se necesita un barco o un avión. Durante muchos años, el gobierno central ha descuidado esta zona, lo que ha creado una forma de autosuficiencia y autonomía que hace la vida y los viajes más caros aquí.

Las comunidades afrocolombianas e indígenas dominan la imagen de esta región. Aunque económicamente es una de las zonas más pobres, junto con el Amazonas, es una de las más ricas en biodiversidad. Es asombroso que muchos viajeros, así como los locales, a menudo pasen por alto la belleza de esta área - pero aquellos que vienen aquí a menudo afirman que es su lugar favorito en Colombia. Y ahora entendemos exactamente por qué...

Nuestro viaje a la costa comenzó con un viaje en lancha rápida de seis horas bajo una lluvia torrencial desde Buenaventura, una ciudad que se considera una de las más peligrosas del país y que irónicamente lleva el nombre de "Buena Ventura". A pesar del oleaje salvaje, pudimos dormir sorprendentemente bien, mientras que muchos de nuestros compañeros de viaje luchaban con el mareo y se vomitaban continuamente.

Después de que nuestro primer destino, Nuquí, no nos impresionara mucho y la mayoría de las playas hermosas solo fueran accesibles en bote, continuamos nuestro viaje al día siguiente hacia Termales, un lugar que un colombiano nos había recomendado la noche anterior mientras tomábamos ron.

¡Resultó ser una idea fantástica! Termales nos recibió con los brazos abiertos – una sola calle con unas treinta casas, donde el espíritu comunitario es fundamental. Aquí todos conocen a todos, y la confianza es tan grande que muchas casas ni siquiera tienen puertas, y mucho menos cerraduras. Los niños corren de casa en casa y juegan en las calles y playas sin pensar mucho, incluso juegan a esconderse en una casa "extraña".

Admito que, comparado con otros lugares, aquí había cosas a las que teníamos que acostumbrarnos... La electricidad proviene de una planta compartida que se apaga todos los días a las 10:30 a. m. – todo el pueblo queda de golpe en la oscuridad. La lluvia y la humedad aquí son de un nivel que nunca habíamos experimentado antes. Llovía todos los días, y no solo llovía, sino que había tormentas con truenos tan fuertes que la casa temblaba. La humedad es tan alta que siempre se siente uno mojado, la ropa no se seca y nuestras mochilas empezaron a enmohecerse varias veces.

Sin embargo, nos sentimos cómodos de inmediato. Esto también se debió en gran parte a nuestro hogar temporal: Nuestra casa de hospedaje era una sencilla casa de madera privada; en el piso superior se alquilaban habitaciones, mientras que la anfitriona y su familia vivían en la planta baja y operaban una pequeña tienda que era el centro del pueblo. La acomodación era simple, pero la hospitalidad de la familia era increíblemente cálida. Nena, la anfitriona, nos recibió con una sonrisa radiante y limonada casera. Nos quedó claro de inmediato que queríamos quedarnos más tiempo.

Y así pasamos tres semanas en Termales. Aquí nunca hubo tiempo para aburrirse. Cada día descubríamos más la belleza de esta zona. Había mucho que hacer: tours por la selva, donde descubrimos ranas venenosas, proyectos de conservación y liberación de crías de tortugas, baños en ríos y cascadas, caminatas a pueblos cercanos e incluso una inmersión... Pero nuestra actividad favorita fue sin duda explorar y disfrutar de los kilómetros de playas solitarias de arena negra, que sin duda son de las más hermosas que hemos visto.

Más que el entorno, nos impresionaron los habitantes locales, el sentido de comunidad y las historias que compartieron generosamente con nosotros. Por ejemplo, conocimos a un instructor de surf que, a pesar de tener poca experiencia, fundó una escuela de surf para ofrecer una actividad a los jóvenes después de la escuela – actualmente más de 80 niños forman parte del club de surf y un adolescente incluso participó en los campeonatos mundiales.

El mayor contador de historias del lugar era sin duda Paulo. Con 77 años, irradiaba una energía que incluso haría envidiar a una bateria. Aunque no tenía educación formal, era lo que se podría llamar un "sabio" – desde plantas hasta animales, pasando por política y sociedad, estaba informado de todo y conocía a todos en el pueblo. Además, era un excelente narrador y siempre disfrutaba de tener audiencia. Un día nos invitó a construir con él una máquina casi antigua llamada "Matscuatro", que se usaba para procesar caña de azúcar. Pasamos medio día con él, observando cómo construía una máquina funcional de la nada y finalmente prensábamos jugo de caña fresco, el "Guarapo". Como disfrutaba tanto del público, decidimos filmarlo espontáneamente y hacerle una pequeña entrevista. El resultado lo pueden ver aquí: https://www.youtube.com/watch?v=uz3d9HGjBZA

Aquí se confirmó una vez más; en lugares especiales se encuentran también los viajeros más interesantes. Así conocimos a una pareja de Italia, Zoe y Luigi, nuestros vecinos en casa de Nena. Una pareja encantadora y carismática. Zoe tampoco podía separarse del lugar, así que pasamos mucho tiempo juntos, lo cual disfruté mucho – no sabía entonces cuán importante sería esto para el próximo paso de mi viaje.

Después de tres semanas, dejamos Termales – con mucho pesar – en barco y continuamos nuestro viaje hacia El Valle. El Valle, aunque todavía es un pueblo, nos sorprendió con algo que no habíamos visto en semanas: tráfico. Está conectado por un camino de grava con el lugar más grande llamado Bahía Solano.

En El Valle éramos los únicos huéspedes en el albergue. Las playas aquí no eran tan salvajes y desiertas como en Termales, pero aún así eran hermosas. Además, tenían otro atractivo: ¡Aquí se podía surfear! Así que me lancé a las olas y después de unas horas en el agua, logré tomar olas sin ayuda. Una sensación indescriptible. Disfrutamos de unos días más de olas, mar y arena, antes de finalmente volar en un mini avión de hélice desde un pequeño aeropuerto con pases de abordar escritos a mano hacia Medellín.

Fue fascinante ver cómo los medios pintaban una imagen de este lugar que solo hablaba de pobreza y falta de recursos, mientras que nunca enfocaban el conocimiento, las tradiciones y la vibrante comunidad. Chocó es hermoso y la gente aquí aún más.

Besito byebye

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