E4 Fernwanderweg Peloponnes
09.05.23 Wow, was für ein Fernwanderauftakt. Es ist gerade mal 17:00 Uhr und ich versuche meine Augen so gut es geht offen zu halten, um ein paar der Eindrücke, vom ersten...


Veröffentlicht: 11.05.2023































10.05.23
Es ist 15:00 Uhr. Mein Gefühl ist eher so später Nachmittag und das schon seit den letzten zwei Stunden. Auch die heutige Etappe hatte es in sich und kleiner Spoiler, dass obwohl wir das eigentliche Etappenziel nicht erreicht haben.
Der Schlafplatz von letzter Nacht war voll in Ordnung und wir hatten Glück denn, es begann nachts nochmal zu regnen. Nach gut 10h "schlafen" waren wir dann wieder bereit für einen neuen Tag auf dem E4. Nach 10h sollte man eigentlich meinen erholt und ausgeschlafen zu sein, doch besser sich schon zu Beginn von dieser Illusion zu verabschieden.
Auf die Sonne als natürliche Motivation war heute heute leider auch kein Verlass und so stapften wir dann halt mal los und versuchten dem Nebel, der sich über Tal und Berge gelegt hatte, etwas schönes abzugewinnen. Das war gar nicht so schwer, denn genauso wie die Sonne, sorgt auch der Nebel für eine ganz besondere Stimmung. Gerade in den Bergen, über den Wiesen und Wäldern wirkt es oft mystisch und geheimnisvoll.
Diese angenehme, ruhige und zugleich nachdenkliche Stimmung, begleitete uns über weite Teile des Morgens. So war die Anstrengung nicht mehr ganz so präsent und das trotz der vielen Höhenmeter, die es von Anfang an zu bewältigen galt. Dazu kamen leichte Orientierungsprobleme, die uns aufgrund der wilden Wegführung, immer mal wieder beschäftigten. An manchen Stellen war der Pfad maximal noch zu erahnen und so fühlte man sich wie damals auf einer Schnitzeljagd. Der Weg führte hoch und und runter, über steinige Wiesen, zwischen Büschen hindurch ab an an auch mal auf einem klar erkennbaren Weg entlang. Das zum Teil anspruchsvollere Gelände und die nötige Aufmerksamkeit, die erforderlich war, um auf dem Trail zu bleiben, waren sehr abwechslungsreich, aufregend, aber auch besonders anstrengend.
Die unberührte Natur, durch, die wir uns Schritt für Schritt hindurchbewegten war erneut eine Augenweide. Wir begegneten unterwegs keiner Menschenseele, dafür wieder jede Menge hübscher Blumen, die sich kilometerweit über die grünen, steinigen Hügel erstreckten. In der Ferne überraschten mich einmal mehr die imposanten Berge, die ich hier in Griechenland so nicht erwartet habe.
Am Mittag kam die Sonne dann zumindest für ein kurzes Vergnügen hinter den dichten Wolken hervor. Darüber freuten sich auch viele der Blümchen, die genauso wie wir darauf warten und dann ihre Blüten öffneten.
Mit der Aussicht auf ein Essen in einer Taverne, pushten wir unsere bereits müden Körper bis zum dem kleinen Ort 6km vor dem eigentlichen Etappenziel, in dem es eine Taverne geben sollte. Der steile Abstieg in das Dorf wurde leider nicht belohnt, zumindest nicht mit einem guten Essen. Das Restaurant war geschlossen, dafür hatten wir die ersten freundlichen Minuten mit Begegnungen mit Menschen und einem Esel, was mich persönlich besonders erfreute und dennoch nur ein schwacher Trost für die Ausbleibende Mahlzeit war.
An dieser Stelle muss ich die gestrige Aussage, zu viel Essen dabei zu haben, zurücknehmen, denn die Vorräte waren in anbetracht der Situation gar nicht so üppig gewesen. Eine Einkaufsmöglichkeit hat es heute nicht gegeben und wie es diesbezüglich morgen aussieht ist auch recht unsicher.
Ich versuche gerade nicht darüber nachzudenken, wie wunderbar ein Griechischer Salat oder eine schöne Portion Pommes gewesen wäre. Tue es aber. Auf einer solchen Wanderung kreisen meine Gedanken geradezu permanent um das Essen.
Auf die Enttäuschung folgte plötzlich starker Regen, doch eigentlich hatten wir Glück, geradr noch in dem Dorf zu sein, denn so konnten wir wieder einmal Unterschlupf bei einer Kirche finden. Der Regen war stark und es hörte erst am Abend wieder auf. Bis zum eigentlichen Etappenziel wäre es nochmal ein paar Kilometer bergauf gegangen. Ca 1-2h. Wir hatten uns bereits gemütlich niedergelassen und so das Stück auf Morgen vertagt.
Internetempfang hatte ich im gesamten Dorf nicht.
