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Teil 8 - Vossen und Angel-Kino

Veröffentlicht: 16.08.2025

Fahrt
Hardangerbrücke → … → Vanse
Norwegen
Unterkunft
Wohnmobilplatz direkt am Erfjordufer
Wohnmobil · Erfjord
Unterkunft
Stellplatz mitten im Ort Vanse
Wohnmobil · Vanse
Gestern früh starteten wir unsere Tour wie der Abend geendet hatte: mit Regen. Nur wenige Kilometer nach Abfahrt führte uns der Weg über die berühmte Hardangerbrücke, die wir auch 2019 schon passiert hatten. Doch dieses Mal haben wir uns vorher schlau gemacht und konnten sie nach dem Vallaviktunnel von der hiesigen Seite fotografieren. Denn direkt nach der Brücke ging es wieder in einen Tunnel, der uns dieses Jahr linksseitig der Fjorde mit den größten Wasserfällen Norwegens entlang führte.
Ob Ædnavossen, Espelandsvossen oder Latevossen... wir haben sie alle gesehen und noch viele kleinere dazu. Das Wetter war absolut bescheiden, aber das stört im Auto ja nicht. Was aber gravierend anstrengend war, war die Straße entlang der Fjorde. So schmal, dass teilweise wirklich keine 2 Autos nebeneinander passten. Vor jeder Kurve bangten wir, ob Gegenverkehr kommt. Einmal hatten wir die Situation, dass ein Linienbus uns entgegen kam und es wirklich nur wenige Millimeter Platz zwischen uns gab. Einmal kam uns ein italienisches WoMo entgegen, das zurücksetzen musste und ein anderes Mal mussten wir rückwärts fahren, damit man aneinander vorbei kam. Die Straße ging ja auch nicht stur geradeaus, sondern schlängelte sich teilweise serpentinenartig um und durch die Berge. Höhenmeter waren das so einige!
Das soll jetzt weniger beängstigend rüberkommen, es war aber schon ein echtes Abenteuer mit der großen Bude unter unseren Allerwertesten da durch zu kommen. Dafür wurden wir von faszinierender Natur und traumhaften Anblicken auf Fjorde, Berge und Wasserfällen immer wieder belohnt.

Irgendwann erreichten wir eine gratis Stelle um unsere Ver- und Entsorgung zu richten, denn der Plan war, irgendwo nochmal autark zu stehen. Aber dann stießen wir auf der Park4Night App auf einen vielversprechenden Wohnmobilplatz direkt am Erfjordufer.
Da wir ja manchmal auch Glück haben, verzogen sich so langsam die Wolken und bei Ankunft am Platz konnten wir sogar mit Premiumblick, sprich direkt in erster Reihe stehen.
Es waren noch 3 andere Mobile da, davon ein eifrig am Angeln beschäftigtes junges Pärchen aus Baden-Württemberg.
Wir kümmerten uns fix um den check-in, indem man an eine Handynummer das Kfz-Kennzeichen und die Anzahl der Übernachtungen schickt. Als Antwort kam, dass der Besitzer am Abend mit einem Kartenzahlungsgerät vorbei kommt. Total unkompliziert,  herrlich.
Das Wetter wurde immer besser, warm und sonnig und unsere Nachbarn Tim und Julia holten einen Fisch nach dem anderen aus dem Wasser. Aber leider nur kleine, die es nicht wert waren.
Und jetzt kommt die unfassbare Story.

Plötzlich kam eine französische Familie an, Mutti Vati und 3 Töchter. Die stellten sich links von uns ans Ufer und Vati warf 10 Minuten später die Angel ins Wasser. So schnell konnte keiner guggen, hatte er auch schon einen ca 50cm langen Pollack gefangen! Hinstellen, Angel raus, Biss! Krass!
Was aber dann blöd war, der gute Mann hat zum ersten Mal geangelt (oder zum ersten Mal was gefangen, kam nicht so ganz raus) und wusste nicht, was er nun machen soll. Völlig hilflos blickte er sich um, bis Julia zu Hilfe eilte und erstmal eine Zange anbot, um den Haken aus dem Maul zu lösen. Tim zeigte ihm dann, wie man den Fisch betäubt und erlegt, aber auch dann kam der Franzosen-Papi noch nicht weiter. Also hat Tim ihm den Kawenzmann noch ausgenommen und so landete das gute Stück erstmal im Eimer. Alle anwesenden Camper waren bei dem Schauspiel dabei und beobachteten das ganze.
Irgendwann hat sich die Mutti wohl genug Youtube Videos oder andere Internet- Recherchen reingezogen um den Fisch dann weiter zu ver/bearbeiten. Dabei säbelte sie wie wild mit einem wahrscheinlich ungeschärften Messer an dem Tier rum, bis endlich 2 annehmbare Filets entstanden. Ja, vielleicht hätte ich helfen können, aber so war es viel mehr Kino und ich wollte der Familie ihr Erfolgserlebnis gönnen.

Der weitere Abend wurde immer schöner, da sich Angler, Motorboote und Lichtverhältnisse über den Bergen gegenseitig die Show stahlen. Wir kamen auch mit Tim und Julia super ins Gespräch, sodass wir uns zusammen an die Feuerstelle setzten. Mangels Holz hab ich kurzerhand unsere Kerze in die Mitte gestellt und es wurde richtig gemütlich. Bis in die Nacht halb 2 saßen wir 4 da und quatschten übers Leben und Reisen. Die beiden waren schon 2mal in Kanada, haben dort wilde Bären gesehen und Lachse geangelt und auch schon 4 Monate Neuseeland bereist. Obwohl mit Sonnenuntergang die Kälte kam und wir uns mittlerweile 4 Schichten Oberbekleidung anziehen mussten, konnten wir uns nur schwer Richtung Bett begeben. Solche Abende sind doch echt die besten.

Heute morgen schien wieder die Sonne mit aller Kraft, aber unsere weitere Planung zwang uns dazu, diese beiden lieben Menschen zurück zu lassen. Sie wollten noch einen Tag verlängern und die Angeln waren auch schon wieder ausgeworfen. Ein neu angereister Camper hatte Profi-Equipment dabei und holte die 40cm Pollacks reihenweise raus. Tim hat er gleich mal vorsorglich 2 geschenkt.

Naja, gegen 11 waren wir dann wieder unterwegs Richtung Süden. Eine 10 minütige Fährüberfahrt brachte uns ans westliche Festland und der tiefste Straßentunnel in Richtung Stavanger. Das Lichtspiel in dem Tunnel ist schon beeindruckend. An der westlichen Küste entlang fuhren wir bis zu unserem Wahlplatz in Farsund.
Unterwegs stießen wir auf eine kostenlose Campingklo-Entleerung mittels Automat. Gehört hatten wir davon schon, aber jetzt konnten wir es erstmalig ausprobieren.
Als wir am Campingplatz ankamen, wurden wir leider enttäuscht, es ist alles voll.
So ein Mist, dort wollten wir nochmal 2 Tage vor unserer Abreise aus Norwegen verbringen. Aber nur 10 Minuten weiter gibt es einen relativ neuen Stellplatz mitten im Ort Vanse, der sollte uns nach 6 Stunden Fahrt retten. Glücklicherweise war hier auch alles frei und mit einem QR-Code kann man auch mit Karte bezahlen. Es gibt ein Sanitärgebäude mit WC, Dusche und sogar Waschmaschine und Trockner, welches nur mittels einem Zahlencode betreten werden kann, den man per SMS bekommt.
Auch wieder richtig cool, dass es sowas gibt.
Der Wind weht hier an der Küste ganz schön heftig, aber die Sonne scheint. Mal schauen, was der Tag morgen bringt.

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
2 Tage
Wetter
Sommer
Begleitung
Mit Freunden
AbenteuerlichEntspannend
  • Hardangerbrücke
  • Fjordstraße mit Wasserfällen
  • Stellplatz am Erfjord
  • Fähre und Tunnel Richtung Stavanger
  • Vanse
WohnmobilAngel
NaturRoadtripTransit
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Antworten (3)

Martina vor 12 Monaten
Dein Bericht ist wieder sehr informativ, die Landschaft betreffend schön beschrieben und auch ein bisschen Neid aufkommend. Habt weiterhin viel Spaß und schöne Erlebnisse.

Claus-Dieter vor 12 Monaten
Coole Story(s)! An eurer Angel hat wohl keiner gebissen? Oder esst ihr lieber den Stinkefisch aus der Dose? 🙈🤣 Na dann genießt das schöne Wetter in Norwegen. Bis zum nächsten Mal dauert es wieder ein bisschen!

Muttivor 12 Monaten
Toller Bericht und coole Bilder