Aus den Perseiden wurde leider nichts, ab 18:30 Uhr hat es sich eingeregnet und nicht wieder aufgehört. Also gab es drinnen Abendessen, ein paar Youtube-Filme und dann ging es ab ins Bett.
Gestern früh wurde dann abgebaut und losgefahren. Das Wetter war nicht so sonderlich gut, aber an einem kleinen Rastplatz gönnten wir uns wieder den Guten-Morgen-Tee mit Aussicht am Fluss.
Weiter ging es Richtung Lillehammer, dort sollte es eine Vogelbeobachtungsstation geben. Die fanden wir auch, ein Holzgebäude mit Balkon und Blick auf den Fluß Mesna. Wir saßen dort eine Weile, aber Vögel sahen wir keinen einzigen. Nur ein Angler versuchte nebenan sein Glück.
Auf der weiteren Fahrt stoppten wir noch an einem Platz, an dem es wahnsinnige Wasserspiele zu beobachten gab. Ich hatte gelesen, dass es Leute gibt, die sich im Sommer dort in die Stromschnellen legen und diese herunter rutschen... na mir wäre das zu abenteuerlich! An den Randsteinen gab es noch Felszeichnungen oder -ritzungen, die Elche und anderes Getier darstellen sollten. Nähere Infos hab ich aber nicht rausgefunden.
Kurze Zeit später bezogen wir unseren nächsten Stellplatz am Etna im Etnedal. Nichts spektakuläres, auch nichts zu erleben. Die Kulisse zwischen den Bergen mit den Felsmassiven war schon nicht schlecht, aber mehr war da halt nicht zu tun. Keine Wanderstrecken oder Wasserfälle, naja. Da wir gelesen hatten, dass es an der Rezeption besonders leckere Pommes geben soll, wollten wir das wenigstens mal ausprobieren. Nach ca einer halben Stunde Wartezeit, konnten wir endlich bestellen (die Eigentümerin hatte seeeehr viel Zeit um mit ihren scheinbar Stammgästen über Gott und die Welt zu quatschen) und warteten dann nochmal 20 Minuten, bis die Pommes fertig waren. Das Gewürzsalz dafür war auch Gegenstand einer Diskussion, ob wir das möchten, mal an der Dose schnuppern, das ist sehr gut, ja mach ran, wieviel.... boah. Die müssen dermaßen gut sein, dass man nie bessere gegessen hat. Was soll ich sagen? Es waren stinknormale geriffelte Kartoffelstifte aus der TK-Tüte, wie es sie überall gibt. Nur etwas weniger salzig.
Ok... Duschen im WoMo, bissl Videos geguggt und mit Sohnemann telefoniert (zuhause ist alles top) und ab ins Bett.
Heute morgen strahlte sich die Sonne aber sowas von einen ab, das Wetter hätte dem in
Deutschland fast Konkurrenz machen können. Im T-Shirt frühstückten wir noch ganz gemütlich, bis wir die Tour antraten, die auf Andrés Wunschliste stand. Den Laerdalstunnel durchfahren wollte er. Auf dem Weg dorthin staunten wir abermals über die gewaltige, beeindruckende, atemberaubende, imposante (und was weiß ich noch für Adjektive) Natur Norwegens. Die Berge, wo auf den Gipfeln immer noch Schnee liegt, die rauschenden Flüsse, die Wolken, die in den Bergen hängen bleiben, die begrünten Felswände, die Seen, auf den sich Angler tummeln, die Straßen, die sich durch die Täler schlängeln, wobei es auf und ab geht und manchmal auch zu schmal scheint für 2 Autos... ich habe euch einige Bilder reingestellt, aber das kann man gar nicht widergeben...
Jedenfalls wurden wir so langsam an den Laerdalstunnel rangeführt. Der erste kleine war nur 1,8km lang. Der zweite dann 2,1km. So ging das ne ganze Weile, bis wir endlich den (NOCH!) längsten Straßentunnel der Welt durchfuhren. 24,5km und 3 beleuchtete Hallen später hatte sich André seinen Wunsch erfüllt. Doch es ging weiter, viele kürzere und kleine Tunnel passierten wir noch. Ein Highlight war noch der 11,4km lange Gudvangatunnel, der einen beleuchteten Abschnitt mit Farbwechsel hatte. Als wir durchfuhren war er grade lila ;-)
Insgesamt haben wir heute auf der 270km langen Fahrt 14 Tunnel mitgenommen und waren knapp 66km vom Tageslicht getrennt. Wahnsinn. Tunnel könnse, die Norweger. In 5 Jahren, wenn alles gut geht, wird es einen weiteren Tunnel in
Norwegen geben, der 2km länger ist und damit den Rekord vom Laerdalstunnel ablöst.
Auf der Tour heute haben wir noch einen kurzen Abstecher in den Touri-Hotspot Flåm gemacht um nach Souvenirs zu schauen. Wie schon 2019 war der Kreuzfahrthafen massenhaft voll mit Menschen, die mit der MSC reisen oder die Flåmbana (Zug) nehmen wollten. Hauptsächlich asiatischer Herkunft. Ein Souvenirshop am anderen, eine Streetfoodmeile und mehr nicht. Wir haben lediglich einen Hotdog und eine Portion Pommes (leckerer als gestern!) für schlappe 15€ gekauft und bissl fotografiert und mit 3,20€ Parkgebühr bei einer Stunde waren wir dann auch wieder weg.
Nach Flåm ging es noch ein paar Kilometer weiter südwestlich, vorbei am Tvindevossen (Wasserfall) bis zum Campingplatz. Wieder nix besonderes, parken auf grüner Wiese mit Ausblick auf einen See und einsetzendem Regen. Dafür waren wir heute 7 Stunden auf Achse und den ersten Tag komplett nur im T-Shirt. Warm und sonnig wars, da kann es jetzt auch kalt und regnerisch werden über Nacht.