Am Sonntagmorgen fuhren wir gegen 11 Uhr zurück zum Campingplatz Lomsesanden in Farsund. Glücklicherweise ergatterten wir noch einen schönen Platz im hinteren, ruhigen Teil der Anlage. Auf dem Platz selber gibt es 85 Stellplätze, 5 Campinghütten, 14 Glampingzelte, 13 Hängemattenplätze und einen langen Strandabschnitt für Zelte. Überall am Strand sind auch Feuerschalen aufgestellt für die Romantik und so.
Als wir uns eingerichtet hatten konnten wir endlich zu meinem Wunsch für diesen Urlaub übergehen. Eine Wanderung durch das benachbarte Naturressort, was schon 2019 zu meinen absoluten Highlights in Norwegens Süden gehörte. Durch wunderschöne Dünenlandschaft mit einigen Bunkeranlagen konnten wir, trotz vieler anderer Wanderer, ganz in Ruhe und bei strahlendem Sonnenschein die Weitläufigkeit bewundern. Von einem alten Bunker auf einem Hügel hatte man einen traumhaften Ausblick auf die Umgebung. Wir wanderten dann aber weiter an die Küste, wo es mehrere kleine Badebuchten mit Sandstrand gab. Die waren natürlich sehr begehrt, manche sind mit Motorboot dahin gefahren und haben sich ein paar schöne Stunden gemacht. Da das Wasser zu der Zeit niedrig war, konnten wir sogar über ein paar Felsen und Steine mit in der Sonne getrockneten Algen auf eine kleine Insel klettern, die nicht immer erreichbar ist. Dort gab es den besten Blick auf die riesige Nordsee, einige Fähren oder Kreuzfahrtschiffe sahen wir in der Ferne auch. Wie lange wir da saßen, kann ich nicht mehr sagen, aber dort kann man die Zeit auch mal vergessen, so schön wie der Ausblick ist.
Irgendwann liefen wir dann zurück und genehmigten uns noch jeder 3 Kugeln Eis von der Rezeption, das musste noch drin sein als Abschluß von Norwegen. Dann sahen wir, dass es eine Pizzastube am Platz gibt mit einem echten Steinofen mit Platz für 6 Pizzen. Also sollte das unser Abendessen werden. Kurz nach 19 Uhr bestellten wir dann, wurden aber mit 45 Minuten Wartezeit vorgewarnt. An der Bestellschiene sah man aber auch schon, dass die Nachfrage enorm ist, denn dort sammelten sich endlos viele Bons. Also sind wir nochmal zurück zum WoMo und kehrten gegen 20 Uhr zurück. Nochmal eine dreiviertel Stunde mussten wir warten, der Chef wollte uns dann als Entschädigung Eis aufs Haus spendieren. Aber egal, Eis hatten wir ja schon und Vorfreude auf die leckere Pizza wurde nicht weniger. Nach 1,5 Stunden erhielten wir endlich diese Leckerbissen und ganz ehrlich, man hat selten eine bessere Pizza auf einem Campingplatz gegessen! Wir noch nie.
Am Abend, als die Sonne untergegangen war, wurde es dann doch sehr frisch und wir mussten die Heizung wieder mal anwerfen. Irgendwann gab es plötzlich einen Knall und wir schauten nach, was das war, konnten aber nichts finden. Wir machten uns keine Gedanken weiter, aber später fiel dann auch noch die Heizung aus. Na toll, dann eben ins Bett und in die Decke einmummeln.
Montag früh wollte André Kaffee kochen, aber der Herd ging nicht an. Fazit: Die Gasflasche ist leer. Was aber nicht verwundern muss, da wir ja paar mal frei standen, wo der Kühlschrank mit Gas betrieben werden musste, für warmes Wasser zum Abwaschen oder Duschen braucht es auch Gas und ab und an wurde auch die Heizung angeworfen. 10°C am Abend waren nicht selten in Norwegen.
Kurze Enttäuschung trat ein, aber dann kam das weitaus Schlimmere. Draußen sahen wir, dass aus dem Auto Wasser lief. Nicht nur tropfte, sondern lief! Und im Küchenschrank war auch alles klitschnass. Das kam daher, dass wir drinnen den Wasserhahn oder die Klospülung benutzten, soweit haben wir das rausgefunden. Also war der Knall von gestern Abend scheinbar ein Defekt am Wassersystem. Ein geplatzter Schlauch, oder eine Leitung oder eine Verbindung... ganz große Klasse!
Das Gas hätte man ja nochmal auffüllen können, aber jetzt konnten wir kein Wasser mehr benutzen! Also so gar nicht! Wir haben überall geschaut, aber das ist ja alles so gut verbaut, dass man nirgends rankommt um einen Schaden zu flicken. Und wer weiß schon, ob der Schaden noch schlimmer wird, wenn wir das Wasser trotzdem weiter benutzen?
So fuhren wir etwas planlos und betrübt zur Fähre nach Norwegen. 4 Stunden Überfahrt standen uns bevor. Die vergingen aber ganz gut, da wir uns das Commander Buffet gönnten (25€ Pauschale pro Person mit all you can eat und Getränke Flatrate), dann waren wir noch im Animationscenter, wo erst Bingo gespielt wurde und später am Glücksrad gedreht werden konnte. Die Animateurin hat das super gemacht und eine Reisegruppe von etwa 30 Jugendlichen hat ordentlich mitgespielt - und dementsprechend auch viel gewonnen.
Nach der Fähre haben wir noch ein paar Kilometer gemacht und waren nach Sonnenuntergang an einem Stellplatz in einer Marina mit Leuchtturm. Dort lief der check-in wieder per QR-Code und online Bezahlung ab. Wir spielten nochmal alles mögliche durch, wie der Urlaub weiter verlaufen könnte, kamen aber zu dem Entschluss, dass die Reise nun leider abrupt enden muss. Ohne Wasser und Gas ist das nur noch krampfig. Also informierten wir den Vermieter über den Schaden und dass wir ihm das Auto schon 2 Tage eher als geplant zurückbringen werden. So kann er es noch reparieren lassen, bevor ab Samstag die nächsten Mieter losfahren wollen. Ärgerlich, aber nicht zu ändern.
Am Dienstag hackten wir dann die ca 900km fast am Stück bis nach Hause, wo wir halb 10 abends ankamen.
Kühlschrank geleert, Bettzeug gekrallt und ab ins Bett. Mit Pausen waren wir immerhin fast 12 Stunden on the road, das macht ganz schön fertig.
Heute haben wir die Reste ausgeräumt, das WoMo gesäubert, vollgetankt und abgegeben.
So bescheiden, wie der Urlaub gestartet und geendet hat, aber die zwei Wochen dazwischen waren wieder einmal wunderschön, abenteuerlich, erlebnisreich und wir haben auch wieder tolle Menschen kennengelernt. Von der Natur brauchen wir gar nicht reden, der Anblick ist jedes Jahr erneut unbezahlbar.
Vielleicht entdecken wir beim nächsten mal noch andere unbekannte Orte in Skandinavien...
Auf einen Blick
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Wetter
Sommer
Begleitung
Zu zweit (2)
Stimmung
AbenteuerlichEntspannend
Highlights
Campingplatz Lomsesanden in Farsund
Wanderung durch das Naturressort mit Dünen und Bunkeranlagen
Badebuchten und kleine Insel bei Niedrigwasser
Pizza aus dem Steinofen am Campingplatz
Abbruch der Reise wegen Wasserschaden und leerem Gas
Ausrüstung
WohnmobilCampingplatzFähreSteinofen-Pizza
Themen
NaturStrandAbenteuerRoadtripTransit
Kosten
Commander Buffet25 €
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Antworten (2)
Sabinevor 12 Monaten
Die Hauptsache ihr seid wieder gesund nach Hause gekommen. Die Schäden sind zwar nervig aber so habt ihr immer noch paar Anekdoten zum erzählen im Ärmel.
Claus-Dieter vor 12 Monaten
Großer Mist, wenn ein Urlaub so endet. Ihr könnt hoffentlich dennoch von den schönen Tagen zehren und euch daran zurück erinnern. Der Vermieter wird euch wohl da einiges entgegenkommen. Das wäre nur fair. Er kann zwar auch nix dafür, aber der Urlaub wird damit schon getrübt. Und darauf habt ihr euch ja lange vorab gefreut. Hoffentlich gibt es ein „Nächstes Mal“ - Skandinavien! Oder wohin auch immer. Eine Reise mit dem WoMo ist auch immer ein besonderes Erlebnis … 👐🚐🌞🏕️