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Zwischenstopp Seattle

Veröffentlicht: 01.02.2018

11.01.-14.01.2018 Nach 10 recht entspannten Stunden Flug landeten wir: Seattle. Ein kurzer Zwischenstopp auf dem Weg weiter Richtung Norden. Drei Tage sollten wir hier bleiben. Drei Tage voller Sightseeing und American Food. Doch von Beginn an.

Alles in Nordamerika ist größer: Die Gebäude, klar. Die Autos auch. In Deutschland und Europa groß wirkende SUV´s wirken hier nahezu winzig. Das gleiche gilt natürlich auch für den hierzulande über alles geliebten Pick-Up-Truck. Und eben auch die Wege. Die sind auch größer. Alles ist größer geplant und gebaut als wir es im dichtbesiedelten Europa kennen. Der Weg zum Link, dem Zug, der uns vom Flughafen in Richtung Seattle bringen sollte, war dann auch gefühlt 3 km lang und dauerte gefühlt Stunden. Angekommen am Bahnhof ging´s ab in die City. Da wir keine Möglichkeit hatten nochmals nach zuschauen, wo genau unser Hotel lag, vertrauten wir auf unsere Recherche einige Tage zuvor, wodurch wir zumindest wussten in welcher Straße unser Hotel lag. Das sollte sich rächen. 

Wir waren zwar an der Station ausgestiegen, die am nächsten zu unserer gesuchten Straße lag, doch befanden wir uns am falschen Ende dieser. Weit weg von unserem Hotel. Gut, dachten wir, laufen wir eben. Aus Berlin kannten wir es ja, Distanzen auch laufen zu können. Leider kam uns ein Highway in die Quere, an dem kein (Fuß)Weg vorbeiführte. Also wieder zurück zur Link-Station. Auf dem Weg fragten wir bei den Einheimischen nach, wie wir denn am besten dorthin kämen, wo wir hin wollten. Steve gabelten wir im T-Mobile-Store auf. Er freute sich, zwei unbeholfenen deutschen Backpackern helfen zu können, da er erst wenige Monate vorher in Berlin war und er ohne die Hilfe der Berliner niemals ans Ziel gekommen wäre. Er brachte uns zur richtigen Haltestelle, wo wir nur noch in unseren Bus fallen und bis zur Endstation fahren mussten. Von da waren es "nur" noch 7 Blocks zu unserer Unterkunft... Endlich im Hotel warfen wir unsere Sachen in die Ecke, zogen die viel zu dicken Winterklamotten aus (es war nämlich viel wärmer in Seattle als angenommen) und holten uns beim nächstgelegenen Supermarkt etwas Essbares.

Nach überstandener erster Nacht gingen wir in eines der vielen Restaurants in der Nähe und genehmigten uns ein typisch amerikanisches Frühstück....nun ja, ich zumindest, Bella hielt es etwas gesünder. Danach schauten wir uns ein wenig die Stadt an, die für die nächsten Tage unsere Herberge sein sollte. Wir gingen in Richtung Hafen und schauten uns dort die Gegend und vor allem die alte Markthalle an (noch original aus Holz), die viele kleine, allen voran kulinarische Stände zu bieten hatte. Diese waren über mehrere Ebenen verteilt, was die Markthalle zu einem Labyrinth machte. An einem der vielen Stände genehmigten wir uns einen kleinen sehr leckeren Snack (Garnelen- und Lachssandwich), die "Köche" waren super nett und wir durften uns an einer Weltkarte verewigen mit einer bunten Pinnadel. Danach machten wir uns langsam auf in Richtung Space Needle, dafür bot sich eine Fahrt mit der Monorail an, welche in den 60ern zur Weltausstellung gebaut wurde. Dabei befindet man sich mehrere Meter über Straßenniveau. Für die Space Needle hatten wir von unseren Volleyballern zwei Tickets geschenkt bekommen. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit und die Space Needle an sich wurde gerade zu einem großen Teil in Stand gesetzt. Man konnte also nur eine Hälfte des Kranzes entlanggehen. Wir machten das beste daraus und genossen den Blick auf die vielen Hochhäuser und die umliegenden Berge. Eigentlich hatten wir innerhalb eines einzigen Tages alle wichtigen Sehenswürdigkeiten in Inneren der Stadt gesehen... 

Zu Beginn des zweiten Tages suchten wir wieder ein typisch amerikanisches Diner auf und genehmigten uns ein weiteres Mal ein fettiges Frühstück im American-style. Diesmal nicht nur ich. Lecker wars. Aber jeden Tag kann man sich sowas nicht genehmigen.

Auf ging´s zum Pioneer Square, quasi dem historischem Zentrum Seattles, wo wir uns eine Führung über die Geschichte der Stadt anhörten - irgendwie mussten wir uns ja die Zeit vertreiben. Der Guide ähnelte sehr einem Stand-Up-Comedian, konnte aber wider erwartend recht anschaulich die Entwicklung Seattles aufzeigen. Die "Witze" verstanden wir beide selten....zu viel Kaugummi-Englisch und zu oft spezifische Fakten, die wir nicht kannten. Sei´s drum. Wir erfuhren, dass der Großteil Seattles bei einem Brand Ende des 18. Jahrhunderts zerstört wurde. Auf Grund der Nähe zum Meer und der Gefahr von Überschwemmung, sowie dem schlechten Abwassersystem, welches bei Hochwasser funktionsunfähig war, da die Toiletten dann rückwärts spülten und somit die Fäkalien wieder zurück kamen -  wurde das komplette Straßenniveau um bis zu 10m angehoben. Es gibt also eine Stadt unter der Stadt. Wieder was gelernt. Auf gings zum Columbia Tower, dem höchsten Gebäude von Seattle. Diesmal mit gutem Wetter hatten wir einen überragenden Ausblick über die ganze Stadt und die Berge, die diese Stadt umringen. Auch den Mt. Rainier konnten wir zumindest teilweise in Augenschein nehmen, immerhin zeigt sich der Vulkan (zuletzt wohl 1843 ausgebrochen) nur wenige Tage im Jahr. Wir ließen den Tag wieder gemütlich ausklingen - Dinner in bed. Ein ganzer Tag an der frischen Luft macht eben auch müde.

Am letzten halben Tag in Seattle gingen wir zum "Serious Pie and Biscuit" Restaurant. Biscuit mit deftigen Zutaten, ist wohl so ein Seattle Ding. Wieder fettiges Essen. Nun gut. Es fühlte sich eben wie Urlaub an. War es so gesehen auch. Danach gingen wir noch zum Union Lake und genossen das schöne Wetter. Es sollte für lange Zeit der letzte Tag sein, an dem die Sonne schien. Hierzu aber in späteren Einträgen mehr. Nachdem wir unsere Sachen aus dem Hotel abgeholt und die "Pferde gesattelt" hatten, fuhren wir zum Busbahnhof, von wo aus uns einer der legendären Greyhound-Busse Richtung Vancouver bringen sollte. Typisch Deutsch waren wir auch viel zu früh da. Und typisch amerikanisch nahm es der Busfahrer unseres Busses nicht ganz so genau mit der Zeit, so dass unser Bus Verspätung hatte. Übrigens stimmt es, was man über den Greyhound sagt: Das Transportmittel der Armen und Touris. So war es auch. Amerikanische Unterschicht und Touristen bevölkerten die Wartehalle des Terminals und später auch den Bus. Mit etwas weniger Verspätung, wie erwartet, ging es dann Richtung kanadischer Grenze, endlich kurz vor dem Ziel. Zum Abschied ließ uns der Mt. Rainier noch einen kurzen Blick auf sein ganzes Antlitz erhaschen. Wie gesagt, wir hatten Glück mit dem Wetter. Wie es wohl in Kanada werden würde....?


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