Tag 23
Wie immer ging es heute mit Kälbchen füttern, Frühstück und Hütten putzen los. Da alle Hütten gemacht werden mussten, war ich bis halb zwei beschäftigt. Dann kam Inveldur zu mir...

Veröffentlicht: 19.08.2023
Heute wurde mir schon beim Frühstück eröffnet, dass das Auto endlich wieder da war und ich endlich außerhalb der Farm Ausflüge machen kann. Nachdem ich drei Hütten geputzt hatte und es zum Mittagessen Burger mit Pommes gab, habe ich meine Sachen gepackt und bin losgefahren.
Der Gugglafoss, ein Wasserfall, liegt keine zehn Minuten mit dem Auto von der Farm entfernt. Aber alleine die Autofahrt an sich war schon ein Abenteuer. Zuerst habe ich gar nicht verstanden, wie der Rückwärtsgang funktioniert, da ich gelernt hatte, dass man bei Schaltwagen das Schaltding runterdrücken muss. Bei diesem Auto, habe ich dann nach einigen Versuchen herausgefunden, muss man das Schaltding aber nach oben ziehen. Nachdem ich das dann hatte, bin ich losgefahren. Mit diesem Klappergestell zu fahren, wenn jemand dabei sitzt ist schon echt angsteinflößend, aber alleine zu fahren? Sagen wir einfach, es war gut, dass es nur knapp zehn Minuten waren.
Dort angekommen hatte ich eine wunderschöne Aussicht. Der Wasserfall sieht mega schön aus und ist wirklich sehenswert. Zuerst bin ich unten am Wasserfall entlang in eine kleine Höhle gegangen, die das Wasser mit der Zeit in den Stein gehauen hat. Da das Wetter echt gut mitgespielt hat, kam sogar die Sonne raus und es gab einen wirklich schönen Regenbogen in der kleinen Höhe.
Danach bin ich einen anderen Weg hoch gelaufen. Es war verdammt anstrengend, aber das war es wirklich Wert. Die Aussicht von oben ist unglaublich. Zwar kann man den Wasserfall von oben nicht sonderlich gut sehen, dafür aber die ganze Umgebung total gut überblicken. Ich hatte Glück, denn als ich angekommen war, waren kaum Touristen da. Die einzigen Touristen sind mir dann auf dem Weg nach oben entgegen gekommen, sodass ich oben alleine war. Theoretisch hätte ich einfach wieder runter gehen können und das ganze abhaken, aber es gibt oben einen kleinen Trampelpfad, der am Fluss entlang führt. Da ich sowieso nichts anderes vor hatte, bin ich einfach losgelaufen.
Der Trampelpfad führt an einigen wirklich schönen Stellen am Fluss und anderen, kleineren Wasserfällen vorbei. Nach etwa einer dreiviertel Stunde habe ich am Fluss an einer Stelle Pause gemacht, an der es in der Mitte eine kleine Insel gab. Dann bin ich noch ein wenig weiter gelaufen, aber der Trampelpfad ist mit der Zeit ausgelaufen und am Ende waren es vermutlich nur noch die Spuren von den Schafen, die teilweise herumstanden.
Dann bin ich umgedreht und habe an der kleinen Insel wieder eine Pause gemacht. Eigentlich hatte ich eine ein Lieter Flasche Wasser dabei, aber da es achtzehn Grad und sonnig war und ich eigentlich viel zu warm angezogen war, hatte ich die Flasche da schon leer getrunken. Aber das war kein großes Problem, da man in Island an so gut wie jedem Fluss seine Flasche auffüllen kann. Nur Glätscherwasser sollte man meiden. Das erkennt man an so einer gräulichen Färbung. Das Wasser war echt gut und eiskalt.
Danach bin ich zum Parkplatz zurückgelaufen. Insgesamt war ich somit knapp drei Stunden unterwegs gewesen und habe viel zu viele Fotos gemacht. Kurz habe ich mich dann noch auf einer Picknickbank hingesetzt und meinen letzten Schokoriegel gegessen, dann bin ich zurück zur Farm gefahren.
Zurück auf der Farm gab es dann Kaffestückchen. Darüber habe ich mich echt gefreut. Also Notiz an mich selbst: Auf so einen Ausflug sollte man mehr als drei Schokoriegel mitnehmen XD. Danach habe ich noch geduscht.
Zum Abendessen gab es dann Frikadellen mit Kartoffeln und einer (leider) scharfen Soße. Zum Kälbchen füttern bin ich heute nicht alleine gegangen. Ein Sohn von Ingveldur ist samt thailändischer Frau und dreijährigem Sohn da. Der Sohn ist zwar süß, kann einem aber echt schnell auf die Nerven gehen.
Wenn ich Zuhause Leuten das erste Mal erzählt habe, dass ich für mein Auslandsjahr nach Island fliege, haben mich alle erstmal immer komisch angeschaut. Was willst du denn in Island? Ja, Island ist nicht schön, wie ein buntes Blumenfeld oder wie ein beliebter Jungel, aber es ist schön im Sinne von Erstaunlich, faszinierend und überraschend - die Natur, das Wetter und die Leute. Ich weiß, warum ich ausgerechnet nach Island wollte.
Bis dann
Julia
