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Zuletzt in Eldorado

1. Ankunft in Capioví

Veröffentlicht: 18.03.2018

15. und 16. Mär. 2018 

Gestern haben uns Alta (meine Ansprechperson & ehemalige Deutschlehrerin in Capioví) und ihr Mann vom Flughafen Foz do Iguacu abgeholt. Der kleinste Flughafen, den ich seit langem gesehen habe. Die beiden haben schon auf uns gewartet und uns ganz lieb in den Arm genommen. Alta nennt ihren Mann „Papi“, den richtigen Namen weiß ich daher leider gar nicht. Sie sprechen beide sehr gutes Deutsch, aus dem man, neben dem argentinischen Akzent, auch ganz klar den Schweizer Dialekt raushört. Die beiden haben nämlich 32 Jahre in der Schweiz gelebt und ihr Sohn wohnt immer noch da. Altas Mann hat leider Parkinson, deswegen sind sie jetzt wieder hier und sie hat letzten November aufgehört zu arbeiten. Als Lehrerin ist deshalb Marylin für mich zuständig, die auch mehrmals die Woche aus Puerto Rico nach Capioví zum Deutschunterricht kommt seit dem Alta aufgehört hat. Der habe ich auch schon geschrieben und werde sie am Montag kennenlernen. Auf dem Weg haben uns die beiden jedes Hotel gezeigt das es in der Umgebung gibt, bei 3 Stunden Fahrt war das ne Menge! Sie erinnern mich von ihrer Beziehung her ein bisschen an die Eltern von Kaiser Franz Josef aus den Sissi Filmen, gerade er!

Angekommen in Capioví haben wir Alex im „Castillo“ (Schlösschen), dem Hotel des Ortes, einquartiert und mich danach weiter zu meiner Gastfamilie gebracht: Sonia (die Mama), Rocío (die Tochter) und drei, mich freudig anspringende Hunde. Die Namen habe ich, trotz 3x nachfragen, immer noch nicht drauf. Bin ins Bett gefallen wie ein Stein!

Heute Morgen war ich erstmal ein bisschen für mich, da Rocío in der Schule und Sonia bei Arzt war. Als Sonia wiederkam, habe ich gefrühstückt und wir haben ein bisschen gequatscht. Sie hat mir erzählt, dass ihre Großeltern uns Deutschland kamen. Das ist nicht unüblich. „Papí“ meinte gestern zu mir, dass sowohl Capioví als auch Puerto Rico von Schweizern und deutschen Einwanderern nach dem 1. und 2. Weltkrieg gegründet wurden. Von daher verstehen viele ein bisschen deutsch oder sprechen zumindest ein paar Wörter. Um uns das zu demonstrieren, hat Alta auf dem Weg den Grenzbeamten „Sprechen Sie deutsch?“ gefragt und er hat mit „ein bisschen“ geantwortet.

Später sind wir dann einkaufen gefahren. Im Supermarkt gab es uuuuunglaublich viel Süßes und uuuunglaublich viel Tee. Nach dem Koffer auspacken gab es dann leckere Ravioli mit Gemüsesoße. In glühender Mittagshitze habe ich anschließend Alex zum Bus gebracht, der ihn in 3 Stunden Fahrt nach Oberá bringt. Auf dem Rückweg konnte ich dann merken, dass es stimmt, was Sonia mir am Morgen beim Einkaufen gesagt hat und hier wirklich „jeder jeden“ grüßt. Daran muss ich mich noch gewöhnen!

Jetzt lieg ich auf dem Bett und wir machen, mit der Klimaanlage auf volle Pulle, Siesta. Bisher hat sich bestätigt was ich so von anderen Freiwilligen gehört habe: Man nimmt sich für alles ganz viel Zeit. Mal sehen, wie es so die anderen Tage ausschaut.

Morgen habe ich geplant mit den Freiwilligen die schon 6 Monate hier sind nach Eldorado, eine Stadt weiter im Norden von Misiones zu fahren und dort Franzi, die dort gerade als neue Freiwillige angekommen ist, zu treffen. Dann werde ich mein erstes Mal Bus fahren! Ich berichte ;*

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