Wer ich bin
Mein Name ist Andrea Huntemann und wurde am 8.8.1968 in Wildeshausen geboren. Mit 21 Jahren, nach meiner Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, zog ich in den...

Veröffentlicht: 30.10.2023
2017 schenkte mir meine Schwester ein Buch, in dem Weltumsegler ihre Geschichten erzählen. Sie sind mal mehr, mal weniger erfahren, haben gute und auch schlechte Erfahrungen gesammelt. Aber die Quintessenz jeder Geschichte ist: "Mach es"!
Die Segelei hatte mich schon seit einigen Jahren gefangen, so setzte sich eine Idee fest, die mich nicht mehr los ließ.
Eine Lebensversicherung die 2023 zur Auszahlung bereit ist, und zwei Töchter, die bis dahin ihre eigenen Wege gehen. Das waren die Eckpfeiler.
Meinen Arbeitgeber habe ich mit wenig Hoffnung auf Verständnis gefragt, wie er zu einem Sabbatjahr steht und wurde eines besseren belehrt. Kurz gefasst war die Antwort: "Mach`s, sag rechtzeitig bescheid, wann es losgeht und komm wieder."
Die Finanzen für die Reise waren mit der anstehenden Versicherungsauszahlung geklärt, jetzt musste ich die nächsten Jahre Geld zur Seite legen, um meinen Verpflichtungen zuhause nachkommen zu können während dieser Zeit.
Die Wohnung zur Untermiete anzubieten kam nicht in Frage, da ich ja gar nicht wusste, ob ich nicht vielleicht nach 6 Wochen schreckliches Heimweh bekomme und zurück will.
So sparte ich erst mal Geld an mit einem Ziel, dass so weit weg schien. Bis dahin wurde gesegelt in Griechenland, Kroatien, von den Azoren nach Gibraltar, von Lissabon nach Madeira, in Schweden und sogar von Hobart/Tasmanien nach Sydney/Australien. Zwischendrin im Winter Snowboardfahren, das ganze Jahr Klettern in der Halle mit 1x im Jahr zum Kletterurlaub nach Kalymnos/Griechenland.
Der Plan für das Jahr war eigentlich der, dass ich mir ein Schiff suche, auf dem ich mit über den Atlantik gehe und dann mal gucken wie weiter. Also ziemlich Planlos.
2022 im Oktober kam Kaspar ins Spiel. Wir lernten uns ein paar Jahre vorher auf einem Törn von den Azoren nach Gibraltar kennen. Seitdem haben wir per Whatsapp Kontakt gehalten. Irgendwann habe ich sicher auch von meinem Vorhaben erzählt, während er seinerseits mal von Freunden erzählte, deren Schiff er eventuell übernehmen könnte, wenn sie ihre große Reise beenden. Dann wurde es konkreter. Er fragte mich, ob ich mitkommen würde. 3000 Fragen und 6 Tage später habe ich zugesagt. Auf einmal gab es tatsächlich Plan A. Dieser sah vor in Sydney eine Bavaria 44 zu übernehmen und sie nach Europa zu segeln. Erst mal an der Küste hoch, weiter in den Indischen Ozean, quer rüber und dann mal schauen, ob Südafrika oder Suezkanal.
Online Seminare wurden Gebucht, Bücher gewälzt, es wurde sich mal mehr und mal weniger mit dem Vorhaben beschäftigt. Im Mai sind wir 2 Wochen in Griechenland segeln gewesen, denn bisher kannten wir uns ja auch lediglich von 10 Tagen Segeln nach Gibraltar. Test bestanden, wenn 14 Tage gehen, gehen auch 14 Monate. Im Verlauf wird man sicher sehen, ob meine Theorie stimmt.
Und auf einmal ist wieder Oktober. Das Vorhaben rückt immer näher und die Bauchschmerzen werden größer. Am 27.10. wurde mein kleines Enkelchen Theo geboren. Die Vorstellung den kleinen im 1. Jahr zu verpassen, macht es nicht einfacher. In 6 Wochen geht es los.
Heute ist mein Visum genehmigt worden, ein weiterer Punkt ist abgehakt. Betriebsrente liegt auf Eis, mit allen wichtigen Stellen wurde telefoniert, Motorrad ist eingemottet. Mein letzter Dienstplan, nämlich der für November, hängt an der Wand.