Tag 10 Zuckerhütte - Abschleppdienst und französisches Chaos
Der Tag begann eigentlich ganz harmlos: Kaffee am Morgen, Mika noch mal im Gym – dann los, nur eine kurze Fahrt in den französischen Teil. Ich wusste schon, dass wir heute in...


Veröffentlicht: 12.07.2025























Während wir hier sitzen und auf das Taxi warten, das uns zur nächsten Autovermietung bringen soll, nutze ich die Gelegenheit, ein paar Details zu unserer Unterkunft loszuwerden, mittlerweile weiß ich: ein echtes Juwel !
Wie ich gestern schon angedeutet habe, befinden wir uns derzeit auf dem Gelände eines alten, traditionellen Handwerksbetriebs – hier wird noch per Hand Ahornsirup hergestellt. Der Besitzer hat rund 2000 Ahornbäume, die das berühmte Zuckerwasser liefern. Und wie wir gelernt haben: Nicht jeder Ahornbaum tut das! Die Bäume hier haben offenbar besonders gute Voraussetzungen – hochgewachsen, mit einer herrlich frischen, grünen Krone und wunderschönen Ahornblättern.
In der Hauptsaison – etwa von Februar bis April – werden die Bäume angezapft: Ein kleines Loch wird gebohrt, ein Behälter drangehängt, und dann fließt das Baumwasser hinein. Das klappt aber nur unter bestimmten Bedingungen: Nachts muss es unter 0 °C sein, tagsüber knapp darüber. Nur dann fließt das Wasser. Und wenn diese Bedingungen erfüllt sind, kann man tatsächlich täglich „zapfen“, ohne dass der Baum Schaden nimmt. Er produziert einfach weiter.
Das Wasser wird dann gekocht – und zwar so lange, bis es zu Sirup wird. Ohne jegliche Zusätze, ganz pur. Die Süße kommt allein vom Baum. (Natürlich nur, wenn man keinen gepanschten Supermarktsirup erwischt.)
Um 1 Liter Ahornsirup zu bekommen, braucht es übrigens 40 Liter Baumwasser. Ein Behälter fasst 4 Liter – das heißt, man braucht 10 Eimer für einen einzigen Liter Sirup. Alles hier wird in Handarbeit gemacht. Die Löcher im Baum? Wachsen einfach wieder zu.
Alle hier sind mächtig stolz auf ihre Arbeit – und ich finde, das können sie auch sein.
Zur Hauptsaison, also mitten im Winter, kommen hier bis zu 1000 Leute pro Tag, um die Ernte mit einem traditionellen Essen zu feiern. Gerade kaum vorstellbar, denn aktuell teilen wir uns den Ort mit nur einer weiteren Familie. Aber auf den Fotos sieht man die riesigen Säle, von denen es gleich mehrere gibt – die sind dann über den Tag verteilt rappelvoll.
Im Winter liegt hier meterhoch Schnee. Temperaturen von bis zu -40 °C sind keine Seltenheit. Kaum vorstellbar. Aber der Herbst – den stelle ich mir hier atemberaubend vor.
Natürlich haben wir auch Ahornsirup gekostet. Und ich muss sagen: Der war richtig lecker! Ich hab ihn sogar gegessen – obwohl ich ja keinen Zucker esse. Ist ja auch kein Zucker. Ist ja nur… Baumsaft. 😉
Mehr später – jetzt drücken wir uns mal selbst die Daumen, dass das mit dem Mietwagen klappt.
Abendstimmung und Abschluss
Jetzt ist Abend, und unser letzter Tag bei der Zuckerhütte geht zu Ende.
Zum Glück hat das mit dem Auto doch noch geklappt.
2 Stunden 41 Minuten Telefonate und in Warteschleifen gehangen, ungefähr 12-mal dieselbe Geschichte erzählt, Telefon- und Taxikosten von 350 Euro – aber: Wir haben ein Auto! Und wir sind ganz happy. Ich bin wieder versöhnt mit dem Abenteuer, und morgen geht’s weiter.
Heute haben wir noch einen kleinen Ausflug in ein Naturschutzgebiet gemacht und planen morgen eine kleine Wanderung. Im Tierpark haben wir Füchse gesehen – und sogar von weitem einen Bären! Abends gab’s dann ein leckeres Essen in unserer Unterkunft – ein schöner, runder Abschluss.
Erkenntnis des Tages:
Ich bin so gut aufgehoben.
Ich habe so liebe Rückmeldungen und gute Wünsche bekommen – das war richtig schön. ♥️ Danke dafür !
