Miriam
Miriam
vakantio.de/afrika-2026
Live Botsuana

Wildnis 🐆

Veröffentlicht: 18.08.2026

Unterkunft
Lodge im Okavango-Delta
Glamping · Okavango-Delta
Tour
Game Drive im Okavango-Delta
Tour
Tour
Mokoro-Tour im Okavango-Delta
Wassersport · 4h
Attraktion
Okavango-Delta
Okavango-Delta, Botswana
Attraktion
Löwen
Okavango-Delta, Botswana
Attraktion
Leopard
Okavango-Delta, Botswana
Attraktion
Giraffen
Okavango-Delta, Botswana
Attraktion
Zebras
Okavango-Delta, Botswana
Attraktion
Büffelherde
Okavango-Delta, Botswana
Attraktion
Wasserspringböcke
Okavango-Delta, Botswana

In unserer Unterkunft im Okavango-Delta kann ich mich glücklich schätzen, dass es seit Kurzem sogar WLAN in den Zimmern gibt – denn jetzt sind wir wirklich in der Wildnis angekommen.

Wobei „Zimmer“ eigentlich nicht ganz richtig ist: Wir wohnen in großen Zelten auf Stelzen, die über erhöhte Holzstege zu erreichen sind. Neun solcher Zelt-Zimmer gibt es insgesamt, und eigentlich spielt sich hier alles draußen ab.

Besonders gefällt mir, dass die Lodge in botswanischer Hand ist und ein Teil der Einnahmen aus dem Tourismus wieder in die Region zurückfließt – unter anderem in frühkindliche Bildung, die Unterstützung von Müttern und Neugeborenen sowie Forschungs- und Naturschutzprojekte.

Auch hier haben wir wieder Gelegenheit zu Game Drives. Aber schon beim Losfahren merken wir, dass das hier etwas anderes ist als in Chobe. Wir treffen nur auf eine Handvoll anderer Jeeps, unser Camp selbst hat maximal drei im Einsatz. Dieses Mal sind wir außerdem nicht nur mit einem Guide, sondern zusätzlich mit einem Späher unterwegs.

Beide Männer sind „Delta Boys“, wie sie selbst sagen: hier geboren und aufgewachsen. Sie kennen vermutlich nicht nur sich gegenseitig in- und auswendig, sondern auch diese Landschaft und ihre Bewohner. Sie erkennen jede Tierstimme, lesen Spuren und kennen gefühlt jeden Busch in diesem endlos scheinenden Gebiet. Ein GPS brauchen sie nicht. Das alles sei in ihrem Kopf – oder, wie sie sagen: Sie sind das GPS. 😉

Trotz des Vertrauens, das wir inzwischen in die beiden haben, bin ich unterwegs angespannter als bei unseren bisherigen Safaris. Die Wege sind weniger ausgefahren, die Impalas deutlich scheuer und „off road“ zu fahren scheint völlig normal zu sein – wobei „road“ eigentlich stark übertrieben ist. 😅

Zwischendurch begegnen wir Forschungsfahrzeugen, deren Besatzungen den Wildbestand kontrollieren. Überhaupt haben wir manchmal fast den Eindruck, nicht an einer Touristenaktivität teilzunehmen, sondern die Ranger ein Stück weit bei ihrer Arbeit begleiten zu dürfen.

Natürlich begegnen uns wieder die verschiedensten Wildtiere, wenn auch längst nicht in der Dichte wie in Chobe. Und spätestens bei den Löwen, die in der vergangenen Nacht eine Giraffe erlegt haben, wird ziemlich deutlich, was Wildnis eben auch bedeutet.

Ich merke, wie angespannt ich bin, und die einbrechende Dunkelheit trägt nicht unbedingt zu meiner Entspannung bei. Nun suchen wir nach nachtaktiven Tieren. Das Handy muss ausbleiben, damit kein Licht stört.

Als wir schließlich das Camp erreichen, bin ich durchaus erleichtert. Nach dem Essen fallen wir völlig erschöpft ins Bett.

Nur: Auch nachts ist Wildnis eben Wildnis. Es raschelt und knackt, irgendetwas ist um und an unserem Zelt zugange, und als morgens um 5:30 Uhr der Wecker klingelt, fühlen wir uns nur bedingt erholt. Bei mir kündigt sich außerdem mit Schnupfnase und Kopfschmerzen eine Erkältung an. Na prima. 🙄

Kurzes Frühstück draußen am Lagerfeuer – und dann geht es schon wieder los: Morning Drive.

Jetzt zeigt sich das Delta von einer ganz anderen Seite. Wunderschönes Morgenlicht, viele Giraffen und Zebras, eine große Büffelherde – und natürlich wieder sehr, sehr viele Fotos. 📸

Anschließend wird es ausnahmsweise richtig ruhig: Wir dürfen eine Tour auf dem Wasser unternehmen. Früher wurden die traditionellen Boote, die Mokoros, aus ausgehöhlten Baumstämmen gefertigt. Um dafür keine Bäume mehr fällen zu müssen, bestehen die hier verwendeten Mokoros heute aus Fiberglas.

Und kurz bevor wir nach etwa vier Stunden den Rückweg antreten, wartet noch ein besonderer Moment auf uns: ein Leopard.

Wir kommen ihm so nah, dass aus meiner Begeisterung irgendwann doch ein gewisses Unbehagen wird. Vor allem, als er zunehmend munterer zu werden scheint. Irgendwann bitte ich darum, weiterzufahren.

Ein kleiner Angsthase bin ich ja schon. 😅

Beim Mittagessen leistet uns George Gesellschaft, ein weiterer Guide. Er ist deutlich älter als die anderen und scheint hier auch ein bisschen der Chef zu sein. Wir kommen auf das Thema Wilderei zu sprechen.

„Where there are humans, there is poaching“, sagt George.

Allerdings gehe die Regierung sehr streng dagegen vor. Es gebe genaue Regeln dafür, wer sich wann und mit welcher Waffe im Delta bewegen dürfe. Auch das vorausfahrende Boot unserer Mokoro-Tour hatte ein großes Gewehr an Bord – „just in case“.

Dann erzählt George etwas, das uns doch kurz schlucken lässt: Wenn er hier einen Wilderer auf frischer Tat ertappe, dürfe er ihn nach eigener Aussage erschießen, ohne dass anschließend weitere Untersuchungen gegen ihn eingeleitet würden. Die Polizei würde lediglich kommen, um den Leichnam aus dem Gebiet zu holen.

🫢

Ob die Rechtslage tatsächlich so eindeutig ist, können wir nicht beurteilen. Aber allein die Selbstverständlichkeit, mit der George davon erzählt, macht deutlich, wie ernst das Thema Wilderei hier genommen wird – und wie weit entfernt diese Welt von unserer eigenen ist.

Heute Nachmittag haben wir jedenfalls beschlossen, uns freizunehmen. Keine weitere Safari, kein Programm.

Einfach im Zelt sitzen, in diese unglaubliche Landschaft schauen, die Stille genießen und ein bisschen Revue passieren lassen, was wir in den vergangenen Tagen alles erlebt haben.

Das reicht gerade völlig.

Wobei … ich muss gerade kurz unterbrechen: Zwei Wasserspringböcke laufen direkt an unserer Terrasse vorbei. 🤩

Game Drive offenbar gar nicht notwendig. 😎

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Wetter
Trockenzeit
AbenteuerlichAbseits der PfadeEntspannend
  • Unterkunft in großen Zelten auf Stelzen im Okavango-Delta
  • Game Drives mit Guide und Späher
  • Mokoro-Tour auf dem Wasser
  • Leopard aus nächster Nähe
  • Löwen, die in der Nacht eine Giraffe erlegt haben
  • Morgenlicht mit Giraffen, Zebras und Büffelherde
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