Abschied von Botswana
Das Personal der Lodge ist wegen meines Zustands und aufkommendem Fieber etwas beunruhigt, ich werde noch medizinisch beraten – per WhatsApp und über eine ziemlich schlechte...

Veröffentlicht: 20.08.2026
Unser Flug nach Kapstadt läuft ganz nach Plan. Am Flughafen begeistern uns gleich die vielen hilfreichen und freundlichen Menschen, die dafür sorgen, dass alles ganz schnell geht und wir erleichtert sofort den Mietwagen finden. Insbesondere die Südafrikanerinnen strahlen so viel Positives aus, und manche singen einfach vor sich hin, ohne dass es irgendwie stören würde.
Als wir an der Pharmacy vorbeikommen, entscheiden wir uns noch, eine Flasche Nasenspray zu erwerben. Da es im vorderen Bereich der Apotheke nur Meerwasserspray zu geben scheint, frage ich an dem etwas förmlich aussehenden Tresen im Hintergrund. Die Lady holt das passende Produkt, erfragt dann Vor- und Nachnamen sowie Geburtsdatum. Anschließend verpackt sie das Spray in einer neutralen Tüte, versieht diese mit einem Etikett und meinen Daten und legt das Päckchen in einen kleinen metallenen Käfig, in dem man auch ein Meerschweinchen zum Tierarzt bringen könnte, um ihn dann mit einem Kabelbinder zu verschließen.
Nun muss ich die ungefähr vier Meter bis zur eigentlichen Kasse gehen, wo alles wieder ausgepackt wird und ich das Produkt bezahlen kann.
Andere Länder, andere Sitten … 😂
Unsere Begeisterung für die Stadt wird ein wenig gedämpft, als wir Richtung Unterkunft fahren. Lange fahren wir an Townships und informellen Siedlungen vorbei. Ganze Straßenzüge bestehen aus ärmlichen und kaputten Baracken, Müll stapelt sich flächenweise. Wir sehen dort ausschließlich schwarze Südafrikaner. An den Kreuzungen versuchen Menschen, den in ihren Autos Wartenden Tomaten oder Getränke zu verkaufen.
Es macht mich traurig, und nach einem kurzen Impuls, diesen Eindruck mit der Kamera festzuhalten, lasse ich das Handy wieder sinken. Ich komme mir voyeuristisch vor. Die Aufnahme aus dem Flugzeug genügt.
Als wir nach gut 20 Kilometern an unserer Unterkunft ankommen, wirkt die Gegend solide. Um die Ecke finden wir ein Restaurant mit einer ansprechenden Speisekarte. Die Stimmung ist lebhaft, es ist gut besucht. Dass man Personal und Gäste im Grunde trotzdem an der Hautfarbe unterscheiden kann, irritiert mich. Die Apartheid ist seit mehr als 30 Jahren Geschichte – aber offenbar sind ihre Folgen noch lange nicht Geschichte.
In der Lodge empfängt uns der Portier dick angezogen, denn hier ist – ebenso wie in Botsuana – im Juli und August Winter und der Eingangsbereich entsprechend kühl. Nach den Tagen im Zelt und nächtlichen Temperaturen um die 10 Grad befürchte ich schon, dass ich in Afrika noch länger frieren werde.
Aber als er unsere Zimmertür öffnet, höre ich die Heizung bereits brummen.
Und das Schönste entdecken wir erst später:
Das Bett hat eine Matratzenheizung. 🤩
