Der hoffnungsvolle Blick in der Früh durch die Vorhänge enttäuschte uns. Grau in grau mit Aussicht auf Regen.
Naja, immerhin, denn würde der Wetterbericht zur Abwechslung mal stimmen, würde es des ganzen Tag in vollen Strömen regnen.
Also Plan B: Shoppingday.
Gestärkt vom Frühstück fuhren wir in die 20min entfernte Hauptstadt Victoria. Unser Ziel war der Victoria Markt. Planlos ging der Plan los und wir stampften durch die gut besuchten Straßen der Stadt bis wir, ehrlich gesagt eher zufällig, vor der großen Markthalle landeten.
Der Duft nach frischen Früchten, Gemüse und ein Lärmpegel ähnlich dem einer Fantribüne im Fußballstadion kamen uns entgegen.
Die bunte Farbenpracht der exotischen Obst- und Gemüseauswahl überforderte uns zunächst. Am liebsten hätten wir gleich alles probiert.
Eine frische Trinkkokosnuss war da als Apertizer gerade recht, bevor wir uns mit Mangos, Avocado, einer Bananen-Kokos-Marmelade und Vanilleschoten eindeckten.
Die Dame vom Mangostand drückte das vollgepackte Plastiksackerl Roli in die Hände und meinte, dass seine Frau 9 Monate lang etwas für ihn im Bauch tragen werde, somit muss er für sie alles andere tragen.
Gesagt, getan. Packesel Roli schleppte die Ausbeute dann mit letzter Kraft nach Hause, wo die Mangos gleich am Pool verkostet wurden.
Trotz des mittlerweile wieder angefangenen Regens schwamm Tanja noch ihre Runden im Pool.
Als am späteren Nachmittag dann doch die Sonne etwas durchblinzelte, packten wir schnell unsere Schnorchelsachen und machten uns auf zum Strand, denn ein Tag ohne Meer wäre ein verlorener Tag.
Die Sicht war ein bisschen getrübt, doch dann ein dumpfer Schrei und wildes Gewinke unter Wasser, um Rolis Aufmerksamkeit zu erlangen. Tanja hatte einen kleinen Weißflossen-Riffhai entdeckt, der gemütlich seine Abendessenrunden zog.
Roli musste zweimal blinzeln, um seinen Augen zu trauen. Schnell die Kamera aktiviert und schon verfolgten wir den Hai, der sich majestätisch durch das Wasser bewegte. Ein bisschen mulmig wurde Roli dann doch, als der kleine Beißer ein Stück näher kam, doch für sein Abendessen war Roli einen Happen zu groß.
Vermutlich hat er auch erkannt, dass auch Rolis Abendessenszeit nicht mehr weit entfernt ist und auf einen Kampf hätte er sich wohl nur ungern eingelassen.
Tief versunken in die Unterwasserwelt bemerkten wir den Sturm, der sich währenddessen über uns zusammenbraute, erst viel zu spät. Hohe Wellen und ein heftiger Regenguss brasselten auf uns ein als wir mit schnellen Flossenschwüngen den Strand erreichten und zum Auto liefen.
Klatschnass fuhren wir in Bikini und Badehose, mit Schnorchelmaske und Flossen in den Händen, zurück in die Unterkunft.
Bei dem Wetter setzten wir keinen Fuß mehr vor die Tür und daher gab's heute Take-away Pizza und Wrap zum Abendessen, die wir auf unserer Hotelterrasse mit Aussicht auf das verregnete Beau Vallon genossen.