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Bogota auf zwei Rädern - Geschichte, Kunst und ein explosiver Nationalsport

Veröffentlicht: 24.04.2025

Unterkunft
Airbnb
Ferienwohnung · Bogotá · Airbnb
Essen
Café Mundano
$ · Frühstück
Tour
Fahrradtour durch Bogotá
Tour · Bogota Biketours
Sehenswert
La Candelaria
Bogotá, Kolumbien
Attraktion
Palacio de Justicia
Bogotá, Kolumbien
Sehenswert
Congreso de la República
Bogotá, Kolumbien
Sehenswert
Catedral Primada de Colombia
Bogotá, Kolumbien
Tour
Tejo spielen in Bogotá
Aktivität
Essen
kleine Bar
$ · Snack

Die Luft in Bogotá ist frisch, fast kühl, als wir am frühen Morgen unser Airbnb im Stadtteil Santa Fe verlassen. Der Jetlag hat uns früh aus den Betten geholt und so machen wir uns auf den Weg, um uns einen Ort für unser erstes Frühstück in Kolumbien zu suchen. Der Stadtteil gilt als sehr sicher und wir genießen es, durch die noch leeren Straßen zu schlendern. Nicht weit entfernt, finden wir das Café Mundano. Ein niedliches Cafè mit nur zwei kleinen Tischen, einer Auslage mit kleinen kolumbianischen Backwerk und duftenden super leckeren Kaffee. Wir schieben uns auf die Bank hinter dem Tisch und genießen unser erstes Frühstück in Bogota. Die Hauptstadt liegt auf 2.640 Metern Höhe, und die dünne Andenluft mischt sich mit der geschäftigen Atmosphäre der Zehn-Millionen-Metropole. Während wir unseren ersten kolumbianischen Kaffee trinken, steigt die Vorfreude auf den Tag.
Heute erwartet uns ein ganz besonderes Abenteuer: eine Fahrradtour durch Bogotá. Ein Geschenk von Freunden zu Susis Geburtstag. Wir sind gespannt, ob unsere Fitness ausreicht, um an unserem ersten Tag auf dieser Höhe die bergige Stadt mit dem Fahrrad zu erkunden. Challange accepted :-)

Mit dem Uber geht es nach "La Candeleria" zum Anbieter "Bogota Biketours". In einem schönem alten Gebäude, mit unzähligen Bildern kolumbianischer Künstler und Künstlerinnen an den Wänden, werden wir herzlich empfangen und auch ein passedes Mountainbike ist schnell gefunden. Unsere Gruppe ist zunächst recht groß, wird dann aber, nach einer kurzen Einführung, in zwei kleine Gruppen aufgeteilt. Dann geht es los. Unser Guide Juan, ein energiegeladener kleiner Kolumbianer mit schier unerschöpflichem Wissen über seine geliebte Stadt, führt uns durch die Straßen.

Wir rollen durch La Candelaria, das historische Zentrum Bogotás. Die Kopfsteinpflasterstraßen sind gesäumt von bunten, mit kunstvollen Graffitis verzierten Häusern. Die Wandmalereien sind keine willkürlichen Kritzeleien – sie erzählen Geschichten. Geschichten von sozialem Protest, politischem Widerstand und Hoffnung. Juan hält immer wieder an, um uns die Bedeutung der Werke zu erklären. Manche sind Porträts bedeutender Persönlichkeiten, andere zeigen symbolträchtige Tiere oder abstrakte Muster, die auf die indigene Kultur Kolumbiens verweisen.
„Hier in Bogotá“, erzählt Juan, „war Graffiti früher streng verboten. Doch nach einem tragischen Vorfall im Jahr 2011, als ein junger Sprayer von der Polizei erschossen wurde, änderte sich alles. Die Stadt begann, Street Art als Teil ihrer Identität zu sehen. Heute ziehen Künstler aus aller Welt nach Bogotá, um hier ihre Spuren zu hinterlassen.“

Die Stadt hat sich heute zu einem Zentrum der Street-Art entwickelt, unterstützt durch relativ liberale Gesetze und eine tolerante Haltung gegenüber urbaner Kunst. Die Werke sind Ausdruck politischer Botschaften, sozialer Kritik und dem Wunsch nach Freiheit. Bekannte Künstler wie Toxicómano Callejero, Guache und DJ Lu, deren Werke oft kraftvolle Botschaften über Gerechtigkeit, Identität und gesellschaftliche Missstände vermitteln, lassen sich hier an den Wänden finden. Wir sind große Fans dieser Kunstform und könnten noch viel mehr Zeit damit verbringen, die unzähligen Werke an den Wänden der Stadt zu bestaunen. Es ist, als würde die Stadt durch ihre Wände sprechen.

Nach einem Stop am Obst- und Gemüsemarkt, wo wir heimische Früchte und die fantastischen riesigen Avocados kosten dürfen und mehreren Stopps an berühmten Bauwerken, Denkmälern und Plätzen,  in denen wir immer tiefer in die Geschichte Kolumbiens eintauchen, steuern wir auf eine weitere Station zu: eine traditionelle Kaffeerösterei. Kolumbien ist berühmt für seinen Kaffee, aber was steckt eigentlich hinter dem weltberühmten Exportprodukt? Wir betreten eine kleine, duftende Rösterei. Der intensive Geruch von frisch gerösteten Bohnen erfüllt den Raum. Ein Barista begrüßt uns mit einem breiten Lächeln und beginnt, uns in die Geheimnisse des kolumbianischen Kaffees einzuweihen „Kolumbianischer Kaffee ist so besonders, weil er auf Höhen zwischen 1.200 und 2.000 Metern wächst“, erklärt er. „Das kühle Klima der Anden sorgt dafür, dass die Bohnen langsamer reifen und so ihr komplexes Aroma entwickeln.“ Wir erfahren, dass jede Region ihren eigenen Charakter hat – von nussigen, schokoladigen Noten bis hin zu fruchtigen und blumigen Aromen. Besonders beeindruckend ist der traditionelle Verarbeitungsprozess: Die Bohnen werden von Hand geerntet, gewaschen, getrocknet und schließlich geröstet.
Wir probieren verschiedene Sorten, lernen, wie man die Aromen richtig wahrnimmt und lassen den Kaffee langsam auf der Zunge zergehen.

Mit dem Koffein im Blut und einer neuen Wertschätzung für die Kaffeekultur Kolumbiens setzen wir unsere Tour fort. Wir fahren vorbei an beeindruckenden Bauten und Plätzen, die Geschichte atmen. Wir passieren den Palacio de Justicia, das moderne Gerichtsgebäude am Plaza de Bolívar, Symbol für das kolumbianische Rechtssystem – ein Ort mit bewegter Vergangenheit, an dem 1985 ein dramatischer Angriff durch die Guerillagruppe M-19 stattfand. Nur wenige Meter weiter thront der imposante Congreso de la República, das kolumbianische Parlament, mit seinen klassizistischen Säulen, ein steinernes Zeugnis für die demokratische Entwicklung des Landes. Auch die Catedral Primada de Colombia, die größte und eine der ältesten Kirchen des Landes, erhebt sich am Platz. Zwischen Tauben, fliegenden Straßenverkäufern und Studentengruppen spüren wir, wie lebendig die kolumbianische Hauptstadt ist. Dann schwenken wir wieder in ruhigere Gassen ein, wo das Stadtleben etwas gemächlicher wirkt. Wir fahren zurück zum Ausgangspunkt und geben unsere Räder ab. Aber bevor wir unsere Gruppe verabschieden, steht noch etwas ganz anderes auf dem Programm: eine gemeinsame Runde "Tejo". Unser Guide lacht, als er erklärt, worum es sich dabei handelt. „Das ist unser Nationalsport – und er ist explosiv!“ erklärt er uns. Tejo ist eine Mischung aus Boccia und Schießen. Das Ziel ist es, ein metallenes Wurfgeschoss, das „Tejo“, auf eine mit Schießpulver gefüllte Zielscheibe zu werfen. Trifft man eine der mit Sprengstoff gefüllten Markierungen, gibt es ein lautes Knallen – und natürlich Punkte. Wir probieren es aus. Der erste Wurf geht daneben, der zweite ebenfalls. Doch dann – ein Treffer! Ein Knall hallt durch den Raum, begleitet von Applaus und Gelächter. Es ist ein Spiel, das Geschick erfordert, aber vor allem Spaß macht.

Als die Sonne langsam untergeht, endet auch unser erster Tag in Kolumbien. Voller neuer Eindrücke, Farben und Geschichten setzen wir uns in eine kleine Bar und stoßen mit einem kühlen Club Colombia-Dorada auf unseren ersten Tag der Reise an. Was für ein Start in unser sechsmonatiges Abenteuer!

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
1 Tag
Wetter
Frühling
Begleitung
Zu zweit (2)
KulturellKulinarischAbenteuerlich
  • Frühstück im Café Mundano in Santa Fe
  • Fahrradtour durch La Candelaria
  • Street Art und historische Plätze in Bogotá
  • Kaffeeverkostung in einer traditionellen Rösterei
  • Tejo als explosiver Nationalsport
Fahrradhelm
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