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10. Juli 2018

Und wieder klingelt der Wecker heute früh. Allerdings erst gegen 7 Uhr, denn zum Sunrise wollen wir heute nicht mehr fahren.

Früh am Morgen ist noch der Mond zu sehen

Nach dem Frühstück packen wir unsere Koffer, beladen den Jeep und checken aus.

Los gehts zum Kings Canyon

Der heutige Programmpunkt heißt: Kings Canyon! Laut google Maps haben wir nun eine rund 300 km lange Strecke durchs Outback vor uns. Für die Strecke ist eine Fahrzeit von über 4 h angegeben. Noch wissen wir nicht, ob das so stimmen wird. Dass die angegebenen Fahrzeiten über google maps auch mal deutlich daneben liegen können, erfahren wir erst am nächsten Tag.

Gegen 8 Uhr rollen wir vom Parkplatz und verlassen die Outback Pioneer Lodge. Zwar hatte die Unterkunft allenfalls Jugendherbergscharme – mit toten Käfern im Vorhang und ordentlich Dreck in den Lüftungsschächten – trotzdem hatte das Ganze irgendwie einen passenden Charme, wenn man bedenkt, dass wir mitten im „Nirgendwo“ sind. Passte also zum Outback.

Das Wetter ist ähnlich wie gestern. Morgens noch sehr frisch, aber der Himmel ist blau und es verpricht, ein sonniger und warmer Tag zu werden.

Outback - und ich dachte immer, das Outback wäre "rot"!?

Wir befahren den Lasseter Hwy in Richtung Alice Springs und fahren am Mount Connor vorbei, der von vielen Touristen fälschlicherweise schon für den Uluru gehalten wird, da er diesem sehr ähnlich sieht.
Kurz darauf biegen wir dann auf die Luritja Road Richtung Kings Canyon ab.

Mount Connor - sieht dem Uluru sehr ähnlich.....

Wir erreichen den Kings Canyon Parkplatz gegen 11:15 Uhr (wir sind also 45 Minuten schneller als Google Maps berechnet hat) und schauen uns die Hinweisschilder und Routen an. Bereits zu Hause haben wir schon entschieden, dass wir den Rim Trail laufen wollen. Ein nicht ganz einfacher Weg, aber landschaftlich einfach der Schönste. Zeit haben wir – eilen müssen wir uns nicht. Prima!

Der 6km lange Trail beginnt direkt mit einem sehr steilen Aufstieg über Natursteintreppen, alle unterschiedlich hoch, teilweise müssen wir auch über kleine Felsen klettern. Die Kinder sind Feuer und Flamme und kraxeln voraus. Boa, die Kondition möchte ich auch noch mal haben! Der Gatte und ich lassen es etwas langsamer angehen.

Kings Canyon Rim Trail - Es geht steil nach oben

Ich zähle 729 Stufen, dann ist der erste Aufstieg geschafft. Puhh, mir geht die Pumpe und es ist schon ganz schön warm. Zwar sind es nur 22 Grad, aber es ist windstill und die Sonne knallt – das perfekte Wetter zum Hiken! Wärmer muss es nicht werden. Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie man bei +30 Grad und mehr diese Strapazen auf sich nehmen kann.

Kings Canyon

Oben angekommen laufen wir teilweise entlang der Schlucht, zwischendurch aber auch querfeldein über Stock und Stein auf dem Felsplateau. Die Aussicht ist toll!

Da unten irgendwo ist der Parplatz
Kings Canyon
Auch hier finden wir Steintürmchen
Nach ein paar Fotostopps und ausgiebigem Mittagessen Stop, erreichen wir das Ende des begehbaren Felsplateaus und ich muss mit Schrecken feststellen, dass es keine Brücke auf die andere Seite gibt, sondern unzählige Treppen nach unten in die Schlucht. Und wer in die Schlucht runter klettert, darf auf der anderen Seite die gleiche Strecke wieder nach oben klettern, um auf das Plateau auf der anderen Seite des Canyons zu kommen. Oha, das war mir irgendwie nicht so bewusst...

Die Kids freuen sich – es geht abwärts in den „Garten Eden“. Den Abstecher bis ganz nach unten in den Garten Eden schenken wir uns aber. Das versprochende Wasserloch, welches zum Schwimmen einläd, hat nahezu kein Wasser, also geht’s direkt auf der anderen Seite per Treppe wieder nach oben.

Eine der Brücken




Ich habe aufgehört zu zählen... Ich glaube, ich habe heute insgesamt mehr als 2000 Stufen zurückgelegt – hätte ich doch mal den Schrittzähler aktiviert...
Der Weg nach oben zehrt nun doch an unseren Kräften. Da uns die Tour von gestern noch in den Knochen steckt, lassen wir uns Zeit. Es ist erst 12:30 Uhr, als wir das Plateau erklimmen, wir stehen also nicht unter Zeitdruck.

Weiter geht es entlang des Rims. Auch hier warten beeinruckende Aussichten auf uns. Einfach toll hier oben!

Treppen nach oben
An der Kante
Kings Canyon - sieht aus wie Blockschokolade
Kings Canyon
Die Wanderung Richtung Parkplatz und der Abstieg läuft nun quasi von selbst. Wir sind alle total begeistert vom Kings Canyon und wirklich froh, den anstrengenden Aufstieg gewagt zu haben. Es hat sich zu 100 % gelohnt!


Wir schaffen den gesamten Trail ganz entspannt nach ca. 3,5 Stunden und gönnen uns am Parkplatz ein kühles Getränk aus der Kühlbox und Sandwiches. Es gibt jetzt noch eine ganze Menge Touristenbusse, die anreisen. Ob die Touristen den Aufstieg jetzt noch wagen, bekommen wir nicht mehr mit.

Auch unsere nächste Unterkunft wird alles andere als eine Luxusherberge werden. Ich habe uns ein Mehrbettzimmer in der Kings Canyon Resort gebucht – allerdings nicht im Hotelbereich, sondern im Low Budget Bereich, der „Lodge“ neben dem Campingplatz.
Die Preisdifferenz zwischen Mehrbettzimmer in der Lodge und dem Doppelzimmer im Hotelresort lag bei unfassbaren 380 € für eine Nacht – da musste ich nicht lange überlegen.

Die Lodge liegt in der Nähe des Canyons. Unser Zimmer liegt in einem Gebäudetrakt direkt am „Feldrand“ mit Blick auf den Kings Canyon.

Kings Canyon Lodge - Budget Room
Ausladen
Unser Zimmer
Terrasse
Terrasse mit Ausblick
Kings Canyon

Vor dem Zimmer hüpft ein kleiner neugieriger Papagei im Sand herum und pickt nach irgendwelchen Körnern oder Samenkörnern.

Wir finden den Ort sehr idyllisch. Ist für uns quasi wie Camping, nur eben im Zimmer und nicht im Wohnmobil. Auf der anderen Seite des Gebäudes finden wir das Waschhaus mit Duschen, Toiletten und Waschbecken. Überall stechen uns die Warnschilder „Vorsicht Dingos“ und die Aufforderung „Don´t feed Dingos“ ins Auge.

Oha – hier lasse ich den Junior heute Abend besser nicht alleine auf die Toilette gehen.
Das Zimmer ist einfach, das Resort bewirbt die Lodge als „Backpacker Unterkunft“. Wir haben ein 5er Zimmer für uns alleine reserviert. Es gibt ein Waschbecken und einen kleinen Kühlschrank, ein Doppelbett und 3 Einzelbetten. Auf den ersten Blick sieht alles sauber aus. Ich versuche die 3 harmlosen Weberkneche an der Decke auszublenden und lasse dem Gatten das Bett in Spinnennähe. Die Kinder geben den Krabbeltieren noch Namen – wer´s braucht....

Wir genießen die letzten Sonnenstrahlen mit den Campingstühlen am Feldrand und schauen uns den Sonnenuntergang an.

Kings Canyon im Abendlicht von unserer Terrasse aus

Sobald die Sonne verschwunden ist, wird es wieder empfindlich kalt. Unsere Klimaanlage im Zimmer läuft im auf Heizfunktion. Auch hier in der Lodge gibt es eine große Halle mit Live Musik, vielen Tischen und Bänken, BBQ und alternativ auch Pizza im Barbereich nebenan.

Wir entscheide nuns heute Abend für Pizza. Gute Entscheidung! Geht nämlich wesentlich schneller, als das BBQ und die Halle ist rammelvoll! Wir genießen die Pizza und fallen kurz darauf hundemüde ins Bett.

Der Tag war doch anstrengender als gedacht.

Thekla, Günther und Franz, unsere 3 langbeinigen Untermieter an der Decke, bewegen sich glücklicherweise nicht vom Fleck und lassen uns heute Nacht in Ruhe – so mein persönliches Abkommen mit den Spinnentieren.

Ich tue euch nichts, ihr tut mir nichts!
Ich mag keine Spinnen.......


Für die Statistik:
Hotel: Kings Canyon Resort
Kosten: 90 € / Nacht im Mehrbettzimmer der Lodge (ohne Verpflegung)
Gefahren: 312 km
Tiersichtungen: kleine Papageien, Vögel, Weberknechte
Wetter: sonnig bis 22 Grad
Fazit: Anstrengend, aber absolut lohnenswert: der Kings Canyon Rim Trail!

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