Tag 7, 1. Mai, Elsey Nationalpark
Morgens um 6:45 zum Sonnenaufgang gingen wir los, auf eine 11km lange Wanderung mit Aussicht auf die Schlucht und durch den Busch. Es ging schnell zum ersten Aussichtspunkt...

Veröffentlicht: 03.05.2026












Morgens Frühsport gemacht und dann zum Sonnenaufgang um 6:45 losgefahren. Wir wollten früh los, um die Chance zu haben, auf bzw. neben der Straße Wildlife sehen zu können.
Aber leider gab es keine Kängurus oder Euros zu sehen. Nur ein Wildschwein. Und eine überfahrene, noch halb lebendige hochgiftige Rotbauchschwarzotter. Höhepunkt waren zahlreiche Sichtungen des Fassanenkuckucks (pheassant coucal), einem beeindruckend großen schön braun gefärbten Vogel. So fuhren wir mit 110kmh den Highway hinunter (schneller dürfen wir nicht fahren), schauten nach Vögeln, und gingen kurz in Tennant Creek einkaufen.
Die Fahrt ging durch den Outback des Northern Territories. Wir hatten eine Wüstenlandschaft erwartet, ähnlich wie in Namibia. Es war aber alles nicht nur sehr grün, wie nach den unerwartet starken Regengüssen im März zu erwarten, sondern auch recht bewaldet: Bäume und Büsche überall. Im Vergleich zu den ariden Gebieten Namibias und des Northern Cape in Südafrika regnet es hier eben doch viel mehr, deutlich über 200mm im Jahr (im Vergleich zu 180mm in Goegap). Das Land ist deshalb für Menschen so ungastlich, weil es hier so gut wie keine Wasserstellen gibt. Also keine echte Wüste für die Pflanzen, aber doch für Mensch und die meisten Tiere.
Nach fast 700km kamen wir um 15:30 in Karlu Karlu an.
Karlu Karlu, auf Englisch Devile`s Marbles, ist ein Gebiet von vielleicht 1000 Hektar, auf denen zahlreiche Monolithen von 1,5 Pillierenden alten Granitkugel liegen. Rot leuchtend, Granit abblätternd, in allen möglichen Formen, doch meist rund oder in Quadern oder Säulen. Erinnerte uns sehr an Goegap, dessen Berge ja auch aus 1,5 Milliarden Jahre alten roten Granit bestehen. Nur dass hier in Karlu Karlu die Erosion schon viel weiter ist: Von Bergen ist nichts mehr zu sehen, nur die Monolithe auf der ebenen Sandfläche. So wie Australien eben sehr flach ist, es gab auf der Fahr heute kaum Hügel zu sehen, kaum Steigungen, und schon gar keine Berge!
Der Campingplatz war gut besucht, hat aber außer toller Aussicht und Plumpsklos nichts zu bieten. Wir wanderten durch die Steinkugeln hindurch, viele so groß wie ein Haus, und bewunderten die Umgebung. An Tieren gab es aber nichts zu sehen, auch nicht auf einer Nachwanderung. Abends grillten wir, mit teuer gekaufter Kohle und Holz, das ich unterwegs neben der Straße gesammelt hatte; denn Brennholz gibt es hier nirgends zu kaufen.
