Tag 16, 10. Mai, Camooweal Billabong
6:00 aufgestanden. Für die Mosquitos war es jetzt zu kalt (obwohl wir gestern nach Alice Springs die Tropics of Capricorn wieder überschritten hatten), so dass ich Morgensport...


Veröffentlicht: 11.05.2026











Um den Sonnenaufgang am Billabong zu bewundern, schliefen wir bis nach 6:00 aus. Frühsport war endlich mal wieder möglich. Um 7:00 wurde erst der Himmel, dann das Wasser im Billabong blutrot: Ein herrlicher Sonnenaufgang.
Eigentlich war heute ein Tag mit kurzen Fahrzeiten: Gut 2 Stunden nach Mt Isa, dann weitere 3 Stunden nach Julia Creek, wo wir trotzdem erst gegen 16:30 eintrafen.
Schuld war, dass ich langsam fuhr und zu schnell kaute. Bei mehreren Roadkills hielt ich an bzw. fuhr zurück, auch bei Vögeln wie einem Fassanenkuckucks (pheassant coucal). Es ging abwechselnd durch Baum- und Grassavanne. Viel zu sehen gab es aber leider nichts, aber doch einen Höhepunkt: Ich entdeckte endlich Rote Riesenkängurus, ein knallrotes Männchen, das sich auch aufstellte und deutlich seine Männlichkeit zeigte, und ein graues Weibchen. Die Weibchen sind häufig einfach grau, haben aber im Vergleich zum Grauen Riesenkänguru eine andere, mehr rechteckige Kopfform, und breite schwarze Streifen an den Augen im Fell. Ich konnte die Tiere gut mit meiner Nikon fotografieren, aber als ich endlich zum Handy griff, hopften sie davon. Deshalb im Reiseblog, wo nur Handyfotos reinkommen, keine Bilder der roten Riesen.
Kurz danach viel plötzlich beim Kaugummikauen eine Zahnplombe raus. Für stolze 200 Euro liess ich sie mir in Mt Isa, einer Mienenstadt im Outback, wieder einsetzen. Mal sehen, ob das die Reiseversicherung zurückerstattet.
Fast 100km vor Mt Isa fuhren wir an dem Weltkulturerbe Riversleigh ab, wo Fossilien der letzten 30 Millionen Jahre gefunden wurden, einschließlich einiger Vertreter der vor 30 000 Jahren ausgestorbenen Megafauna, ausgestorbenen Koalas, und von Nagern, die vor 5 Millionen Jahren nach Australien gekommen sind. Ein paläontologischer Schatz! In Mt Isa besuchten wir ein Museum darüber, das aber sehr enttäuschend war: Modern aufgebaut erzählte es keine Story, moderne Darstellungen waren gemischt mit altmusealen Fossilenpräsentationen, einige Beschriftungen waren falsch oder irreführend. Viel Geld hat der Kurator hier vermasselt!
100km nach Mt. Isa kamen wir zu dem winzigen Ort Cloncurry, wo wir eine 4,5km langen Eco Trail ein trockenes Bachbett entlangliefen (2,25km retour). Der Weg und die Landschaft waren nicht schön, aber es gab doch einiges zu sehen: viele Regenbogenspinte, die einzige Bienenfresserart Australiens, eine Schlange (dünn und sandfarben, mehr sah ich nicht), Flinkwallabies, und Buntloris, herrliche Kleinpapageien, knallgrün mit rot-blauem Kopf.
Die Fahrt weiter nach Julia Creek war langweilig, der Caravan Park dort hässlich. Es gibt hier Quellen für ein Bad und eigentlich hatten wir ein privates Sundowner Bad gebucht, in Badewanne mit Aussicht auf die Savanne, aber da es bedeckt war und keinen Sonnenuntergang zu genießen gab, stornierten wir dieses 70 Euro teure Vergnügen. Aber nach zwei Tagen duschen im Camper und Strom von der Batterie, waren wir froh, verschwenderisch duschen und Strom verbrauchen zu können.
