Tag 17, 11. Mai, durch das Grasland Outback Queenslands nach Julia Creek
Um den Sonnenaufgang am Billabong zu bewundern, schliefen wir bis nach 6:00 aus. Frühsport war endlich mal wieder möglich. Um 7:00 wurde erst der Himmel, dann das Wasser im...


Veröffentlicht: 13.05.2026




















Kurz nach 7:00 verließen wir Julia Creek. Es lagen nur 350km Fahrt vor uns, 4 Stunden reine Fahrtzeit. Doch erst nach fast 7 Stunden kamen wir an.
Anfangs ging die Fahrt durch lichte Savanne mit ab und zu ein paar Bäumen und Sträuchern. Einige tote rote Riesenkängurus in verschiedenem Zustand der Verwesung waren neben der Straße zu sehen, aber nicht viele. Dann, endlich, sah ich lebende, diesmal ein größerer Mob, eine größere Gruppe, als gestern, etwa 50 Meter neben der Straße: Zwei große rote Männchen, zwei graue Weibchen und ein Subadultes Tier. Wahrscheinlich waren weiter hinten noch weitere, aber ich war so mit Fotografieren beschäftigt, dass ich das nicht genau weiß. Leider waren die Tiere scheu und sprangen nach einigen Minuten weg.
Gut 30 Minuten später der nächste Höhepunkt: Rosakakadus in den Bäumen neben der Straße. Und zwar viele hunderte, die ganzen Bäume waren voll. Direkt an einem Rastplatz, so dass wir die Tiere sehr gut in Ruhe fotografieren konnten. Scheu waren sie nicht, ab und zu flogen sie aber doch in einem riesigen Schwarm auf, um dann zurückzukommen. Einige landeten dann zum Grasen direkt am Rastplatz, wenige Meter von uns entfernt.
Durch Kängurus und Rosakakadus abgelenkt kamen wir gut eine Stunde später als gedacht in Richmond ein, der Zwischenstation. Der See dort, laut ChatGPT super zum Wassevögel beobachten, war ein Reinfall, eine tote Wasserwüste.
Aber das Kronosaurus Museum war ein Volltreffer. Vor 100 Millionen Jahren war hier ein seichtes Binnenmeer, ähnlich wie im Schwäbischen, und auch hier voller Ichthyosaurier, Plesiosaurier, und dem mächtigen Kronosaurus, ähnlich einem Mosasaurus. Gefunden wurden die Fossilien auf naheliegenden Farmen. Gründer des Museums war einer dieser Farmer, der im Audioguide enthusiastisch aber auch wissenschaftlich korrekt durch das Museum führte. Nach dem schlechten Museum gestern in Mt. Isa eine schöne Erfahrung. Nur 40 Australische Dollar, 24 Euro, sind schon eine rechte hohe Eintrittsgebühr für ein Museum, für das man etwa eine Stunde braucht.
Zurück auf dem Highway ging es gut 100km weiter nach Hughenden. Die Savanne wurde offener, wir fuhren durch weites Farmland, vor allem zur Rinderzucht benutzt. Und endlich sahen wir welche, die Vögel, nach denen wir schon seit gestern Ausschau gehalten haben: Wilde Emus, die großen Läufer, nach dem Strauß zweitgrößter Vogel der Welt. Nur 20m neben der Straße, hinter dem den Rindern geltenden Stachelzaun, waren drei der großen Vögel. Später sahen wir noch mehr, weiter entfernt, einmal inmitten einer Rinderherde. Nun hatten wir fast alles im Outback gesehen, was wir sehen wollten, nur Nymphensittich, Dornteufel und Kragenechse leider nicht.
In Hughenden waren wir kurz im lokalen Supermarkt, einen Spar, für Salatsosse and Cold Coffee. Dann bogen wir ab Richtung Norden, gut 60km zum Porcupine Nationalpark, wo wir 14:00 ankamen. Es gab vom Lookout auf dem Weg zum Campingplatz eine tolle Sicht auf den Canyon. Der Campingplatz ist sehr schön in Baumsavanne gelegen, die Plätze alleine für sich. Es gibt nur ein Plumpsklo, aber Dusche haben wir ja im Camper. Um 16:00 stiegen wir auf dem 3,5km langen (einschließlich Rückweg) kurzen Pfad in den Canyon hinunter, der hier weniger eng ist, als am Aussichtspunkt. Wir sahen eine tolle schlanke Schlange mit gelbem Kopf (Art muss ich noch bestimmen) und die „Pyramide“, eine pyramidenförmige Felswand aus buntem Sandstein.
Der Pyramide Campground an der Porcupine Gorge ist berühmt für Sichtungen des roten Rattenkängurus (rufous bettong), die sehr neugierig sein sollten. Es kam aber keines zum Camp. Immerhin, bei meiner ersten kurzen Nachtwanderung entdeckte ich eines mit meinem IR Suchgerät auf der Straße und konnte es dann im Busch auch sehr gut sehen und beobachten, aber nicht fotografieren. Auf dem IR Foto sieht man nur einen weißen Punkt. Und obwohl wir später noch ein zweites Mal losliefen, sollte es die einzige Sichtung bleiben.
