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Etappe 86: Von Kashan nach Abyazan

Am nächsten Morgen ging es für mich alleine weiter, da Gabriel mit seinem Knie nichts riskieren wollte. Während die drei gegen Nachmittag per Anhalter nach Isfahan fuhren, hatte ich zum ersten Mal im Iran eine Etappe mit ordentlicher Steigung vor mir. Auch landschaftlich war es heute noch "wüstenhafter". Umso unwirklicher erschienen die kleinen Oasendörfer, die sich als grüne Flecken inmitten der kargen Sandfläche behaupteten. Auf der Straße war kaum Verkehr, da die meisten Autos auf diesem Abschnitt die Hauptstraße bevorzugen. Beim Vorbeifahren an einer "Nuclear Facility" wurde ich zwar komisch beäugt, es hat mich aber niemand angehalten. Bei Natanz hatte ich schon 75 Kilometer und ca. 1200 Höhenmeter hinter mir, also höchste Zeit für eine Pause! Die Einheimischen waren Touristen definitiv nicht gewohnt und ich wurde in mehrere Gespräche mit Google Translate verwickelt. 15 Kilometer weiter führte die Straße an Bahngleisen entlang und wurde kaum noch von Autos befahren. Auf der Suche nach einem halbwegs geschützten Schlafplatz entschied ich mich für einen schmalen Streifen an den Gleisen hinter einer für Autos nicht passierbaren Unterführung. In der Nähe war eine gut gesicherte Anlage, die eine Fabrik, aber genau so gut ein Militärgelände sein konnte. Da wollte ich nicht zu viel Aufmerksamkeit erregen. Tatsächlich hatte ich bei meinem Zeltplatz Ruhe vor Menschen, nur leider hatten mich beim Kochen ein paar wilde Hunde entdeckt... Da es bereits dunkel wurde, wollte ich sie so schnell wie möglich mit lautem Hämmern auf meinen Kochtopf verjagen, was nur mäßig klappte. Nach einer Stunde standen sie wieder auf der Matte und bellten ohne Pause. Nach einer zweiten lautstarken Ansage meinerseits war zumindest die halbe Nacht Ruhe, die ab und zu vorbeifahrenden Züge waren das geringere Problem. Alles in allem keine besonders erholsame Nacht! 

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