Tomaten im Kopf und auf der Strasse
Die Nacht im Zelt war unruhig. Anja hat gestern am späten Abend gedacht, sie könnte bei unserem (Fr)Essmarathon auch gleich noch alles das trinken, was sie tagsüber nicht...


Veröffentlicht: 10.07.2025















Das Frühstück bei der lovely old Lady war wie erwartet. Wir bekamen Porridge, Toast, Orangenkonfitüre und Tee und das ganze mit feinstem Porzellan. Wir konnten uns natürlich nicht verkneifen den kleinen Finger abzuspreizen beim trinken - very english.
Wir nahmen die Räder aus dem Stall, hofften es hat kein Schaf dran geknabbert und fuhren Richtung Sheeps Head Lighthouse auf der Sheeps Head Peninsula. Das Wetter zeigte uns zum ersten Mal ein bisschen den irischen Küstennebel. Wir schoben ihn beiseite und machten uns auf eine 4 Kilometer lange Wanderung (Lighthouse Loop) entlang den Klippen. Einfach traumhaft die Farben, blau und saftig grün. Dank neuem super mega Sicherheitsschloss konnte es auch Anja geniessen und Rosi für einige Zeit allein lassen. Zurück bei Rosi, ja sie war noch da, nahmen wir eine hausgemachte Gemüsesuppe und feines irisches Sodabrot. (Das Brot ist megalecker vor allem mit viiiel Butter). Kalorien spielen uns keine Rolle, meist essen wir wie die Vielfrasse, alles was lecker klingt und worauf wir Lust haben. Wir achten überhaupt nicht drauf uns speziell zu ernähren, von wegen Banane und Co. Wir haben einfach Freude an allem was irisch ist und wir nicht kennen.
Unsere Fahrt auf der Sheeps Head Halbinsel geht weiter Richtung Bantry, wo wir ein Zimmer reserviert haben.
Natürlich ist es wieder ein recht anstrengendes Auf und Ab, es kostet Kraft bei der Hitze und die Strasse ist mehr ein holpriger Weg, aber recht einsam an der Nordseite der Halbinsel entlang. Ständiger Begleiter sind wilde Lilien, der ewige Geruch von Kamille (kann man schön finden, muss man aber nicht), hier und da ein Mäh von einem Schaf und das blaue unendliche Meer. Unendlich erscheint uns auch Bantry weit weg zu sein. Es ist wie mit den Fjorden in Norwegen, man sieht wo man hin muss, wo die Stadt ist, aber es erstreckt sich über 30 Kilometer bis ans Ende der Halbinsel. Schafpause einlegen mussten wir auch. Entweder sie, oder wir. Die Schafe haben gewonnen. Plötzlich kommen sie durch die enge mit Steinen links und rechts abgesperrte Strasse. Vollgas und alles aus dem Weg. Mäh! Was für ein Leben!
Bantry macht den Eindruck, als wäre die Zeit stehen geblieben, eine Metzgerei, ein Haushaltwarenladen, ein Fotogeschäft (die entwickeln dort sicher noch richtige Filme und so vieles mehr, was bei uns schon lange nicht mehr existiert. Wir holen uns zwei riesige Portionen Fish&Chips, essen die direkt am Hafen und machen es den Iren gleich und feiern im nächsten Pub mit einem Guinness und Applecider den warmen Sommerabend im Garten - gefühlt sorgenfrei, leicht und fröhlich.
Unser Bed & Breakfast ist fast in der Stadt gelegen, auch wieder sehr schön mit vielen Blumen drumherum und einem sehr schönen Zimmer.
Route: Ahakista - Bantry
Kilometer: 57
Höhenmeter: 988