15.Tag Sonntag
Die Nacht war etwas unruhig - bin durch plötzliches lautes GerÀusch wachgeworden und hörte dann neben dem Zelt leises scharren ,rupfen, knabbern und mahlen. Hörte sich an wie...

Veröffentlicht: 20.08.2018
Heute morgen konnte ich wieder mitlaufen. Meine Zerrung ist ausgeheilt. đ
Als wir  um 6:30 an der Kirche vorbeikamen, waren groĂe Gruppen von Frauen  davor und sangen und streuten Blumen und Zweige auf den Weg.
SpĂ€ter erfuhren wir im Krankenhaus, dass eine alte Malawianische Ordensschwester  gestorben war. Sie hat dieses Krankenhaus wohl maĂgeblich mitaufgebaut. Der ganze Tag stand im Krankenhaus im Zeichen dieser Beerdigung. Ăberall fehlte Personal ,welches auf der Beerdigung war. Selbst der Klinikchef Dr Mbeya war den ganzen Vormittag nicht zu erreichen.
Wie wir nachher erfuhren, war eine groĂe Zeromenie in der Kirche ,selbst der Bischof war anwesend. Der ganze Tag wurde gebetet, geweint und gesungen. Schade , dass ich es nicht frĂŒher gewusst habe, sonst wĂ€re ich gerne in der Kirche vorbei gegangen.
Ansonsten heute normaler Behandlungstag. Im Behandlungsraum ist es jetzt eng geworden, da Felix und Jenny jetzt mit dabei sind.
Die Behandlungen sind jetzt eingespielt. Die Patienten sagen immer genau welchen Zahn sie extrahiert haben wollen. Nur wenige wollen eine FĂŒllung haben. Meist laufen sie schon monatelang mit Schmerzen herum.
 Die Schmerzschwelle ist hier sehr hoch. Die wenigsten zeigen Schmerzen, obwohl wir natĂŒrlich immer gut betĂ€uben.Â
Auch die Hebamme und KinderĂ€rztin berichten von Geburten, bei denen die Frauen nicht schreien dĂŒrfen, sonst werden sie von den anderen ( auch vom Personal ausgelacht ).
Die Rangordnung  des Personals und der Patientn ist hier extrem zu spĂŒren. Unter den Farbigen ist das erschreckenderweise stark ausgeprĂ€gt. Die Leute, die eine Ausbildung oder sogar ein Studium haben, behandeln die anderen herablassend. Das Personal ist weder einfĂŒhlsam noch kĂŒmmert es sich besonders um die Patienten. FĂŒr die Versorgung ( Essen, Pflege) sind die Guardians ( Angehörigen) zustĂ€ndig. Viele  Angestellte sind  unmotiviert  stehen rum und spielen lieber mit ihren Handy.đŹ Pflichtbewusstsein ist hier ein Fremdwort.
Als EuropÀer ist das Arbeiten hier frustrierend nicht nur  wegen der fehlenden Mittel sondern auch wegen des Personals.
Wer weitere Informationen ĂŒber das Krankenhaus haben möchte hierÂ
ein Link  https://www.dieflohrsinmalawi.de/das-krankenhaus/