Wir haben mal wieder eine spannende Woche hinter uns.
Der Sonntag startete direkt mit unseren ersten Grizzlybären. Wir sahen eine Mama und ihre zwei kleinen Jungen am Straßenrand. Die Mama hat sich überhaupt gar nicht für uns interessiert, weshalb wir ganz in Ruhe die Bande beobachten konnten. Die beiden kleinen haben herumgetollt, während die Mama ganz schön ordentlich viel Gras gefressen hat. Die Vorbereitungen für den Winter laufen wohl auf Hochtouren.
Direkt nach der Grenze zum Yukon Territory haben wir in Watson Lake einen Stop beim Sign Post Forest gemacht. Aus aller Welt hängen hier Schilder - egal ob Nummernschilder, Namenstafeln oder Ortsschilder.
Deutschland ist natürlich besonders zahlreich vertreten.
Am Montag machten wir einen Schlenker zum Carcross Desert. Der Name ist irreführend, denn es ist keine Wüste, sondern eine riesige Sanddüne. Aber trotzdem spannend, dass mitten im Land plötzlich eine Sanddüne erscheint. Diese Entstehen tatsächlich von riesigen Gletschern, welche vor Ewigkeiten abgeschmolzen sind und das sind die Überbleibsel aus dem Gletschersee.
Am nächsten Tag schauten wir uns Whitehorse an, machten ein paar Erledigungen und am Abend hatten wir einen aufregenden Termin. Es war unser zweites Interview bei einem Resort, bei welchem wir uns beworben hatten.
Das persönliche Gespräch verlief gut und wir haben direkt eine Zusage erhalten!
Einziger Haken: Julian muss den kanadischen Führerschein der Klasse 4 (Busse bis 24 Personen, Taxis, Krankenwagen) erwerben, damit er Gäste transportieren darf. Da er die Prüfung vorher ablegen muss, haben wir das direkt am nächsten Morgen erledigt, denn unser Roadtrip ist ja noch nicht zu Ende.
Julian hat also am Abend und am Morgen Theorie gelernt und am nächsten Morgen die theoretische Prüfung abgelegt und natürlich hat er Bestanden ;-) Jetzt muss er nur noch eine praktische Fahrprüfung bestehen, damit er den Führerschein bekommt.
Das sollte er hoffentlich schaffen, damit unserem Arbeitsverhältnis in Whitehorse, Yukon nichts mehr im Weg steht. Die Fahrprüfung wird er dann ablegen, wenn wir von Alaska zurück sind.
Wir werden in einem kleinen Luxus Resort arbeiten, Julian als Tourguide und Franzi als Allrounder im Housekeeping, Kitchenhand und ggf. Service. Die Bezahlung ist höher als Mindestlohn von 18,50 CAD (was schon unsere Erwartungen übertrifft), plus wir bekommen 20% zugesichtertes Trinkgeld plus ggf. zusätzliches Trinkgeld. Außerdem zahlt man in Yukon nur 6,4% Steuern, das ist uns gerade Recht.
Die Gäste sind wohl alles gut betuchte Amerikaner und Kanadier und die sind immer sehr spendabel bei Trinkgeldern. Wir werden sehen bei wie viel wir am Ende raus laufen.
Luxus Resort ist vielleicht nicht das wo wir uns gesehen hätten aber eher noch das als ein riesen Skiresort.
Die Wintersaison geht hier 8 Monate und startet für uns Mitte August. Wir werden wohl voraussichtlich 6 Tage die Woche arbeiten und werden keinen Urlaubsanspruch über die Zeit haben. Ganz schön anstrengend, aber wir hoffen, dass wir das zusammen meistern.
Yukon ist weltweit der beste Ort für Polarlichter und das Resort ist genau darauf ausgelegt und bietet jeden Abend Lagerfeuer an. Wir haben bisher noch nie Polarlichter gesehen, daher freuen wir uns darauf besonders!
Wir sind gespannt wie es für uns wird 8 Monate an einem Ort zu leben und viel zu arbeiten aber wir haben auch eine kleine Liste, mit Aktivitäten die wir im typischen Kanadischen Winter ausprobieren wollen. Darauf steht z. B. Skifahren, Langlauf, Schneeschuhwandern, Schneemobilfahren...
Auf die Temperaturen sind wir auch gespannt - wir wissen nur, dass es seeehr kalt wird.
Nach der Theorieprüfung sind wir dann direkt weiter zum Kluane Nationalpark. Wir sind am Nachmittag noch 15 Kilometer auf dem Auriol Trail gewandert und am Abend waren wir bei einem Talk über Gletscher mit einer Gletscherforscherin aus Kanada.
Ein paar spannende Punkte, die wir mitgenommen haben:
- Der Kluane Nationalpark gehört mit 3 anderen weiteren zusammenhängenden Parks zu der größten geschützten Fläche weltweit.
- Das Icefield im Kluane Nationalpark ist das größte nicht-polare Icefield weltweit
- Die Gletscher in Alaska inkl. Kluane Nationalpark haben in den letzten 20 Jahren am meisten Eis weltweit verloren
- Gletscher können aus Eis mit verschiedenen Temperaturen bestehen und werden auch so kategorisiert (warm, kalt und gemischt). Die Temperatur ist unabhängig vom Ort. Hier gibt es zum Beispiel jede der Kategorien
- Gletscher fließen - mal schneller und mal langsamer und man kann an ihnen die Klimaveränderungen vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte ablesen
- Der Frierungsprozess von Schnee zu Eis erzeugt Wärme: bei 1g Schnee der friert, wird so viel Wärme erzeugt, dass die Temperatur von 160g Eis um 1 Grad erhöht wird.
Am nächsten Morgen machten wir noch eine Wanderung im Kluane Nationalpark. Auf dem Sheep Creek Trail kann man mit Glück Dallschafe sehen. Wir haben aus weiter Ferne eins sehen können. Der Blick auf den Kaskawulsh Glacier war auch cool. Die restlichen Gletscher liegen alle hinter eine Bergkette, sodass man vom Highway oder einer Wanderung aus keinen davon sieht.
Der Kluane Nationalpark hat übrigens die höchste Dichte an Schwarz- und Grizzlybären in
Kanada aber wir haben tatsächlich keinen einzigen gesehen - noch nicht mal an der Straße.
Und dann war es so weit: am Freitag überquerten wir die Grenze zu Alaska. Wir hatten etwas bedenken wie das Ganze ablaufen wird, weil wir ja ein kanadisches Auto haben etc. Aber der Grenzbeamte war super nett und außer unseren Fingerabdrücke wollte er auch nichts von uns wissen. Theoretisch darf man keine frischen Lebensmittel einführen und wir hatten deshalb natürlich keine dabei aber er hat die Info über Lebensmittel einfach weggewischt und sich nicht dafür interessiert.
Nach 10 Minuten waren wir über der Grenze.
Landschaftlich hat sich erst mal nicht viel verändert. Nur die Tundra mit ihren niedrigen Bäumen war weitläufiger.
Alaska ist der größte amerikanische Bundesstaat und beherbergt über 15.000 Gletscher. Wir werden hoffentlich ein paar davon aus der Nähe sehen. Auch wenn Amerika nie auf unserer Liste stand, haben wir richtig Lust Alaska zu erkunden. An Miles, Miles per Hour und die Gallone zum tanken haben wir uns nach 2 Tagen noch nicht gewöhnt.
Wir haben den Alaska Highway nach 2023 Kilometern verlassen und wir hatten wirklich die beste Zeit. Landschaftlich hat es uns sooo gut gefallen - die endlosen Wälder, gigantische Flüsse und die Tierwelt natürlich. Tiere die wir sonst nur aus Dokus und Tierparks kennen.
Heute ging es für uns zum Worthington Glacier und nach Valdez. Die Laich Saison der Lachse hat gestartet und das besondere ist, dass man zum einen die ganzen Lachse sehen kann, aber eben auch andere Tiere, die Lachse essen und teilweise Bären an die Flüsse zum fischen und essen kommen. Dafür gibt es bekannte Spots und einer ist bei Valdez.
Im Visitor Center wurde uns direkt gesagt, dass die Lachse spät dran sind da der Sommer richtig kühl bisher war. Ein paar Lachse sind aber da und Seelöwen wären wohl auch da.
Im starken Nieselregen sind wir am Spot angekommen und da waren so ungefähr 10 Seelöwen und die waren doppelt so groß wie in Neuseeland. Ein paar Otter haben wir auch gesehen. Heute Nacht stehen wir direkt an diesem Spot, mal sehen welche Tiere noch vorbei kommen.