2024-11-27 Udaipur und Jodhpur, Indien
Udaipur, Ranakpur Tempel und Jodhpur


Veröffentlicht: 04.12.2024































































































































Nun geht es zur Wüste Thar, an die Grenze zu Pakistan.
4.12.24 Jodhpur-> Bus Jaisalmer, 270km, 5:30h. Es ist angenehm, dass ich erst nach 9 Uhr einen Bus gebucht habe. So kann ich in Ruhe frühstücken und noch datteln. Mit dem schweren Rucksack geht es zum Marktplatz. Ich kaufe Milch und fahre mit dem Tuk Tuk zu Bombay Motors. Hier steht schon mein gebuchter Bus und ich kann in Ruhe meinen Sitzplatz Nr.6 belegen. Leider muss ich auch meinen Rucksack da unterbringen. Das Zelt und den Schlafsack kann ich in einen anderen Nische legen. Von der Fahrt gibt es nicht viel zu berichten. Ich versuche immer mal wieder Fotos zu machen, der war häufig verwackeln. Nach der 10-minütigen Mittagspause in Pokaran ist der Bus so voll, dass sich kaum auf meinen Sitzplatz zurückkomme. Im Gang entbrennt eine sehr lebhafte Diskussion, bei der ich kurzzeitig befürchte, dass sie in einer Schlägerei endet. Aber dann kehrt wieder Ruhe ein, und nach und nach wird der Bus wieder leerer. Wir fahren Kilometer lang an Steinlagern vorbei, die vermuten lassen, dass sehr große Steinbrüche sind. Der Landschaft sieht man an, dass wir der Wüste näher kommen. In Jaisalmer muss ich nur 800 m zum Hotel laufen. Ich bekomme ein ruhiges Zimmer nach hinten heraus. Von der Dachterrasse, auf der auch ein Restaurant ist, kann ich über einen Parkplatz direkt auf die Burg gucken. Es fällt mir schwer nach dem Nickerchen mich zu einem Spaziergang aufzumachen. Der Eintrag, Sunset Point, in der Karte motiviert mich aufzubrechen. Ich hätte auch nicht später losgehen dürfen um die Sonne noch verschwinden zu sehen. Zurück geht es durch die lebhafte Stadt am Markt vorbei. Immer wieder ist auch Wasser auf der Straße. Ich muss sehr aufpassen, dass ich mit meinen Sandalen keine nassen Füße bekomme. Zum Abendessen bestelle ich mir Curry mit Cashewkerne und Reis auf der Dachterrasse. Ich liege schon auf dem Bett, da ruft Ulla noch an, was mich sehr freut.
5.12.24 Jaisalmer, 2 Rundgänge und Lichtershow am See. Ich habe unruhig geschlafen, weil die Bettdecke zu warm war, bis ich auf die Idee kam, nur den Bezug zu nutzen. Heute morgen bin ich nicht so motiviert mich zum nächsten Fort aufzumachen. Aber nur auf dem Zimmer hocken ist ja auch keine Alternative. Nach dem Frühstück von einem Omelett und einem Toast mit Milchkaffee geht es mir leider auch nicht besser. Es zwick im Magen. Ich laufe hoch zum Fort durch die großen, verwinkelten Stadttore und besichtige den südlichen Teil. Die Angebote der Führer lehne ich ab, wobei ich darüber nachdenke, ob es nicht doch auch mal schön wäre mit Führung durch die Altstadt zu laufen. Ich besichtige dass Baa ri Haveli und die beiden alten Jain Tempel. Nachdem ich im Westen den Baum auf der Stadtmauer erreicht habe, drehe ich um und mache eine Mittagspause auf dem Zimmer. Der Magen beruhigt sich etwas. Gegen 14:30h breche ich wieder zum Fort auf. Auf dem Weg hole ich Geld bei der SBI und finde einen Bäcker mit Brot. Kaufen noch ein paar Möhren, doch als ich eine davon probiere, zwickt es wieder im Bauch. So esse ich lieber nur das Brot. Ich besichtige den westlichen Teil des Forts und schaue dabei den Bauarbeitern zu, wie sie zu zweit große lange Steine tragen. Dann laufe ich zum See und ruhe mich erst einmal aus. Bettelnde Kinder wecken mich und Jugendliche kommen für ein Foto auf mich zu. Langsam geht die Sonne unter und die Farben verändern sich. Nach Sonnenuntergang muss ich noch eine Stunde warten bis die Lichtershow beginnt. Ich lese etwas und sortiere Bilder. Zwischendurch muss ich aufstehen, weil der Hintern schon weh tut. Mit einem Aha aus dem Publikum beginnt die Show. Die Bilder werden in die Wasserfontäne projiziert und sind im wahrsten Sinne des Wortes etwas verschwommen. Erzählt wird die Geschichte von Jaisalmer. Danach gibt es noch schöne bunte Wasserlichtspiele zur Musik. Zurück gehe ich über einen Feldweg. Es ist etwas unheimlich, weil es dunkel ist und außer mir hier keiner geht. Auch die Gassen im Ort sind dunkel. Teilweise sitzen Leute vor dem Haus. Mit dem Hotelier mache ich die Kamelsafari für morgen fest. Er hat noch keine Kleingruppe zusammenstellen können und will deshalb 3500R von mir. Wir einigen uns auf 3000R.
6.12.24 Jaisalmer, Haveli Patwa und Camel-tour. Heute gehe ich zum Frühstück in das Restaurant hinter dem ersten Stadttor. Der Milchkaffee und das Bananen Omelette ist hier etwas teurer, als auf meinem Dachrestaurant, dafür sitze ich schon in der Sonne und habe einen schönen Blick auf das Fort. Als ich mich verabschiede meint der Kellner, das ist im Palast wenig zu sehen gibt, und die meisten nur wegen der Dachterrasse dorthin gehen. Daraufhin ändere ich meine Pläne und gehe Richtung Haveli. Am Straßenstand esse ich noch eine Portion Reis. Dann entschließe ich mich spontan eine SIM-Karte zu kaufen, weil ich im nächsten Quartier kein WLAN habe. Das ganze ist aber so kompliziert, dass ich eineinhalb Stunde in dem Laden verbringen muss. Das habe ich nicht gewusst, sonst hätte ich wahrscheinlich darauf verzichtet. Das Haveli besuche ich mit einem Führer, der mir auch ein bisschen mehr erzählt, als ich aus dem Reiseführer weiß. Aber er geht mir zu schnell durchs Haus, so dass ich hinter noch alleine eine Runde drehe und mir mehr Zeit nehme. Der Guide bringt mich auch noch zu dem Laden einer Frauenkooperative, in dem Männer! ihre Handarbeiten verkauft. Da gibt es schon schöne Sachen zu kaufen, ich halte mich aber, wie immer, zurück. Auf dem Zimmer esse ich Reste von gestern packe den Rucksack und machen noch ein kleines Nickerchen. Kurz nach 2 fährt der Cousin mit dem Sieb mit mir in die Wüste. Erster halt ist an einem Hof wo seine Schwester und sein Schwager mit einer großen Familie leben. Acht oder neun Kinder stürmen auf mich ein aber auch der Großvater/ Schwager hat einiges zu erzählen. Schließlich Folge ich den Kindern ins Haus. In einer Hecke sind Decken und Matratzen gestapelt, gleich daneben sind Küchenutensilien und die Ziege wird rausgescheucht. Auf dem Lehmboden schreibt ein Mädchen? ihren Namen. Ich schreibe meine daneben und der wird kopiert. Die Mutter und eine andere Frau kommen dazu, ich bekomme einen Tee und wir machen Fotos. Dann geht es noch ein Stück weiter mit dem Sieb bisher einen Mann mit drei kamelen treffen. Er packt einen Kanister Wasser vom Kamel und ich darf aufsteigen. Das Wasser wird jetzt mit dem Jeep zum Camp gebracht, außerdem kommen noch zwei Köche mit. Also ich beschäftige vier Leute Personal. Eine Stunde führt der Kamelmann Santos zu fuß die Caravane an. Ich reite auf Layla. Es geht vorbei an Windrädern, einem Tempel und durch Buschland. Das Ziel sind große Sanddünen. Drei Steine, eine Feuerstelle, Töpfe und einige Küchenutensilien auf der einen Seite, und etwas weiter drei Bettgestelle und reichlich Decken. Das ist die Ausrüstung des Camps. Zuerst gibt es natürlich Tee und ich drehe eine Runde durch die Dünen. Dann gibt es bunten Puffreis in Buchstabenform und Reis Bali. Ich mache wieder viele Bilder zum Sonnenuntergang und wir sitzen noch lange am kleinen Feuer. Ein Gespräch mit Ihnen kommt aber nicht so richtig zustande, dafür müsste ich wohl aktiver sein. Außerdem haben sie sich untereinander viel zu erzählen. Sie rätseln darüber, warum nach Covid die Touristenzahlen nicht wieder auf das vorherige Niveau angestiegen sind. Der Tourismus ist natürlich ihre Haupteinnahmequelle. Ich soll allen erzählen, wie schön es hier ist, und ihr könnt es ja auch selber in den Bildern sehen. Die Inder schlafen im Sand auf Decken, ich nutze eins der Bettgestelle. Bis sich alles für mich gerichtet habe, sind die ersten schon am Schnarchen. Ich wickle mich in eine Decke ein und drüber kommt eine dicke Bettdecke. Santos legt mir zu Sicherheit noch eine zweite Bettdecke drüber. Noch scheint der Mond hell, aber es sind trotzdem verschiedene Sternbilder wie der große Wagen und Orion zu sehen. Auch die Milchstraße kann man ahnen. Noch habe ich kalte füße aber ich schlafe schnell ein. In der Nacht kann ich dann die Socken ausziehen, weil mir richtig warm ist. Ich versuche den Abend Himmel mit dem Handy festzuhalten. Ein paar Punkte sind im schwarz zu erkennen. Mehrere Hunde haben sich zu uns gesellt. Manchmal knurren sie, ansonsten ist es ruhig und ich schlafe gut, während Orion immer weiter nach Westen wandert.
7.12.24 in der Wüste bei Jaisalmer, Rückweg mit Kamel und Jeep, Motorradtour zu den Grabmalen und dem verlassenen Dorf, 50km. Unter den Decken war es schön warm und den Kopf habe ich mit dem Buff geschützt. In der Nacht kann ich gut beobachten, wie jedes Mal, wenn ich wach werde, Orion ein Stück weiter nach Westen gerückt ist. In der Zeit von der ersten Dämmerung, bis zu den ersten Sonnenstrahlen, vergeht mehr als eine Stunde. Alle wachen nach und nach auf und ich bekomme schon einen warmen Tee, dann Obst und später noch warme Nudeln, die meinen Hunger stillen. Zwischendurch gehe ich auf die Dünen fotografieren und entdecke kleine Spuren im Sand. Santos geht die Kamel holen, die über Nacht zum Fressen herumlaufen durften. Dann bringt mich Layla zurück bis zu den Windrädern. Ich verabschiede mich vom Camelman mit 200R. Wir fahren mit dem Jeep zur Siedlung. Die Kinder bekommen Bonbons und die Köche ein Trinkgeld. Die Familie fährt mit in die Stadt. Ich mache Mittagspause und leihe mir dann ein Motorrad.(500R+300R Sprit) Es hat Automatik und lässt sich leicht bedienen. Denk dran: immer links fahren! Das klappt ganz gut. Zuerst muss ich zur Tankstelle und 3 Liter einfüllen lassen. Ich komme gut aus der Stadt und es geht über die Landstraße zu den Grabmalen Bada Bagh. Den Eintritt von 300R finde ich etwas übertrieben, so viel gibt es hier nicht zu sehen. Nach einer Stunde fahre ich weiter. Auf der Landstraße ist eine große lange Baustelle. Manchmal wirbeln die Autos viel Staub auf und ich muss auf Kanten und Schlaglöcher aufpassen. Und dann gibt es noch die Drempels, die ich meistens übersehe. Der verlassene Ort, Kuldhara, ist viel größer als ich dachte. Kaum vorzustellen, dass so viele Menschen einfach über Nacht wegziehen, und niemand weiß wohin? Ein paar Häuser wurden wieder aufgebaut und Frauen verputzen sie mit bloßen Händen mit Lehm. Zweimal werde ich von Gruppen für Fotos angesprochen. Es sind jeweils kurze nette Begegnung mit den Indern. Ich bin müde und sehne mich nach einem ruhigen Ort. Mir fällt der Sonnenuntergangsberg vor Jaisalmer ein. Dort setze ich mich und diktiere Tagebuch, bis die Sonne untergeht. Die Rückgabe des Motorrads zieht sich etwas in die Länge, ich bekomme einen Tee und man hofft, dass ich vielleicht noch Textilien kaufe. Geschäftstüchtig sorgt der Inhaber in der Zwischenzeit für eine gute Bewertung meinerseits bei Google. Ein paar Meter weiter ist ein Weinshop. Hier kaufe ich mir zwei große Biere um den tollen Tag zu begießen. Nach dem Abendessen auf der Dachterrasse bekomme ich von Ralf neue Reisetipps zu Goa und Kerala. Dann falle ich müde in mein Bett. Was für ein voller Tag!
Morgen geht es nach Goa und ich starte einen neuen Post
