Adios Komfort! / ¡Holla Santiago
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Irgendwie alleine und doch zusammen

Veröffentlicht: 20.09.2018

Heute hatten wir einen besseren Tag. Schon um 5:40 Uhr aufgebrochen und fast 2 Std. mit Taschenlampe in die Berge gelaufen. Fiona hat sich einiger Maßen erholt und der Gang bei normalen Temperaturen macht ihr nicht viel aus. Nur die Mittagshitze ist schlimm für sie. Heute um 12 Uhr waren wir schon 20 km weiter in Puente lassen Reina und alles ist gut. Mittags haben wir über eine Stunde Pause gemacht und weitere 5 heiße km hinter uns gebracht.  Fiona brauchte bei der viele Pausen aber alles geschafft. Diesmal hat sie sich auch viel schneller erholt als gestern. Nur ihre Ballen sind etwas zerkratzt und empfindlich. Das macht mir Sorgen. Morgen haben wir uns schon um 5 Uhr verabredet um los zugehen. Also gehen wir gleich früh schlafen. Heute schlafen Fiona, Irina und ich überdacht bei einer Wasserquelle mitten in der Kleinstadt Maneau. Wie es der Zufall so will, haben wir hier unseren Pastor Rendy aus NY wieder getroffen. Heute erzählte er mir, dass sein Grund für den Camino ist, da er mit seiner Frau keine Kinder bekommen kann. Seine Frau wird sich ihm anschließen in einer Woche und ab da gehen die zusammen weiter. Er will adoptieren, sie aber nicht. Deshalb gibt es Schwierigkeiten die er auch als Pastor nicht weiß wie er die zu bewältigen hat. Alle ❤️ sind hier offen und jeder erzählt offen seine Geschichte, ohne Verschönerung und Verzehrung. Das trifft man nur selten im waren Leben. So ist mir nun klar, warum ich eine Freundin von mir so schätze. Sie ist eine von diesen vielen offenen Herzen, obwohl sie den Camino nicht erlebte. Jul4ik, ich muss hier oft an dich denken und bin dankbar dass ich dich kenne.

Heute habe ich das erste Mal einen Stand gesehen, mitten im Nirgendwo, mit Saft, Früchten ect. Irgendwelche Hippies machen das und nehmen dafür nur eine Spende ein. Alles mit viel Liebe und Sorgfalt vorbereitet. Unglaublich! Sieht euch die Bilder an!

Jeder erlebt hier seinen Weg wie er es mag. Die einen sind zu müde und nehmen ein Taxi bis zum Zielort. Die anderen lassen ihren Rucksack transportieren von Ort zu Ort. Die anderen nutzen seinen Partner als Transportmittel, der seinen eigenen Rucksack und den des Partners trägt. Und heute haben wir so gelacht, da eine unserer Italienischen Madames während der Pilgerung in ein Beautycenter gegangen ist und sich dann mit dem Taxi in die Herberge bringen lassen hat. Jedem den seinen Camino.

Also Wäsche ist gewaschen, wir sind geduscht. Mehr braucht man nicht für sein Glück auf dem Camino. Jedenfalls für uns. Wir gehen gleich schlafen, denn morgens müssen wir früh aufbrechen. Ich vermisse meine Familie und ab nun habe ich nicht nur Sorge um Fiona, eigene Schmerzen, sondern wünsche meine Familie wieder zu sehen. Aber das wird meine Belohnung nach einer langen Reise. 

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Antworten (3)

Vladimir
Wir vermissen dich auch meine Liebe. 😙 aber sind auch sehr neidisch 😊

Julia
Ich freue mich, dass es euch besser geht!!!😉

leonid
tscha, wir sind auch eher neidisch...