Elternzeit in USA und Kanada

Woche 1: Anreise nach New York City, Amish Country und Washington DC

Seit einer Woche sind wir nun in den vereinigten Staaten unterwegs. Heute sind wir bei meiner Freundin Kate in Harrisburg, Pennsylvania angekommen. Die Wäsche wirbelt im Trockner herum, Maurice spielt und ich finde zum ersten Mal etwas Ruhe und Muse, um einen Eintrag zu verfassen.

Anreise

Unsere Reise begann am 05. Mai, als wir mit dem Zug nach Frankfurt am Main fuhren. Jeder von uns trug einen Rucksack, wir hatten  zwei große Koffer, Maurices Reisebett und den Kinderwagen dabei. Im ICE hatten wir ein Kleinkindabteil für uns allein und konnten uns breit machen, Maurice konnte sogar auf dem Boden etwas krabbeln - tolle Sache! 

Den Check-in und den erforderlichen Corona-Test erledigten wir dann auch direkt am Vorabend und die nette Dame am Schalter buchte uns einen Platz mit extra Beinfreiheit vor der Wand und einem leeren Platz zwischen uns. Das machte den 8,5 Stunden Flug um einiges erträglicher. Maurice weinte sehr beim Start wegen des Druckausgleichs. Als wir Flughöhe erreichte hatten, schlief er ein und schlief für zwei Stunden. Bei der Landung hatte er dann wieder mit dem Druck auf den Ohren zu kämpfen, obwohl wir ihm den Schnuller zum Nuckeln und die Flasche zum Trinken anboten. Abgesehen davon war der Flug super easy.

Unsere Unterkunft war in Jersey City, auf der anderen Seite des Hudson River. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist in Ordnung, mit Kinderwagen aber dennoch eine Herausforderung.

New York: Museumstouren mit Freunden

Der erste Tag in New York grüßte uns mit wenig freundlichem Wetter: Starkregen und Windböen. Einmal wurde das Regencover vom Kinderwagen fest weggepustet, aber ich konnte es noch retten.

Ursprünglich wollten wir mit meinen Freunden Jamie und Jeremy durch die Straßen der Stadt ziehen, doch das schlechte Wetter ließ uns stattdessen das Museum of Modern Art (MoMa) ansteuern, wo wir einige  Stunden verbrachten (lohnt sich auf jeden Fall).

Am Tag zwei regnete es dann nicht mehr und wir besuchten den Ground Zero, also das, was von den beiden Türmen des World Trade Centers übrig geblieben ist, nachdem sie am 11. September 2001 eingestürzt waren. Im dazugehörigen Museum verbrachten wir einige Zeit - ganz schön schwere Kost! Ich hab in der darauffolgenden Nacht noch ziemlich lange wach gelegen und über das Gesehen nachgedacht. Wir alle kennen ja die Bilder und Berichte aus dem TV, aber die persönlichen Geschichten von Betroffenen im Museum zu erfahren, originale Tonaufnahmen zu hören und alles irgendwie im Kontext zu sehen - das ist noch mal eine andere Hausnummer!

Nach dem Museum wollten wir noch auf der New Yorker Highline spazieren gehen. Das ist eine stillgelegte Hochbahnstrecke, auf der nun viele Pflanzen wachsen und man spazieren gehen, sich ausruhen und leckere Snacks genießen kann. Die Fahrstühle waren leider außer Betrieb, aber eine nette Dame half uns, den Kinderwagen die Treppen hochzutragen. Überhaupt waren die Menschen in New York und New Jersey sehr hilfsbereit, da waren wir angenehm überrascht.

Nach der Großstadt: Ab auf die Farm

Nach dem Trubel der Großstadt hatten wir Lust auf etwas Ruhe auf dem Land und buchten eine Unterkunft auf einer Amish-Farm. Die Amish sind eine Personengruppe, die sich entschlossen haben auf Elektrizität, Autos und andere Vorzüge des modernen Lebens zu verzichten. In der Regel betreiben sie Landwirtschaft und sie sind sehr gläubig. In unserem Zimmer lag dementsprechend auch eine Bibel auf dem Couchtisch. Ich habe die Ruhe und die Nähe von Pferden und anderen Bauernhoftieren sehr genossen.

Am ersten Tag nach der Ankunft blieben wir lange im Bett, frühstückten in Ruhe und besuchten den lokalen Zoo. Auch das kleine Küstenstädtchen North East wurde besucht, wo ich mich ein bisschen wie bei den Girlmore Girls in Stars Hollow fühlte. Wer jetzt nur Bahnhof versteht - der Ort hat wunderschön gestaltete Häuschen und Vorgärten, fast schon kitschig.

Tags darauf ging es dann nach Washington DC, zuerst ins Air and Space Museum, wo wir Flugzeuge und Spaceshuttles bestaunten. Anschließend besuchten wir in der Innenstadt noch die Ausstellung der Künstlerin Laurie Anderson, kauften zwei riesige Softeis und spazierten die 3 km zwischen Capitol und Washington Memorial entlang. Das Wetter war mild, die Menschen entspannt - Urlaubsfeeling pur!

Gestern, an unserem letzten Tag im Amish Country, ließen wir es dann wieder ruhig angehen. Ein Besuch auf einem Weingut stand auf dem Plan, gefolgt von einer kleinen Wanderung zu einem Leuchtturm. 

Alle Stationen könnt ihr in den Fotos nachvollziehen und wenn alles glatt läuft, gibt es an dieser Stelle in einer Woche den nächsten Eintrag :)

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