Unsere Japanreise
Unsere Japanreise
vakantio.de/unsere-japanreise
Zuletzt in Sapporo

Tag 3: Reizüberflutungen und Kultur

Veröffentlicht: 24.08.2023

Hallöchen ihr Lieben, 


natürlich wollen wir euch auch unsere Erlebnisse dieses Tages, dem 24.08., nicht vorenthalten. Zuerst kommen aber noch ein Paar ergänzende Informationen zu gestern Abend/Nacht. 


Denn, da wir beide aus verschiedenen Gründen nicht schlafen konnten, haben wir uns entschieden um 2 nochmal raus zu gucken. Natürlich durfte auch um diese Zeit der obligatorische Gang zum Convenience Store nicht fehlen. Nach dieser fast schon rituellen Abhandlung, haben wir uns mit einer kleinen Mahlzeit und zwei Flaschen Soju (koreanischer Reisschnaps mit Geschmack in Biergröße) bewaffnet auf dem Weg zur nächsten Sitzmöglichkeit, um Zeit tot zu schlagen und zu quatschen, begeben. Nach einer Stunde haben wir dann erneut versucht zu schlafen, dieses mal mehr oder weniger erfolgreich. Eingeschlafen sind wir letztendlich erst 4:30.


Nach dieser komplizierten Nacht sind wir beide leicht zerknittert aufgewacht und mussten als erstes etwas gegen die Müdigkeit und den Hunger tun. Also, wer kann sich denken was wir gemacht haben? DING DING DING. Richtig, wieder einmal hat es uns zum Convenience Store verschlagen, wo ich (Moritz) ein sehr leckeres Frühstück für einen schmalen Taler ergattern konnte. Mit geschärften Sinnen und gefüllten Mägen haben wir uns danach auf zum Osaka Castle gemacht, um unsere tägliche Dosis Kultur abzuholen. Angesehen haben wir uns dieses aber nur von außen, da uns die lange Schlange in Kombination mit der Hitze eher abschreckte. Schön war es aber trotzdem, obwohl das Wetter teilweise schon unerträglich war.


Als wir von dem Hügel, auf dem das Osaka Castle gelegen war, runter kamen hat es ziemlich schnell angefangen zu gewittern. Dabei ist uns aufgefallen, dass sich das Donnern ganz anders anhört als bei uns. Kann das wer erklären? Wir konnten nur rätseln. Wie dem auch sei, wir haben das Gewitter auf jeden Fall erstmal im Hotel ausgesessen, was wohl auch besser war, da wir mehrere Unwetterwarnungen bekamen.


Als das Unwetter großteils vorbei war haben wir uns auf den Weg zum Umeda Sky Building gemacht. Ein sehr bekanntes Wahrzeichen in Osaka. Auch dieses wurde jedoch nur von außen observiert, da sich der Weg näher ran nicht offenbarte und das dreizehnstöckige Einkaufszentrum durch das wir ohnehin mussten erstmal interessanter wirkte. Zumindest für mich, da dort ein Nintendo Laden sein sollte. „Wow“ hat sich der kleine Moritz gedacht und ist voller Vorfreude in den Aufzug gestiegen. Oben angekommen sah es etwas anders aus. Drei verschiedene Kinder konnten wir im Umkreis von 3 Quadratkilometern schreien hören während ganz Japan in einer Schlange zum Laden stand. Wir haben uns beide bloß angeguckt und quasi telepathisch entschieden, dass es das wohl eher weniger wert sei. Also kehrten wir wieder um, nur um in einer völlig überfüllten U-Bahn zu landen. Man kennt ja die Videos von Japanischen U-Bahnhöfen wo Schaffner die Menschen in die Wagons pressen müssen und man sich fragt, wie denn da überhaupt jemand Luft bekommt. Es ist quasi genau das gewesen. Kann man mal gemacht haben, muss man aber nicht. Jedenfalls konnten wir das Umeda Sky Building früher als gedacht abschließen.


Das hat auch gut gepasst, da wir für 19:00 Tickets zu einer Ausstellung hatten und mein Hunger noch gestillt werden musste. Das habe ich getan indem ich mit Takoyaki (Teigbällchen mit Oktopus Stückchen) an einem Straßenstand bestellt habe während uns Jule Getränke spendierte. Was mir zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht bewusst war ist, dass die Innenseite dieser Teigbällchen ungefähr die Temperatur des Reaktors in Fukushima zum Zeitpunkt der Kernschmelze hatte. Mit anderen Worten, ich hatte die ein oder andere Träne im Auge und mein Mund wird sich morgen schälen. Trotzdem war es das vollkommen wert, da die Dinger einfach sau lecker sind.


Im Anschluss an diesen kleinen außerplanmäßigen Exkurs haben wir uns dann auf dem Weg zu der bereits erwähnten Ausstellung gemacht. Diese fand nach Sonnenuntergang in einem Botanischen Garten statt. Das Thema war die Kombination von Natur und Lichtspielen, welche durch die Bewegungen der Besucher (einmal auch die der Vögeln) ausgelöst und verändert wurden. Das alles wurde zudem mit Musik untermalt. Jeden einzelnen Ausstellungsgegenstand im Detail zu erklären würde hier wahrscheinlich zu lang dauern, daher laden wir unsere Highlights als Bilder hoch. Uns beiden hat diese Ausstellung sehr gefallen und wir würden es definitiv erneut tun. Insgesamt haben wir gute 1 1/2 Stunden dort verbracht.


Natürlich durfte auch danach der abendliche Hunger nicht ungestillt bleiben. Diese mal hat es uns doch auch tatsächlich in einen richtigen Supermarkt verschlagen. Dort wurde sich noch ein kleines Abendbrot besorgt aber auch nachgeforscht, was man denn in japanischen Supermärkten so finden kann. Mein persönliches Highlight waren 300g Weintrauben für ca 8€. Manches Obst und Gemüse ist hier recht teuer. 


Als es dann an das Bezahlen ging, haben wir uns entschieden mal die Selbstbedienungskasse zu benutzen. Das war auf jeden Fall eine Erfahrung. Nicht nur gab es die offensichtliche Sprachbarriere, nein, die ganze Kasse hat uns beide etwas fertig gemacht. Jetzt fragt man sich vielleicht „Was soll an einer Kasse so schlimm sein?“ worauf wir nur mit spöttischem Lachen antworten können. Nach jedem einzelnen gescannten Produkt gab die Kasse ein Tiergeräusche von sich. Ein Muh hier ein Mäh da ein Kikeriki an der Kasse hinter uns. Doch das ist nicht alles. Nach jedem gescannten Gegenstand mussten wir bestätigen, dass wir auch tatsächlich diesen kaufen wollten und er uns nicht einfach nur auf den Scanner gefallen ist. Zwischendurch kamen unerklärliche Wartezeiten in Form von digitalen Sanduhren dazu, die scheinbar keinen Zweck erfüllten. Und als wäre das noch nicht genug auf einmal, musste eine Sprecherin jeden Gegenstand namentlich nennen nachdem er gescannt wurde, so dass auch der ganze Laden hören konnte, was es bei und zum Abendessen gab. Diese Erfahrungen hat uns so sehr geprägt, dass wir auf dem ganzen weg zum U-Bahnhof darüber reden mussten.


Nun sind wir beide recht müde im Bett gelandet und gehen wahrscheinlich bald schlafen. Wir wünschen euch allen alles Gute und eine schöne Zeit. Liebe Grüße eure Jule und euer Moritz.

Unsere JapanreiseFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten (1)

Willibald
Das habt ihr wirklich super geschrieben! Vielen Dank für die ausführlichen Berichte! Schlaft gut

Japan
Reiseberichte Japan