Playa la Bota
Kilometerstand: 162298 Die heutige Etappe fiel wieder etwas kürzer aus. 36 Kilometer Straße, 20 Kilometer Luftlinie. Aber warum in die Ferne schweifen? Solange es das Wetter...


Veröffentlicht: 21.10.2026




















Kilometerstand: 262436
Der Plan sah heute Morgen vor nach Sevilla zu fahren und uns die Stadt anzusehen. Das wurde aber leider erst einmal nichts.
Gestern hatten wir uns über das schattenspendende Dach über unserem Stellplatz gefreut, heute verfluchten wir es.
Was war passiert?
Nach dem Frühstück hatten wir unsere Sachen soweit zusammengeräumt, die Fenster waren zu, die Auffahrkeile eingepackt und das Gas abgedreht. Die Checkliste für die Abfahrt - die wir vor jedem Verlassen des Stell- oder Campingplatzes durchgingen - wollten wir dann später abhaken, wenn wir von der Entsorgungsstation abfuhren, ein schwerer Fehler, wie sich nun zeigte. Denn wir hatten die Dachfenster vergessen. Als wir nun rückwärts von unserem Platz fuhren, knackte es einmal laut und wir hatten uns an der Verschattung die Dachluke der Toilette abgerissen. Wären wir vorwärts gefahren, wäre die Haube wohl einfach zugeklappt, aber rückwärts hatte sie keine Chance.
Es blieb uns nichts anderes übrig, als die völlig zerstörte Abdeckung mit Klebeband einigermaßen zusammenzukleben und uns auf den Weg zu einem Händler oder einer Werkstatt für Camper zu machen. Im aktuellen Zustand war es nun erst einmal wieder dicht, zumindest wenn wir standen, aber während der Fahrt würde eventueller Regen sicher ins Innere drücken.
In der nächsten, größeren Stadt Huelva gab es zwar zwei kleine Werkstätten für Camper, die hatten aber nichts Passendes auf Lager und würden uns erst in zwei oder drei Tagen einen Termin für eine Reparatur geben können. Wir suchten also nach einem etwas größeren Unternehmen und fanden tatsächlich in Sevilla eine Camperwerkstatt die vielversprechend aussah und vom Hersteller des Dachfensters als Vertragspartner gelistet worden war.
Wir machten uns also auf den Weg nach Sevilla. Die Olivenplantagen nahmen wir im Vorbeifahren allerdings wahr. Als wir die Werkstatt fanden, war natürlich Mittagspause; bis 17.00 Uhr. So machten auch wir unsere Siesta auf dem Parkplatz vor der Werkstatt. Selbst wenn jetzt alles funktionieren sollte, würden wir von Sevilla heute wahrscheinlich nichts mehr sehen.
Als die Mitarbeiter kurz vor 17.00 Uhr zu ihrer Spätschicht kamen, ließen wir ihnen noch etwas Zeit, als dann kurz danach die Tore wieder geöffnet wurden, waren wir sofort drin. Auf unsere Frage nach Dachfenstern, die hier Claraboyas hießen, gab der Mechaniker uns gleich den Hinweis, dass er uns gerne eines verkaufen könnte, aber den Einbau konnte er nicht vornehmen, es sei alles ausgebucht. Das kannten wir ja schon. Er zeigte uns erst eines, das wie ein einfacher Plastikdeckel aussah, dann hatte er noch ein Komplettfenster von einem der großen Hersteller aus Italien, aber das hätten wir komplett einbauen müssen mit schrauben und eindichten oder einkleben. Das wäre eine Arbeit für einen halben Tag geworden. Als wir nun dort in Lager herumstanden und überlegten, fiel unser Blick auf einen verstaubten Karton, der ganz oben auf einem Regal lag. Das war unser Dachfenster!!! In der richtigen Größe und sogar mit der kristallklaren Haube! Wir halfen dem Mechaniker den Karton von oben herunter zu holen und verglichen noch einmal ganz genau die Artikelbeschreibungen, es passte aufs Haar, es war einfach perfekt. Der Preis, den das Teil dann kosten sollte war dem deutschen Exportprodukt angemessen, aber in unserer Situation war uns das egal. Wir packten den Karton ein und dann ging es weiter.
Der Stellplatz für den heutigen Abend sah auf den Bildern besser aus, als im echten Leben. Es handelte sich mehr um einen Abstellplatz für Camper und Transporter. Sicher, wenn in den Ferien alle ihre WoMos hier abgeholt hatten, dann war hier Platz, aber aktuell war es ziemlich vollgestellt mit allen Arten von Campingmobilen und bis auf ein weiteres waren alle unbewohnt.
Den späten Nachmittag verbrachten wir mit der Reparatur. Wir brauchten keine Dichtmasse oder Caravankleber. Wir brauchten nur die Bolzen aus den Scharnieren ziehen und die Schrauben des Klappmechanismus zu lösen, dann konnten wir die kaputte Haube abnehmen und die neue aufsetzen. So war - zu unserem Glück - nach nicht einmal einer Stunde der Austausch erfolgt.
Für den Abend hatten wir uns eine Nachbarschaftskneipe in der Nähe ausgesucht. Als wir dort eintrafen, konnte uns der Wirt leider nur kalte Tapas anbieten, warme Küche gab es nur am Wochenende. Wir akzeptierten die Situation und wurden wieder einmal überrascht, denn die kalte Suppe aus Tomate garniert mit Ei und Schinkenspeck, eine ,Salmorejo Jamon‘ war umwerfend. Ein Kartoffelsalat mit Thunfisch und eine Thunfisch-Kartoffelcreme mit Brot rundeten die Sache ab. Da die Bar unter der Woche anscheinend nur bis 20.00 Uhr öffnete, waren wir gerade mit dem Essen fertig, als der Wirt schon das Tor schloss, uns aber alle Zeit einräumte, um noch in Ruhe auszutrinken.
So waren wir früher als erwartet zurück bei Gary und verbummelten den Abend auf der Couch.
