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3 Tage Paris

Angekommen in Paris habe ich mich mit einer Freundin und ihrer Tochter aus Stuttgart getroffen. Die beiden haben einen spontanen Tagesausflug nach Paris gemacht. Sehr lustig, manchmal passieren Sachen mit denen man gar nicht rechnet. Nach einem Kaffee und einem schnellen Update ging es weiter ins Hostel. 

Inzwischen hat es angefangen zu regnen, das habe ich ja gefühlt ewig nicht erlebt. 

Ein Demozug, der zuvor an uns vorbei gezogen ist, endete am Place National, genau vorm Hostel.  

Der Place de Nation ist ein riesiger Kreisverkehr mit einem kleinen Park in der Mitte. Alle Zufahrten zum Kreisverkehr waren mit sehr sehr viel Polizei abgeriegelt. Durch die Polizeigassen wurde ich zum Hostel geleitet, das war ein bisschen einschüchternd. Das Aufgebot war riesig, dabei war nur noch eine Handvoll Demonstration übrig und zudem extrem friedlich. Sehr verwirrendes Bild. 

Im Hostel angekommen wollte ich noch eine Kleinigkeit essen, wurde aber von der Sitzgelegenheit im 6 Stock freundlich verscheucht. Ich hatte klassisch schwäbisch mein Vesper ausgepackt, tja, es gab nur ein Restaurant im Hostel und die Verhaltensregeln sind ja jedem bekannt. 

Da das Zimmer so mini war und auch kein Tisch drin (hätte gar nicht rein gepasst) gab es ein romantisches Dinner auf dem Boden. Da es sich wunderbar eingeregnet hat, war ein Picknick nicht drin. Danach ging es ab ins Bett, die Augen noch viereckig geglotzt, mir blieb ja nicht viel übrig bei dem Wetter und den Aufenthaltsmöglichkeiten. 

Der Anteil der haarigen Beine war mal wieder höher, Herausforderung zum Sägewettbewerb angenommen, bin nämlich seit ein paar Tagen verschnupft, da geht was 😂.

Ach ja, was ich noch ganz vergessen habe zu erwähnen,  in meiner größten Herausforderung habe ich mich bis Sète ums doppelte gesteigert. Die Rede ist von der Anzahl der Betten in den Hostels. Gestartet bin ich im 4er Zimmer, leichter Anstieg: 6er Zimmer und Sète war das Finale: 8er Zimmer. Da wurde es mal wieder Zeit zu reduzieren, 6er Zimmer reicht (im 4er Zimmer war nichts mehr frei 😉).

Aber auch hier geht es nicht ohne Herausforderungen. Die Challenge hieß diesmal: welcher Schlaftyp bist du. Das Zimmer wurde zu einem sehr hohen Anteil von: ich verrammle alles Schlaftypen beherrscht, zu meinem Leidwesen. Es wurde alles geschlossen was möglich war zu schließen, Fenster Vorhang, der sogar gleich doppelt. Wie ich bereits erwähnt habe, war das Zimmer sehr klein, dadurch auch sehr dunkel, dunkelblau gestrichen und jedes Bett hatte noch einen Vorhang zum abdunkeln 🙈. Jeder Vampir hätte darin überlebt und sich super wohlgefühlt. Da ich aber kein Vampir bin und gerne ein bisschen frische Luft mag (scheint hier nicht normal zu sein) war ich ziemlich lange damit beschäftigt mir ein Stück davon zu erkämpfen. In der ersten Nacht ist man noch etwas verhalten, der Kampf mit Fenster und Vorhang beginnt meist in der zweiten Nacht. Natürlich konnte ich überhaupt nicht einschlafen, da ich mir überlegt habe ob der Sauerstoff für alle für die gesamte Nacht reicht 🤔. Hätte ich mal besser in der Schule aufgepasst, es könnte mir das Leben retten oder zumindest hätte ich gute Argumente meinen Mitbewohnern gegenüber. Mit der Hoffnung, dass durch das schlecht abgedichtete Fenster vielleicht ein bisschen Luft reinkommt bin ich dann mal eingeschlafen. 

Sonntag: leider hat es nicht aufgehört zu regnen. Eigentlich wollte ich ein bisschen Paris unsicher machen und zum Bahnhof laufen um meine Reisebegleitung abzuholen. Chiara kommt nach Paris um mit mir Paris zu erkunden. 

So macht es nicht wirklich Spaß, es kübelt aus Eimern. Egal, da muss ich jetzt durch. Klatschnass saß ich am Bahnhof, zum Glück habe ich mir einen Platz ergattern (ist in großen Bahnhöfen in Frankreich nicht so einfach). Mein Platz war direkt neben einem Klavier, da kann jeder nach Lust und Laune klimpern um sich die Wartezeit zu verkürzen. Natürlich wurde pour Elise gespielt. Mit einem pain au chocolat im Gepäck habe ich dann Chiara pünktlich in Empfang genommen. Und genauso pünktlich hat es aufgehört zu regnen, perfekt für die Tourirunde, wir mussten ja noch schnell zum Arc de Triomphe, der war ja nur noch heute eingepackt. Dazu eine kleine lustige Geschichte: in meinem Zimmer im Hostel war ein Italiener, er hat mich morgens gefragt was ich mir heute so anschaue. Daraufhin habe ich vom Arc de Triomphe erzählt und dass es nur noch heute ist. Er lachte und meinte er war dort gestern, wollte aber kein Foto machen, da er dachte er wird gerade restauriert, da in Folie eingepackt war 😂 er musste auch sehr drüber lachen, als ich gesagt habe es ist Kunst. Ja, mal wieder ein Fall von: ist das Kunst oder kann das weg. 

Chiara und ich haben noch eine ordentliche Runde durch Paris gedreht und haben uns dann auf Futtersuche gemacht, kochen war ja nicht 😭. Klingt jetzt vielleicht einfach, wer mich im Hunger kennt weiß was los ist, aber das jetzt mal zwei 🙈. Aber alles gut, wir wurden fündig, schnell bestellt, schnell gebracht und noch schneller verspeist. Für 7,50 Euro haben wir uns noch einen Absacker im Hostel Restaurant gegönnt, von dort aus hatte man einen tollen Blick auf den blinkenden Eiffelturm. 

Montag und Dienstag: das volle Touriorogramm, angefangen auf den Spuren von Amélie, Louvre, Galerie Lafayette, la rue cremieux, Galerie Vivien, ein bisschen in den Läden bummeln. 

Zum Abschluss noch Essen gehen, einen Film schauen und ab ins Bett, den morgen geht die Reise weiter. 

Mittwoch morgen gab es dann das alltägliche Frühstück im Park, zum Glück war es diesmal trocken. Ab zum Bahnhof auf nach Arcachon, Sonne und Meer wir kommen. 

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