Tifosi in Ekstase
Saigon, zumindest in dem sogenannten Distrikt 1 (Zentrum), wo ich mich die letzten zwei Tage rumgetrieben habe, ist laut. Sehr laut. Das liegt natĂŒrlich hauptsĂ€chlich an den...

Veröffentlicht: 18.12.2018























Gestern habe ich mich zum zweiten Mal einer Gruppe angeschlossen, um mit dem Boot đŁââïž dem Mekong-Delta fĂŒr zwei Tage meine Aufwartung zu machen. Waren zu sechst unterwegs. SĂŒdafrikanische GroĂeltern samt Enkel und ein amerikanisches PĂ€rchen aus Guam. Das PĂ€rchen zieht einen Besuch in MĂŒnster in ErwĂ€gung, nachdem ich ein bisschen đł  von âMĂŒnster, the most liveable City in the worldâ erzĂ€hlt habe. Nun ja, vielleicht etwas zu schwĂ€rmerisch đ đ€ .... aber man weiĂ ja, was aus solchen AnkĂŒndigungen wird. Ausgeschlossen ist es allerdings nicht, da beide demnĂ€chst fĂŒr ein paar Jahre in Germany leben werden.
Nun gut. Also, ich war natĂŒrlich nur in einem stecknadelgrossen Teil des Mekong-Deltas unterwegs. Denn jeder Besscherschisser weiĂ: mit 40.000qkm ist es ca. 130 mal so groĂ wie die âmost liveable city ...â đ€. Von daher muss ich sagen, meine Stecknadel war anders als ich sie mir vorgestellt habe. Wasser ohne Ende, die Hauptarme sind bis zu 3km breit, die Pflanzen (Palmen, Mangroven und sonstiges unbekanntes Zeugs) je nach Tide bis zu einer Höhe von ca. 1m dreckig braun, weil das Wasser recht schlammig ist. Aber: alle Vietnamesen schwören auf die WasserqualitĂ€t. Schlamm hin, Schlamm her. Habe zwar Anderes gelesen, aber als Gast habe ich dem natĂŒrlich kopfnickend zugestimmt.
Meine Vorstellung war eher: dschungeliger, enger, verwunschener. Dennoch mehr als spannend zu sehen. Eine riesige Lebens- und Verkehrsader. 95% der Boote garantiert ohne TĂV đłđłđł.Â
HĂ€user, Blechbaracken & Co. am Ufer zeigen schon recht krass, dass die LebensumstĂ€nde in vielen Teilen mehr als weit vom Luxus entfernt sind. Besserschisser wussten das, aber wenn man so durch die Orte tuckerte, war es schon sehr dominant. Viele HĂ€user befinden sich ĂŒbrigens deswegen direkt auf dem Wasser, weil das Bauen an Land Steuern kostet.Â
Aber auch wenn ich mir die Stecknadel anders vorgestellt hatte, war der Trip sehr, sehr kurzweilig. Nette Leute ... ĂŒber die Gruppe hinaus ... getroffen, sich auf einem floating market (schwimmender Markt aus hunderten von Booten) ĂŒberfressen, immer wieder Rice- und Snakewine (Schnaps) getrunken, allerlei Getier probiert (Ratte, Schlange, Frosch, Schnecke ... alles lecker, bis auf Schlange) und von Guide Kain wirklich sehr viel ĂŒber Land & Leute erfahren. Alles in allem eine runde Sache ...
Und wer weiĂ, irgendwo wird das Mekong-Delta schon dschungelig, eng und verwunschen sein ... đ.