Tokio2019
Tina goes to Japan 🗼 

Wanderung am Mt. Hiwada

17.11.2019 - Verwirrung zwischen Mt. Hiwada 日和田山 und dem Gojo Wasserfall 五常の滝

Wenn mir die Wanderung letzten Sonntag eins gezeigt hat, dann dass auch nach über 2 Monaten und einigen Wanderungen die Vorbereitung essentiell ist 😅

Diesmal sollte es in die Berge von Saitama gehen, gut 1.5 Stunden nordwestlich von Tokyo. Wie gewöhnlich hatte ich mir online eine Wanderung mit kurzer Beschreibung rausgesucht und die Routenbeschreibung zum Startbahnhof bei Google Maps offen, damit ich weiß, welche Linie ich benutzen muss und dann nicht am Bahnhof verloren rumirre (hat es alles schon gegeben 🙈). So vorbereitet und mit Verpflegung im Rucksack machte ich mich also Sonntag halb 8Uhr auf den Weg - wobei ich es schon witzig finde, dass ich am Wochenende früher aufstehe als die ganze Woche über 😄

Eine nicht so entspannende Wanderung

Am Bahnhof Ikeburo gesellte ich mich dann in die Reihe auf den Zug wartender Wanderer und las mir nochmal die Beschreibung der Wanderung durch. Ist mir aufgefallen, dass die Beschreibung weniger detailreich war, als die anderen bisher? Ja. Hab ich mir dabei etwas gedacht? Nein. Zum einen waren die meisten anderen Beschreibungen bisher nahezu lächerlich detailreich: mit Fotos jedes Abzweigs und Fotos und Beschreibungen jeder kleinen Etappe und woran man vorbei geht. Zum anderen gab es eigentlich immer am Bahnhof oder dem Startpunkt gute Übersichtskarten mit allen Wanderwegen, die ich mir abfotografierte und so auch gleich die Kanji Zeichen meiner Etappen hatte (falls die Wegweiser nur in Kanji sind). Laut Online-Beschreibung sollte es auch an der Koma Station so eine Wanderkarte geben.

Tja, blöd nur, wenn Tina die nicht findet 😑 Glücklicherweise sind auch einige andere Wanderer ausgestiegen und ich konnte ihnen zumindest erstmal in die richtige Richtung folgen. Blöd nur, wenn man anscheinend erstmal durch die kleinen, verzweigten Straßen des Ortes muss, dank Google Maps zwar eine grobe Richtung weiß, aber nicht genau erkennen kann, wo der eigentliche Wanderweg anfängt. Und die meisten Wegweiser irgendwelche anderen Sachen ausweisen, und nicht den Mt. Hiwada 日和田山. Da hilft wohl nichts, und ich hab an der nächsten Kreuzung 2 kleine Omis angesprochen, die scheinbar in dieselbe Richtung wollten. Aus dem Wortschwall von Omi 1 konnte ich (mit verbleibender Unsicherheit) den Weg entnehmen, dem ich dann in der Hoffnung folgte, dass sie mich und mein Ziel richtig verstanden hat… Tatsächlich stieß ich kurz drauf auf einen Parkplatz und den Beginn des Weges zum Mt. Hiwada – der war dann wegen unzählig anderer Wanderer und kleiner Kinder, auch gar nicht mehr zu verfehlen. Dass hier so viele Familien mit Kindern unterwegs waren, konnte ich ein paar Minuten später sehr gut verstehen: zumindest einer der Wege führte über Felsen, die man hoch kraxeln musste, hinauf. Das hätte mir früher auch Spaß gemacht! -und heute nicht minder 😉

und da ist er, der 305 m hohe Mt. Hiwada
und da ist er, der 305 m hohe Mt. Hiwada
..und dann Felsen hochkraxeln
..und dann Felsen hochkraxeln
leider war ich nicht die einzigste, die die Aussicht genießen wollte..
leider war ich nicht die einzigste, die die Aussicht genießen wollte..

Vom Gipfel bot sich dann ein schönes Panorama über die umliegenden Berge bis hin nach Tokyo. Allerdings war es auch ziemlich überlaufen, sodass ich mich ziemlich schnell weiter machte. Hier war auch tatsächlich noch ein Wegweiser, auf dem ich mein nächstes Ziel, den Mt. Takasashi  高指山 erkannte 😎 Einige kleinere Abzweigungen später führte der Pfad dann auf eine Forststraße – und auf den Wegweisern erkannte ich keins der Kanji aus der Online-Beschreibung meiner Route wieder… Auf einen älteren Wanderer machte ich wohl einen etwas verlorenen Eindruck wie ich da zwischen Wegweiser und meinem Handy hin und her schaute und er schaute auf seiner Wanderkarte nach, welchen Weg ich nehmen soll. 

immer entlang des Bergkamms
immer entlang des Bergkamms


Also machte ich mich weiter und erreichte einige Zeit später auch einen kleinen Gipfel auf dem einige andere Wanderer ihre Mittagspause machten. In der Überzeugung, auf dem Mt. Takasashi zu sein und somit etwa die Hälfte meiner Strecke hinter mir zu haben (was in etwa mit der Dauer der online Beschreibung hinhaute) machte auch ich eine kleine Mittagspause und ging dann weiter. Beim nächsten Wegweiser war ich allerdings mehr als verwirrt: der wies den Mt. Minomi 物見山 in die Richtung, aus der ich kam. In die andere Richtung nur Kanji, die ich nicht kannte... War ich auf dem kurzen Weg irgendwie falsch abgebogen oder hatte einen Wegweiser übersehen? ...ich also wieder zurück, den Berg wieder hoch. Tja, da sah ich dann auch zwischen den anderen Wanderern das ‚Gipfelkreuz‘ mit 物見山: ich war bereits auf dem Mt. Minomi gewesen 🤦‍♀️🤦‍♀️🤦‍♀️ 

Also, wieder umgekehrt und zum 3. Mal an den Pause-machenden Leuten vorbei (die werden sich auch gewundert haben).

Auf keinem der nächsten Wegweiser konnte ich dann allerdings mein nächstes Ziel, den Gojo Wasserfall 五常の滝, wiedererkennen, also folgte ich erstmal dem Weg mehr oder weniger entlang des Bergkamms... Bei einer der nächsten Abzweigungen sprach mich dann wieder ein älterer Herr an – diesmal sogar in gebrochenem Englisch! Ich konnte mein Glück kaum fassen, mal etwas zu verstehen 😄 Der Opi fing dann auch auf alter-Herren-weise an, mir den nicht so einfachen Weg zu erklären – inklusive krakeliger Skizze auf einem Blatt Papier 😅  Aus seiner langsamen, nach Worten suchenden Erklärung konnte ich so viel entnehmen, als dass ich erstmal geradeaus weiter muss, dann über eine Straße und links… ich erfuhr dann noch, dass er sogar schonmal in Deutschland, genauer gesagt in Karlsruhe (zwischen München und Frankfurt) war – wenn ich es richtig mitbekommen hab, hatte er wohl was mit Atomkraftwerken zu tun.. 

Ausgestattet mit der, wie sich herausstellte alles anderen als hilfreichen, Skizze machte ich mich wieder auf dem Weg. Tja, und ein paar Mal falsch abbiegen und dann am nächsten Wegweiser, auf dem ich ein Ziel, das definitiv nicht in die für mich richtige Richtung ging, erkannte, wieder umkehren, hab ich dann auch den Pfad auf der anderen Seite der Straße gefunden, auf dem der Gojo Wasserfall ausgeschildert war 😅 Der ging dann durch den Wald und später über Forststraßen ins Tal.

endlich ein Wegweiser mit meinem Ziel!
endlich ein Wegweiser mit meinem Ziel!
und dann ging es zurück ins Tal
und dann ging es zurück ins Tal


Und der Wasserfall, nun, der war nicht gerade spektakulär. Mit seinen 12m und so im dunklen Tal erinnerte er mich an eine kleine Kopie des Trusetaler Wasserfalls... also, nur wegen dem hätte sich die Wanderung nicht gelohnt 😅

der Gojo Wasserfall
der Gojo Wasserfall


Alles in allem also zwar eine schöne, aber bei weitem nicht die spektakulärste Wanderung meiner Reise. Und wegen des konstanten Gefühls, irgendwie falsch abgebogen zu sein und den doch recht vielen anderen Wanderern (die erst ich überholte, die dann aber mich, wenn ich länger an den Wegweisern stand, nur damit ich dann kurz drauf erneut an ihnen vorbei laufe…) stellte sich auch nicht so der Entspannungseffekt einer Wanderung ein.

Aber dem wollte ich sowieso noch Abhilfe schaffen: für den Rückweg hatte ich mir schon ein Onsen in Ikeburo herausgesucht 😋


Ein umso mehr entspannender Besuch im Onsen

Der Onsen entpuppte sich dann noch als ziemliches Luxus-Spa 😅 Ich sage nur: Dyson-Föhne. Glätteisen. Ruheräume mit Fernsehern vor Liegen, die mehr an komplett in die Waagerechte umklappbare Sessel erinnern... und und und...

Na, heute gönne ich mir was, dachte ich mir, und hab zu alldem auch noch eine Massage im Thai-Stil gebucht. Wenn schon, denn schon  😂Nach dem obligatorischen Waschen und einem kurzen Bad bin ich also in die Spa-Kluft bestehenden aus Socken, einem Shirt, und einer weiten ¾ Hose in Beige- und Brauntönen geschlüpft und aus dem Frauenbereich raus durch die riesige Lounge zum Massagebereich. Dort konnte ich mir zuerst ein paar Duftöle aussuchen, die dann so unter das Kopfteil gestellt wurden, dass ich auf dem Bauch liegenden mit meinem Gesicht genau drüber war. Leider war ich etwas schwer vom Begriff, als die Dame mich fragte, was ich für Düfte will und anfing, die Auswahl aufzuzählen. Ich dachte nämlich, sie fragt mich nach Allergien oder Düften, die ich nicht mag (irgendwie dachte ich, das Öl wird dann zum Massieren genutzt). Entsprechend sagte ich, dass alles okay wäre und erhielt dann prompt eine Mischung aus allen Ölen vor die Nase 😄 war aber gar nicht so schlimm, hat immer noch gut gerochen 😉

Massiert wurde dann nicht auf einer hochgestellten Liege, sondern eher auf einer breiten Matratze (aber auch mit dem Gesichtsloch). Meine sexy Kleidung behielt ich während der Massage an, bei der die Dame ganz im Thai-Massage-Stil auf mir herumgeturnt ist und mich mit Händen, Ellenbogen und Füßen bearbeitet hat. Bei der Kopf Massage meinte sie dann noch, mein Gehirn wäre ganz schön verspannt – ohja, so fühlt es sich manchmal tatsächlich an 😄 Zum Abschluss wurde ich nochmal in alle Richtungen gedehnt und ging erstmal tiefenentspannt in den Ruhebereich, wo ich mich in eine Kuscheldecke wickelte und etwas las. 

Später testete ich noch die anderen Onsenbecken und die Dampf-Salz-Sauna. In letzterer war ich ungeplant genau zum richtigen Zeitpunkt zum Sauna-Yoga 😄 Das kann man sich so vorstellen, dass eine Mitarbeiterin 5-8 nackigen, schwitzenden Frauen zeigt, welche Dehnübungen für Rücken und Nacken sie machen sollen. Von ihren Erklärungen dazu hab ich natürlich nichts verstanden, aber die Dehnungen hab ich fleißig nachgemacht 😉

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