Der Flug nach Peking
Die Überraschung des Flugs von Wien nach Peking war der schöne Blick auf Kazan' und die Wolga, da ist Wolkendecke aufgerissen. Das Photo dazu steht an der Spitze der Bildstrecke....
Veröffentlicht: 06.05.2026
Warum gleich weiter in den Süden nach Tainan? Nur dem schönen Wetter nach, so habe ich es schon bei meiner ersten Chinareise vor einem halben Jahr (Dezember 2025) zwischen Shanghai (Norden) und Hainan (Süden) gehalten. Laufende Einschau in die WetterOnline-App gibt die Richtung an, unter vier bis fünf alternativen Zielen.
Und zuerst einmal in eine Stadt mit viel Geschichte. Also Tainan - die erste Hauptstadt, wenngleich diese Funktion sehr bescheiden war. Dazu morgen mehr.
Nun der Reihe nach, Tag 2:
Zunächst einmal wollte ich mich beim Umsteigen in PEK etwas ausschlafen, from 5 to 8 AM. Und siehe da, der etwas in die Jahre gekommene Teil der Heimatlfluggesellschaft Air China ist ideal dafür: keine Shops und Bars lenken ab, die Sitze haben keine Armlehnen, sind breit und flach, es gibt vereinzelt Steckdosen, und nur eine Handvoll Reisende sind in den großen Hallen. Frugale Gastronomie und zweckdienliche Funktion der Flughäfen ist mit in Fesstlandchina überall aufgefallen. Um 7:45 AM öffnete dann der einzige Kaffee&Croissant-Laden einer internationalen Kette.
Der Flug von Peking nach Taipeh war etwa ein Drittel der drei Stunden recht ruppig. Gewitterfront, in den Wolken sogar auf 11.000 Metern. Das war vorausgesagt (Windy-App!).
In Taipeh nach der Landung (schön austariert, trotz Böhen) dann die ersten organisatorischen Schritte. Geldwechsel (Bank of Taiwan, 300 Euro in Taiwan Dollar) und SIM-Karte (15 Tage unlimitiert). Zeit hatte ich ja, ohne Aufgabegepäck, wie immer. Die Einreise mit vorher besorgter, elektronischer Aufenthaltskarte war flüssig, Zeigefingerprints beidseitig inklusive. Anmerkung: Die Aufenthaltskarte hätte ich mir auch bei Standln am Flughafen besorgen können, eventuell kostengünstiger und auch elektronisch per Eingabe an Terminals.
Mit der Metro zum Hauptbahnhof Taipeh geht es direkt, dort zu den HighSpeedTrain-Kassen, um das in der Trip-App gebuchte Zugticket mit Code in ein Papierticket zu verwandeln. Damit hatte ich nicht gerechnet, denn in Festlandchina funktioniert das ohne Papier, dafür aber nur mit Pass schon beim Betreten und dann auch beim Verlassen (des Bahnhofs!). In Taiwan reist man mit Papierfahrkarte, Strichkode darauf, und ohne Passkontrolle. Und es gibt auch Waggons ohne vorher elektronisch bereits beim Kauf fix reservierte Sitzplätze. Ein schöner Fensterplatz wurde mir an der Kasse angeboten, ich habe ihn natürlich genommen. Reisen nur am Fensterplatz!
Mit 300 km/h rausche ich nach Süden, Berge links (im Osten), dicht besiedelte Ebene, und auf weite Strecken ländlich. Keine Hochhauswälder an der Strecke wie im Südosten von Festlandchina.
Außer der elektrifizieten Bahn (und der U-Bahn in Taipeh natürlich) funktionieren auf Taiwan die Verkehrsmittel, soweit ich sie gesehen habe, übrigens nur fossil betrieben. Ein Geknatter schon am Bahnhofsvorplatz in Taipeh, und so ist es geblieben. Elektromobilität ist auf Taiwan nicht angekommen (ganz im Unterschied zu Festlandchina, wo mich der fast lautlose Auto- und Mopedverkehr in Shanghai fasziniert hat!).
Das Hotel (Yoshi) in Tainan in Bahnhofsnähe, schönes kleines Zimmer, empfängt mich mit Aircondition, und das tut gut, denn tagsüber hat es zwischen 28 und 32 feuchtwarme Luft, und nächtens um die 22 Grad.
Im Lift komme ich mit einem ähnlich gepäcksarm Reisenden ins Gespräch. Englisch, dann aber gleiсh Deutsch. Er lebt in Festlandchina, gleich übers Meer an der Küste, war 14 Tage auf Urlaub auf Taiwan. Wir tauschen meine Pläne gegen seine Erfahrungen aus, und er erklärt mir den fossilen Verkehr: Taiwanesen seien japanaffin und besteuere alles Festlandchinesische (insbesondere auch e-Autos und e-Mopeds) hoch, und darum habe man den Umstieg auf e-Mobilität ebenso verpasst wie Deutschland, und eben auch Japan.
Duschen, ein wenig auspacken, und essen gehen, mehr heute nicht, denke ich mir. Ich lande in einem 10-stöckigen Shoppingcenter ein paar Schritte neben dem Hotel, Focus genannt. Die Leuchtschrift Hotpot lockt mich, ich fahre mit dem Lift in den obersten, zehnten Stock und bewege mich auf Rolltreppen die Stockwerke hinunter. Im achten Stock fällt mir ein Steakhouse auf, und das passt. Preislich wie qualitativ: ein erstklassiges well-done 250 Gramm NZ (=neuseeländisches) Rib-eye-Steak, dazu Suppe, Salat, ein Zwetschgensaft und Eis, alles um 19,30 Euro. Das geht. Und jetzt nur noch schlafen! Tag 2 endet um 9:15 PM.