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Easy Living

So langsam sind wir in Thailand und auf der Insel angekommen und lassen es jetzt etwas ruhiger angehen, Füße hochlegen, die Seele baumeln lassen und unseren Aufenthalt in aller Ruhe genießen.

Wir haben keine Termine, nichts was unbedingt erledigt werden muss und so gehen die Tage dahin, ohne dass etwas aufregendes passiert. Dennoch ist es uns nicht langweilig, wir genießen die Ruhe, die Freiheit mit der wir über unsere Zeit verfügen können und kommen so langsam in einen Flow von unbeschwerter Gelassenheit.

In der Regel starten wir den Tag mit einem erfrischenden Bad im Meer und nach einer  kurzen Dusche überlegen wir uns, wo wir frühstücken wollen. Alles geschieht mehr oder weniger spontan  und ohne Eile. In unmittelbarer Umgebung unserer Bungalows gibt es mehrere Möglichkeiten zu frühstücken. Die teuren und gut besuchten Cafés der Westler kommen für uns nicht in Frage, obwohl man da schön sitzt. Darshi liebt Croissants und so entscheiden wir uns  meistens für einen Laden, mit dessen Bezeichnung ich mich schwer tue. Er ist sowohl Cafe als auch Restaurant. Man kann dort frühstücken, Mittag und Abendessen, aber auch Kuchen und Eis essen und Früchte kaufen. Vor allem aber kriege ich hier meinen morgendlichen Tee in einer grossen Kanne, anderswo gibt es den nur tassenweise. Geführt wird der Laden von einer Thaifrau und einem Russen, die den Kuchen wohl selbst backen. Tagsüber wird der Laden von einer resoluten, energiegeladenen und völlig chaotischen, aber sympathischen Frau geschmissen. Sie ist laut, macht mächtig viel Wind und kommandiert temperamentvoll die Hilfskraft herum, die das genaue Gegenteil von ihr ist, nämlich still, zurückhaltend und deren Geschlecht eindeutig männlich, ihr Wesen aber von weiblicher Natur ist. Zwischendurch kümmert sie sich noch um ihr etwa dreijähriges Töchterchen, das sich uns gegenüber erst schüchtern, dann aber zunehmend forsch flirtend verhalten hat. Eine skurrile und oft äußerst unterhaltsame Kombi. Einmal hab ich sie gefragt, ob sie wirklich Thai ist, weil sie so untypisch viel Power versprüht und eher nach Afrika passen würde. Klar ist sie Thai und sie muss schliesslich drei Kinder grossziehen, aber einen Mann wird sie wohl nie kriegen, war ihre klare Antwort. Das erklärt schon einiges, trotzdem frage ich mich wie sie ohne Mann zu drei Kindern kommt.....

Jedenfalls sitzen wir da morgens oft beim Frühstück, schauen was auf der unmittelbar vor unserer Nase verlaufenden Strasse abgeht, oder im gegenüber liegenden, offenen Gym. Das ist recht gut besucht und Männer und Frauen kämpfen sich ab und schwitzen für einen gestählten, muskulösen Körper. Körperkult wird hier groß geschrieben und hart daran gearbeitet - und wir sitzen gemütlich hier und genießen faul unser Frühstück.

Und weil so ein Frühstück enorm anstrengend ist, bewegen wir uns danach langsam wieder zurück zu unseren Bungalows, wo wir uns in unseren schattigen und gemütlichen Hängematten erst mal ausruhen.

Dank Internet ist auch da immer für Unterhaltung gesorgt und manchmal wird einfach ein kleines Nickerchen eingeschoben, bis es bald schon wieder Zeit für's Mittagessen ist.

Wir haben Glück, unmittelbar neben dem Zugang zu unserem Resort an der Strasse hat sich eine kleine thailändische Strassenküche aufgebaut, die sehr günstiges und überaus leckeres Essen anbietet.

Dort brutzelt duftendes Hähnchen auf dem Holzkohlegrill, aber ist gibt auch Fisch und sehr schmackhafte andere Gerichte, allerdings ohne große Auswahl. Betrieben wird der Laden, der aus ein paar in den Boden gerammten Bambusstämmen und einem Dach besteht, von einem einfachen thailändischen Paar, begleitet von einem immer schlafenden alten Hund und einem angriffslustigen, überhaupt nicht ängstlichen Huhn. Dazu gesellen sich in den umliegenden Bäumen lebende Vögel, die immer pfeifend und rufend wachsam auf irgendwelche Abfälle schielen. 

Das Essen hier ist einfach, sehr günstig, aber immer frisch und lecker, weshalb der Laden zu Recht sehr beliebt zu sein scheint. Viele Kunden, Westler als auch Thai, halten an der Strasse kurz an, bestellen und lassen sich ihre Mahlzeiten zum Mitnehmen verpacken. Es dürfte sich um Stammkunden handeln, denn wir haben immer wieder die selben Gesichter beobachtet, was uns nicht wundert, schliesslich kommen wir ja auch immer wieder hierher.

Für den Strand ist es jetzt zu heiß, da bleiben wir lieber im Schatten. Strand ist erst am Nachmittag angesagt, nach einer ausgiebigen Siesta. Unmittelbar vor unserem Resort wird der Strand von vielen jungen Familien mit Kleinkindern belegt, weshalb wir uns eher ein paar Meter den Sandstrand hinauf bewegen, dort gibt es auch vereinzelt Schattenplätze. Hier geht es deutlich ruhiger zu . Je näher der Sonnenuntergang rückt, desto mehr füllt sich die Beach, ohne jedoch jemals voll oder gar überfüllt zu werden. Ein Holländer erfüllt die Luft mit sanften Tönen, die er einem metallenen Instrument entlockt, das zwei aufeinander liegenden Wok Schüsseln gleicht und sich ein wenig wie ein xylofon anhoert. Die allgemeine Stimmung ist total entspannt, friedlich und freundlich. Man kommt leicht ins Gespräch, alle sind locker und offen. Ein grosser, schlanker Mann aus Albanien/Italien verkauft selbstgemachte "Tantra Balls", was auch immer das ist - ich habe nicht probiert. Er meint ich sähe aus wie ein gewisser Jodorowski, eine argentinischer Regisseur und Heiler. Ich hab den später gegoogelt und muss sagen,  der Burja, so nannte sich der Albaner, hat wohl zuviel seiner Tantra Balls genascht. Wie sich herausstellte, kannte er Heidelberg, wo er, wie sollte es anders sein, sein Herz an eine Spanierin, die beim amerikanischen Militär arbeitete, verloren hatte.

Da unser Resort an der Westküste liegt, verlaufen die Sonnenuntergänge oft spektakulär, Mal mehr Mal weniger, aber immer wunderschön. Sobald es dunkel wird, und wir uns nochmal unter der Dusche abgekühlt haben, machen wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Restaurant.

Es gibt einen sogenannten Markt, an dem an offenen Ständen allerlei Gerichte angeboten werden. Gegrillte Fleischspieße, Fisch, aber auch vegetarische Speisen, Suppen und allen möglichen Süsskram. Wir haben es nie geschafft, die Qualität der Speisen auszuprobieren, weil es mir dort immer zu laut war, da ging es zu wie auf dem Rummel. Wir haben also einige andere Restaurants ausprobiert bis sich ein Favorit herauskristallisierte. Freundlich, günstig, immer frisch und lecker - was will man mehr? Und dazu gab es immer ein überaus lautes Grillen Konzert, ansonsten blieb die gespielte Musik sehr im Hintergrund, was leider nicht überall der Fall war.

Den Abend und damit den Tag lassen wir am leeren Strand vor unserem Resort ausklingen. Wir ziehen uns zwei Liegestühle ans Wasser herunter und genießen die Ruhe und den Sternenhimmel bzw den Vollmond, der den Strand erhellt. Meistens genehmigen wir uns noch einen Drink oder ein Bierchen dazu, welches wir vorher im Supermarkt zusammen mit einem großen und äusserst billigen Beutel Eiswürfel gekauft haben und freuen uns in Dankbarkeit an unserem Glück hier sein zu können - alles richtig gemacht.


#thailand #koh pangan#sritanu
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