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Bungalow-Suche

Veröffentlicht: 14.01.2022

Als erstes versuchen wir es in Haad Salad etwas nördlich von Sritanu. Ich finde tatsächlich die versteckte Abzweigung zum Strand und kurz dahinter liegt auch schon die erste kleine, private Bungalowanlage. Die Vermieterin will gerade wegfahren und ist hocherfreut als sie hört, dass  wir uns für ihre Bungalows interessieren, zuviele  stehen leer. Gern zeigt sie uns die am Hang angelehnten auf hohen Betonstelzen stehenden Hütten. Sie sind sauber, gepflegt und geräumig, verfügen sogar über eine Kochnische samt Kühlschrank, was Darshi immer gesucht hat und der Blick geht über grüne Palmen hinweg Richtung Meer. Der Preis liegt zu unserer Überraschung nicht über dem unserer jetzigen Bleibe und doch sind wir nicht vollends überzeugt, vielleicht liegt es an den sehr steilen und hohen Treppen. Wir lassen uns Visitenkarten geben und verlassen die enttäuschte Frau. Wir gehen die paar Meter zum Strand. Der Weg ist gesäumt mit weiteren gut gepflegten und meist leerstehenden Bungalows zwischen denen wunderbar blühenden Bäume und Sträucher wachsen, viele Frangipani darunter. Der Strand ist relativ klein und schmal, aber ruhig und feinsandig. Die Bungalows allerdings sind zur gesuchten Zeit bis auf einen alle belegt und kosten zu unserer Überraschung doppelt so viel wie die anderen ein paar Meter weiter hinten. Die Sache hat sich also schnell erledigt.

Wir fahren weiter nach Chaloklum, wo wir etwas essen wollen. Chaloklum ist ein ganz normaler Fischerort, in dem es zwar auch etwas Tourismus gibt, der ihm aber nicht den ursprünglichen thailändischen Charakter nimmt. Wir fahren an vielen geschlossenen Läden und Restaurants vorbei und können das von uns gesuchte von einem russischen Paar betriebene Cafe nicht finden, wahrscheinlich geschlossen. Also lassen wir uns im nächstbeste Restaurant nieder, das von den weiblichen Angehörigen einer Familie bewirtschaftet wird, Mutter und mehrere Töchter so vermuten wir. Jedes der Mädchen hat eine bestimmte Aufgabe, wobei uns unklar ist, ob sie das gerne tun, denn die Begeisterung hält sich in Grenzen. Trotzdem bekommen wir ab und zu ein kurzes Lächeln geschenkt. Von der Terrasse des Restaurants haben wir einen wunderbaren Blick auf die in einem halbrunden Bogen geschwungene Bucht von Chaloklum. Das Pier stört den Eindruck zwar ein wenig, aber die Sonne zaubert wunderbare Farben aufs Wasser.

Ich kann Darshi, der müde ist, noch zu einem letzten StrandBesuch bewegen. Wir fahren nach Haad Khom unweit von Chaloklum, lassen den Scooter oben an der Straße stehen und laufen den steinigen Holperweg nach unten. Auf halber Strecke kommt uns eine kleine Gruppe Affen entgegen. Die Tiere sind so an Menschen und ihre Gaben gewöhnt, dass sie sich in gelassener Erwartung mit Vorsicht, aber ohne Scheu vor uns positionieren. Darshi findet noch ein paar Nüsse in seiner Tasche und verteilt sie unter den Tieren, die zu meiner Überraschung recht friedlich sind. Ich kann zwar mit dem Handy ein paar Fotos machen, hätte jetzt aber lieber meine grosse Kamera zur Verfügung, die aber leider ungenutzt in der Hütte liegt. Wir sind noch nicht am Strand als Darshi sich schon über die Moskitos beschwert und als wir das Meer erreichen missfallen ihm die russischen Strandbesucher, obwohl wirklich nicht viele Leute da sind. Der Strand ist wunderbar, nicht sehr groß und auch schmal, Palmen und Bäume wachsen bis fast ans Wasser und spenden viel Schatten. Wir lassen uns unweit davon zwei Bungalows zeigen, die in ordentlichem Zustand sind, aber noch aus ihrem 2 jährigen Tiefschlaf erweckt und geputzt werden müssen, was aber kein Problem ist. Dafür aber umso mehr die wieder steilen Treppen. Darshi will wegen der Moskitos und den paar Russen sowieso nicht hierher und ist auch nicht bereit weitere Bungalows anzuschauen.

Also machen wir uns auf den Heimweg. Mit fast leerem Tank will ich schon nach Mae Haad abbiegen als Darshi mich auf die Einfahrt eines Hotels hinweist von dem wir am Tag zuvor gelesen hatten. Wir fahren also den sehr steilen Weg nach oben auf den Berg, stellen den Scooter ab und schauen uns um. Schon kommt die Managerin freudig lächelnd auf uns zu und ist nur zu gern bereit uns herumzuführen. Sie redet ohne Unterlass und preist die Vorzüge des Hotels an. Die Lage auf dem Berg bietet eine grandiose Aussicht, sowohl nach Norden aufs Meer als auch nach Süden über den Dschungel. Wir schauen uns einen Bungalow an, der am Hang klebt und dem das Meer praktisch zu Füssen liegt, die Aussicht ist phantastisch. Der Bungalow selbst ist nicht mit den vorherigen zu vergleichen, das hier ist Luxus pur. Panoramafenster, Steinfließen, Kingsize Bett, stilvolle Einrichtung samt Kühlschrank und TV und selbstverständlich Klimaanlage. Der Preis ist eigentlich sehr moderat, nur dreimal so hoch wie wir jetzt bezahlen, aber eben doch zu viel für uns. Überhaupt nicht geschockt führt uns die weiter plappernde Managerin weiter durch die Anlage, am wunderbar gelegenen Pool vorbei zu weiteren Bungalows, die nach Südwesten ausgerichtet sind.  Diese Bungalows sind nicht ganz so aufwendig gestylt wie der erste, sind für unser Empfinden aber immer noch als luxuriös zu bezeichnen. Wir wollen uns schon wieder auf den Weg machen, kommen aber ins Stocken als die Managerin uns den verblüffend geringen Preis nennt - 600 Bat will sie nur haben und reduziert sogar freiwillig noch auf 500 weil wir zwei Bungalows für mehrere Tage suchen.

500 Bat ! Das ist genauso viel wie wir jetzt für unsere marode Strandhütte zahlen, das kann doch nicht wahr sein. Ist es aber. Wir sind total von den Socken. Dann werden wir noch ein paar Meter den Hügel hinauf geschickt, wo uns eine kleine Bar mit sagenhaften Blick über die Bucht von Mae Haad und den Sonnenuntergang erwartet. Wir lassen uns nieder und geniessen den Blick und sind wie berauscht von dem Ausblick und dem Gedanken hier zu wohnen. Aber immer mit der Ruhe. So unglaublich das Angebot klingt, es hat auch seine Hacken. Das Hotel liegt nicht nur ab vom Schuss, sondern auch noch auf einem Berg, wir brauchen also zusätzlich einen Scooter, ohne den geht gar nix. Aber wollen wir wirklich für jeden Furz, ob Strand oder Restaurant uns erst auf den Scooter setzen? Wir sind hin und her gerissen. Da hat man einmal im Leben die Chance auf so einen Luxus, die muss man ergreifen. Muss man?

Wir wollen das ganze überschlafen. Was ist Luxus? Ein stilvoll eingerichteter Bungalow mit allem Komfort ab vom Schuss oder eine einfache Hütte nur wenige Schritte vom Meer in der du das seichte plätschern der Wellen hören kannst, wo exotische Vögel in den Bäumen rufen und die Hängematte vor der Tür hängt? Welche Art von Luxus ist uns wichtiger?

 


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#thailand #koh pangan

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