Überfahrt Tokushima-Tokio, 15. März 2026
Heute ist für ein guter Teil unserer Mitreisenden der letzte Tag, denn der erste Teil der Gesamtreise endet morgen in Tokio. Das ist für diese und für uns etwas traurig. Für uns...


Veröffentlicht: 16.03.2026






























































Heute sind wir im Hafen von Tokio (Harumi-Futõ) angekommen. Es ist bedeckt, etwas windig und knapp 10°C. Wir sind trotzdem mit dem ersten Shuttle Bus zum Hauptbahnhof (Marunouchi) gefahren.
Der erste Eindruck von der Stadt: Eine Betonwüste. Als wir dann von Bahnhof zum Kaiserpalast bzw. zu den Gärten gelaufen sind, haben wir doch überall ein wenig Grün, Bäume und Wasser gesehen. Die Bäume werden aber mehrheitlich in Form gestutzt, entweder in irgendwelche Formen oder mehr in Stangen.
Spannend ist, dass es recht viel Velofahrende hat und viele davon sind Lastenvelos mit Kindern drauf. Es hat auch an den meisten Orten deutlich markierte Velospuren (z.T. auf der Strasse, z.T. auf Trottoirs, wenn diese breit sind).
Die Anlage und Gärten um den Kaiserpalast sind gross. Sie werden zum Teil aber wie der Central Park in New York von Strassen durchschnitten. An Montagen, wie heute, sind aber die Gärten und Anlagen im inneren Bereich geschlossen. Es ist witzig, dass aber auch in den äusseren Gärten nicht gejoggt werden darf. Wahrscheinlich auch nicht auf den Autostrassen, die durch die Parkanlagen führen. Dafür gibt es, obwohl auch verboten, schlafende Obdachlose.
Nach dem Kaiserpalast sind wir zum Katzentempel "Gotoku-ji". Es ist ein japanisch buddhistischer Tempel, der den Katzen gewidmet ist. Hier sind nach der Legende die winkenden Katzen (Maneki Neko) entstanden. Eine Katze soll einen Fürsten durch winken von einem Baum weggelockt haben, in den unmittelbar danach ein Blitz einschlug. Aus Dankbarkeit liess er den bestehenden Tempel renovieren. Das Ereignis macht die Runde und die Bevölkerung begann dem Tempel Porzellan-Winkekatzen als Opfer zu schenken.
Der Tempel liegt ziemlich weit weg vom Stadtzentrum. Es war spannend durch dieses Wohnquartier mit kleinen Häusern und Strassen zu gehen. Es ist alles aufgeräumt, sauber und herausgeputzt. Aber überall hängen die Bündel von elektrischen Leitungen.
Als nächstes sahen wir die uns die bekannte Shibuya-Kreuzung an. Hier wälzen sich Menschenmassen über eine Kreuzung mit ultrabreiten Fussgängerstreifen, inklusive diagonale Fussgängerstreifen. Gleich nebenan ist auch die Hachikō-Hundestatue, die an einen Akita erinnert, der jeden Abend beim Bahnhof Shibuya auf sein Herrchen wartete, um ihn abzuholen. Als sein Herrchen gestorben war, wartete er noch jahrelang jeden Abend, bis er selbst verstarb. Die Geschichte wurde u.a. 2009 mit Richard Gere als Herrchen verfilmt.
Danach gingen wir zum ältesten Tempel Sensō-ji (Asakusa-Kannon-Tempel). Er wurde im Jahr 645 gebaut und ist ein wichtiges japanisch-buddhistisches Heiligtum, besonders bekannt ist das Kaminarimon-Tor. Zwischen dem Tor und dem Tempel befindet sich eine Strasse mit Marktständen und unendlich vielen Leuten. Viele BesucherInnen, vor allem Frauen, tragen traditionelle Kimonos. Es treffen hier riesige Touristenmassen auf betende Gläubige.
Da wir eine Toilette brauchten, sind wir in eine Art Café gegangen. Dort gab es alles mit Matcha. Alle Tee-Sorten, Kaffee, Gutzi, Konfekt usw. mit frisch gemahlenem Matcha. Wir finden, es schmeckt wie frisches Gras und Laub, aber es soll wahnsinnig gesund sein und wird hier aktuell überall angepriesen. Wir haben dann noch eine Portion "heissi Marroni" gekauft. Die Japaner lieben Marroni (auch im Dessert) wie wir.
Nachher sind wir zum Sky Tree gelaufen, ein Metall-Turm, dessen oberste Plattform 450m hoch ist. Die Wartezeiten von einer Stunde oder mehr waren uns dann aber zu lang, dass wir dieses "Highlight" weggelassen haben.
Der Bereich rund um den Sky Tree war gerade eine Grossbaustelle, deshalb brauchten wir etwas länger, bis wir die richtige Metro gefunden haben. Wir haben aber alle Strecken mit dem öffentlichen Verkehr gemacht und insgesamt war es erstaunlich einfach. Nicht wesentlich komplizierter als in anderen Städten. Das Komplizierteste waren vielleicht die Billettautomaten. Jeder funktioniert etwas anders, bei einem konnte man nach Stationen suchen, beim anderen musste man eingeben, welche Metro-Linien man brauchen will, bei den meisten konnte man gleich zwei Billette auf einmal lösen usw. Aber mit jeder Fahrt wird man geübter. Um zum Schiff zurück zu kommen, brauchten wir einen Bus. Wir waren nicht sicher wo der wohl halten wird, weil die nächste Bushaltestelle ganz anders als der Hafen geheissen hat. Es stellte sich heraus, dass der Bus unmittelbar vor dem Schiff seine Endstation hatte.
Auf dem Schiff gab es dann noch ein hervorragendes, japanisches Abendessen und bei der nächtlichen Hafenausfahrt eine schöne Stadtkulisse.
