Überfahrt Kobe - Kagoshima, 19. März 2026
Heute gibt es wieder einen Seetag, der ganz gelegen kommt. Beim Morgenessen haben wir noch ein ehemaliges Seebourn Schiff namens Odysee gesehen. Sie wurde verkauft an eine...


Veröffentlicht: 20.03.2026




























































Heute sind wir in Kagoshima angelandet. Sie hat ungefähr 600'000 Einwohnende und ist die südlichste der grösseren Städte Japans. Auf der Kagoshima gegenüberliegenden Seite der Meeresbucht gibt es den sehr aktiven Vulkan Sakurajima (Kirschblüteninsel). Dieser bricht regelmässig aus und regnet oft Asche. Der letzte grössere Ausbruch war 2022, 2011-2016 brach er jedes Jahr aus. Meistens gibt es wenige Tote, da den Ausbrüchen jeweils Erdbeben vorangehen. Beim grossen, mehrere Monate dauernden Ausbruch von 1914 starben "nur" 58 Menschen. Neben den Evakuationen gibt es auch an den exponierten Orten Schutzräume und Schutzausrüstung.
Unser Schiff wurde ausgesprochen freundlich willkommen geheissen, im Hafen waren viele Leute mit Fähnchen, die gerufen und gewunken haben. Auch das Clearing des Schiffs ging schnell, wie sonst nirgends. Das Wetter war ausgezeichnet, blauer Himmel, gut 20°C und schwacher Wind.
Als Erstes sind wir mit der Fähre zum Vulkan Sakurajima auf die andere Seite der Bucht gefahren. Der Vulkan, der ursprünglich auf einer kleinen Insel lag, wurde durch die Lava des Ausbruchs von 1914 mit dem "Festland" verbunden. Die Mehrheit der Leute leben weiterhin neben dem Vulkan. Es gibt nur vereinzelte Liegenschaften, die verlassen wurden. Privathäuser werden teilweise auch nicht mehr genutzt, weil die Bevölkerung Japans massiv schrumpft.
Danach fuhren wir zu den Senganen Gärten mit der ehemaligen Residenz des Shimadzu-Clans. Die Anlage wurde 1658 erbaut, ist sehr schön und wurde bis Anfang des 20. Jh. genutzt. Die ersten Kirschblüten haben schon ihre Blütenpracht gezeigt. In den Gärten gibt es unter anderem einen Katzenschrein, den wir natürlich genau angeschaut haben. Die Residenz war auch sehr eindrücklich, weil man sich hier besser als im Kaiserpalast vorstellen kann, wie hier früher gelebt wurde.
Auf der Fahrt zurück konnten wir uns nochmals ein Bild der Stadt Kagoshima machen. Sie macht im Vergleich zu den bisher besuchten Städten, einen etwas ärmeren Eindruck. Es gibt mehr vernachlässigte oder nicht mehr genutzte Häuser, die öffentliche Infrastruktur (Strassen, Flusswege, Verkehrszeichen usw.) wirken weniger gepflegt. Unser Guide hat auch bestätigt, dass die Immobilienpreise und auch die Löhne hier tiefer sind. Unser Guide, eine Frau, ist dann noch richtig aufgetaut und hat über ihre persönliche Situation, das Leben und die Politik erzählt. Ihr Mann ist seit zwei Jahren pensioniert und sie arbeitet noch. Er macht im Haushalt keinen Finger krumm und weigert sich auch nur etwas im Haushalt zu machen oder sich ausser Haus zu engagieren. Deshalb ist er sehr unzufrieden, dass sie ihn nicht mehr bekochen will.
Danach sind wir noch mit dem Shuttle Bus in die Innenstadt gefahren. Obwohl ein nationaler Feiertag war, waren die grösseren Läden geöffnet und gut besucht. Die Stadt hat neben Bussen auch Trams. Wir mussten aber schon bald wieder zurück aufs Schiff. Im Hafen wurden wir von einer ausgezeichneten Jugend-Big Band und sehr vielen winkenden, Fahnen schwingenden, rufenden und klatschenden Leuten verabschiedet.
