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Zuletzt in Kroatien

Großer Mann, kleiner Fisch oder wie man auf Reisen Freunde findet

Veröffentlicht: 12.09.2025

Unterkunft
Campingplatz am Fjord
Frei­camping
Essen
Gemeinschaftsküche im Campingplatz
$ · Abendessen
Sehenswert
Feuerhüttchen
Norwegen
Tour
Angeln im Fjord
Aktivität

Manchmal merkt man schon bei den Bewertungen, dass ein Campingplatz anders ist als die anderen. Von Ali, dem Besitzer, hieß es: Er kocht für seine Gäste, und Ordnung sei hier eher Nebensache, trotzdem alles liebevoll und sauber. Genau das wollten wir sehen.


Kaum im Wohnzimmer, das gleichzeitig Rezeption ist, bezahlt, teilt uns Ali mit, dass er noch Fisch vom Vortag hat und abends kochen möchte. Ein paar Schweizer hätten sich auch angekündigt. Eine halbe Stunde später sitzen wir in der Gemeinschaftsküche, mein mitgebrachtes Gemüse kann ich gleich wieder zurücktragen – alles ist schon fast fertig. Es duftet nach Reis, Hühnchen, Fisch und frischem Salat.


Nach und nach trudeln die anderen Gäste ein: ein deutsches Paar, zwei Dänen und schließlich Stephan und Helen aus der Schweiz. Da wir schon länger in der Küche helfen, fragt jemand, wie lange wir eigentlich schon da seien. Ähm … seit gerade eben.
Der Abend endet im Feuerhüttchen mit Ali, Stephan und uns – lustig, nachdenklich, laut und leise. Ali erzählt von seinem Leben: vor 20 Jahren aus dem Jemen gekommen, von seinem norwegischen Vater adoptiert, der nun krank im Heim ist. Ali spricht fließend Norwegisch und Englisch, kämpft aber trotzdem immer wieder mit Rassismus. Und er hat Angst, bald allein zu sein.


Als am nächsten Tag Stephan und Frank zum Angeln raus sollen, schlage ich vor, Ali einfach mitzuschicken und die Rezeption selbst zu übernehmen. Er lacht, bis er merkt, dass ich es ernst meine. Wir haben einen Deal – und bleiben noch einen Tag.


Der Tag beginnt nach einer langen Nacht sehr langsam. Wir frühstücken lange und erkunden ein bisschen das wunderschöne Camp. Auf einer kleinen Halbinsel mitten im Fjord gelegen. Von unserem Stellplatz kann man Ebbe und Flut beobachten und das ist ziemlich beeindruckend. 


Am frühen Nachmittag tuckert das Boot mit einem jodelnden Stephan im Bug los – ein Schauspiel! Helen und ich machen es uns in der Sonne gemütlich und halten den Eingang im Blick.


Ein paar Stunden später kehren die Männer mit einem kleinen Dorsch zurück. Abends gibt es Rentier für die Nicht-Pescetarier, dazu neue Gäste – Uli und Sabine aus Berlin, Ludwig und sein Vater aus München. Und wieder endet der Abend in der Feuerhütte, mit Musik, Geschichten, Polarlichtern und sogar kleinen Tänzchen. Was für eine Stimmung!


Am nächsten Morgen helfen wir noch, einen Wohnwagen umzuparken. Das dauert länger als gedacht, aber schließlich zieht Stephan E-Auto mit unserem australischen Bergegurt das Ding aus dem Dreck. Dann heißt es Abschied nehmen. Ein bisschen wehmütig rollen wir weiter Richtung Süden – mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck.


Chief Little Fish – or How to Make Friends on the Road


Sometimes you can already tell from the reviews that a campsite is different from the rest. About Ali, the owner, people wrote: he cooks for his guests, and while things may not be super organized, everything is still done with love and care. Exactly the kind of place we wanted to see.


As soon as we had paid in the living room – which doubles as the reception – Ali told us he still had fish from the day before and was planning to cook dinner. A couple of Swiss guests were on their way too. Half an hour later we found ourselves in the communal kitchen. The vegetables I had brought along could go straight back to the van – everything was already almost ready. Rice simmering on the stove, chicken and fish sizzling in the oven, fresh salad being tossed. It smelled amazing.


One by one, the other guests arrived: a German couple, two Danes, and finally Stephan and Helen from Switzerland. Since we had been helping Ali in the kitchen for a while, someone asked how long we’d been staying there. Umm … since just now.


The evening ended in the little fire hut with Ali, Stephan and us – funny, thoughtful, loud and quiet all at once. Ali told us about his life: moving from Yemen over 20 years ago, adopted by his Norwegian father who is now sick and in a nursing home. Ali speaks fluent Norwegian and English, yet still faces racism from time to time. And he admitted he is afraid of ending up alone.


The next day, when Stephan and Frank were supposed to go fishing, I suggested Ali should just go with them and I’d take over reception. He laughed until he realized I was serious. Deal! So we decided to stay another day.The day starts slowly after a long night. We linger over breakfast and wander around the beautiful campsite, perched on a small peninsula in the middle of the fjord. From our spot we can watch the tide ebb and flow – and it’s pretty impressive.


By early afternoon the boat set off, with a yodeling Stephan in the bow – what a sight! Helen and I stayed back, set up a table in the sun with the campsite entrance in view, and made ourselves comfortable.


A few hours later the men returned with a small cod. Dinner that night was reindeer for the non-pescetarians, joined by new arrivals – Uli and Sabine from Berlin, and Ludwig with his father from Munich. Another evening in the fire hut followed: music, stories, northern lights, and even a little dancing. The atmosphere was simply magical.


The next morning we helped move a caravan that had gotten stuck. It turned out trickier than expected, but eventually Stephan’s electric car – with the help of our Australian recovery strap – pulled it free. Then it was time to say goodbye. A little wistfully, we rolled on south, carrying lots of wonderful memories with us.

Auf einen Blick

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Dauer
3 Tage
Begleitung
Mit Freunden
EntspannendKulturellAbseits der Pfade
  • Gemeinsames Kochen mit Ali im Campingplatz-Wohnzimmer
  • Bootsausflug zum Angeln im Fjord
  • Abend in der Feuerhütte mit Musik, Geschichten und Nordlichtern
  • Wohnwagen mit E-Auto und Bergegurt aus dem Dreck gezogen
australischer Bergegurt
NaturEssenTransit
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