Veröffentlicht: 30.01.2026


































Heute steht eine Gruppen- Tour zum indigenen Stamm der Bribri auf dem Programm. Es geht zunächst mit einem Bus etwa 25 km auf teilweise eher holprigen Straßen durch den Ort Bribri, die Hauptstadt des Bezirkes Talamanca durch jetzt offenstehende Tore weiter in den von den Indigenen weitgehend selbstständig verwalteten Bereich. Während der Covid Pandemie waren diese aufgrund eines Beschlusses der Bribri geschlossen. Und dann geht’s weiter per pedes in etwa 45 Minuten zum Indianerdorf – der Zufahrtsweg ist nur für Motorräder befahrbar.
Die Bribri-Gemeinschaft, die größte indigene Gruppe Costa Ricas, lebt in der Region Talamanca und auch im Norden Panamas. Das Volk insgesamt umfasst heutzutage noch etwa 5000 Personen. Das von uns besuchte Dorf wird von etwa 30 Personen ständig bewohnt, die alle der gleichen Großfamilie oder Clan angehören.
Ihre Gesellschaftsstruktur ist durch das Matriarchat geprägt, in dem Frauen eine zentrale Rolle im Familien- und spirituellen Leben spielen. In der Bribri-Kultur wird das Wissen um Land und Vorfahren durch die Frauen weitergegeben, die als Hüterinnen von Weisheit und spirituellen Traditionen gelten.
Für die Bribris ist Spiritualität untrennbar mit der Natur und allen Aspekten ihres täglichen Lebens verbunden. Sie glauben an Sibö̀, den Schöpfergott, und an eine Reihe von Naturgeistern, die Flüsse, Berge und Tiere bewohnen. Diese Naturelemente besitzen nicht nur einen praktischen Nutzen, sondern auch eine tiefe spirituelle Bedeutung. Die Zeremonien und Rituale werden von spirituellen Führern, den sogenannten „Awa“, geleitet, die aufgrund der vorherrschenden Matriarchie zumeist Frauen sind.
In „unserem“ Dorf gibt es in der jüngsten Kinder – Generation neben gegen 10 Buben nur ein Mädchen, das wohl einmal in Zukunft die Chefin des Clans sein wird.
Am Weg zum Dorf sehen wir auch Suràyum, den heiligen Berg der Bribri.
In ihrer Weltanschauung der Bribri ist er mehr als nur ein geografischer Ort; es ist das Epizentrum der Schöpfung. Hier pflanzte Sibö̀ die heiligen Ditsö̀-Samen (Mais), aus denen die Bribri und andere Stämme hervorgingen. Dieser Ort gilt als Verbindung zwischen Erde, Leben und Göttern.
Kakao nimmt in der Spiritualität und im Alltag der Bribris einen besonderen Platz ein. Als Geschenk der Götter betrachtet, ist Kakao weit mehr als nur ein Nahrungsmittel; er ist ein heiliges Band, das die Gemeinschaft mit ihren Ahnen und dem Geist des Landes verbindet. Bei Zeremonien wird Kakao als Opfergabe verwendet und im Rahmen von Ritualen konsumiert, um den sozialen Zusammenhalt und die spirituelle Verbindung zu stärken.
Neben Kakao werden auch Mais, Bohnen, Ananas, Kräuter, Gemüse und ähnliches angebaut und Hühner und Schweine gezüchtet. Die Dorfbewohner sind zu 70 % Eigenversorger.
Die Häuser stehen meist auf Stelzen, um den frei herumlaufenden Haustieren Schutz bieten zu können.
Die Bribri haben eine eigene Sprache, die zum westlichen Zweig der Chibcha-Sprachen gehört. Sie kannten ursprünglich keine Schrift, übernahmen aber von den Spaniern die Schriftzeichen. Es existiert seit einigen Jahrzehnten auch ein Bribri-Wörterbuch.
Wir werden schon unterwegs von einem ranghohem Bribri freundlich empfangen und mit Erklärungen uns Dorf geleitet. Die T-Shirts von ihm und auch der kleinen „Prinzessin“ sind wohl dem Besuchstourismus gewidmet.
Wir besuchen die Küche, die Feuerstellen befinden sich auf hölzernen Gestellen mit einer dicken Erdauflage. Die Küche ist stark verraucht, da es keinen Kamin gibt – dies aber mit Absicht: der Rauch hält Schädlinge vom Haus und vor allem dem mit Palmblättern gedeckten Dach fern.
Bald werden wir mit einem auf Bananenblättern servierten Mittagsmahl aus Huhn, Bohnen und Gemüse gestärkt.
Danach werden wir durch die Bribri Art der Kakao Herstellung geführt, beziehungsweise dürfen die Besucher auch aktiv mit anpacken.
Gut gesättigt und voll mit neuen Eindrücken aus dem Dorf und dem einfachen, naturnahen der Bribri wandern wir dann wieder zurück hinauf zum Bus.
