So geht es nicht weiter...
Der Samstagmorgen (29.09.2018) empfängt mich sonnig - warm. Ich nutze die Gelegenheit für ein letztes Bad im Aragwi, schließlich soll es heute wieder in die Berge gehen. Ich...


Veröffentlicht: 14.10.2018




















































Mittlerweile haben wir Mittwoch, den 10. Oktober 2018. Leider ist es mir in den letzten Tagen nicht gelungen mein Bankproblem zu lösen. Damit bleibt auch der geplante Abstecher nach Aserbaidschan auf der Strecke. Ich habe beschlossen mich zu Fuß nach Armenien zu begeben. Nachdem ich am späten Vormittag all unser Hab und Gut verpackt habe, machen wir uns auf den Weg. Es ist eher trübes Wetter, dafür sind die Temperaturen mit gut 15 °C ideal zum Wandern. Am Ortsausgang von Mzcheta und kurz nach Queren der Kura, gönne ich mir eine kleine Kaffeepause. Die letzte Wanderung ist schon wieder eine Weile her, entsprechend ruhig will ich die Sache angehen. Anschließend gehen wir oberhalb der Landstraße in Richtung Tiflis und kommen an den Resten der Festung Armaztsikhe-Bagineti vorbei. Ich stelle Rango und Rucksack ab und schaue mir die Ausgrabungsstätte an. Oberhalb des Zusammenflusses von Kura und Aragwi gelegen, bietet sich ein herrlicher Blick über Mzcheta und das Kuratal. Dann geht es noch ein Stück entlang der Landstraße, bevor wir rechts abbiegen und uns an den Aufstieg in die Ausläufer des Kleinen Kaukasus machen. Kurz nach drei erreichen wir die Ortschaft Karsani. Nach gut 9 gelaufenen Kilometern ist es erneut Zeit kurz durchzuschnaufen, immerhin ging es beständig bergan. Mittlerweile lässt sich die Sonne auch ab und an blicken und bringt die herbstlich gefärbten Wälder zum Leuchten. So fallen die nächsten 5 Kilometer nicht ganz so schwer und wir erreichen den Chilitba-See am frühen Abend. Für einen Sprung ins kühle Nass bietet sich Selbiger leider nicht an, höchstens ein Schlammbad wäre möglich. Nachdem ich unser Zelt auf gut 1150 m aufgebaut habe, genieße ich den herrlichen Blick über das abendliche Tiflis und die Dämmerung überm See.
Der Donnerstag empfängt uns sonnig und so komme ich schon beim Abstieg nach Telovani leicht ins Schwitzen. Von dort geht es über Didgori weiter nach Dzveli Vedzisi. Trotz Nähe zur Hauptstadt, wirken die Häuseransammlungen sehr ärmlich. Kein Speckgürtel in Sicht. Auch die Landschaft selbst macht einen wenig fruchtbaren Eindruck und erstrahlt größtenteils in trockenen Gelb- und Ockertönen. Oberhalb von Dzveli Vedzisi ist am Ufer des Dighmistskali-Flusses nach knapp 10 km Schluss für heute. Der Bach hat hier eine malerische Schlucht in den Fels gefressen, deren Schönheit in der Abendsonne so richtig zur Geltung kommt.
Am Freitagvormittag (12.10.2018) steht dann der nächste kleine Anstieg bevor. Nach 3 km und einer guten Stunde haben wir uns nach Tsodoreti hochgekämpft. In dem Nest überredet mich ein junger Georgier uns ein Stück Richtung Tiflis mitzunehmen. In der Nähe des Lisi-Sees steigen wir aus und ich gönne mir an einer Strandbar ein kleines Mittagessen. Dann suche ich mir nahe dem See ein Plätzchen für unser Zelt. Nachdem das Lager aufgebaut ist, gehe ich mit Rango für einen kleinen Einkauf um den See nach Nutsubidze Plato, einen äußeren Distrikt von Tiflis. Auf dem Rückweg kann ich das Zelt bereits von Weitem sehen. Ein schönes Plätzchen, aber dann doch etwas zu exponiert. Kurz vorm zu Bett gehen bekommen wir Besuch von der Parksecurity auf ihrem Quad. Nach kurzem Plausch darf ich die Nacht bleiben, verspreche aber am nächsten Morgen weiterzuziehen.
Der Samstag startet nieselig, wie vorhergesagt. Meinen geplanten Ruhetag möchte ich mir von den beiden Quadfahrern nicht vermiesen lassen. Ich suche mir ein etwas abgelegeneres Fleckchen für mein Zelt und ziehe etwa 300 m weit weg. Nach dem Frühstück mache ich mich mit Rango auf den Weg nach Tiflis - Saburtalo. Wir schlendern etwas durch den Stadtteil, der größtenteils von Hochhäusern geprägt ist. In einer kleinen Bäckerei kann ich seit langem mal wieder richtig gutes Schwarzbrot erstehen. Zwar schmeckt mir das georgische Fladenbrot (Puri) auch sehr gut, etwas Abwechslung tut trotzdem ab und an Not. Nach einem Käffchen sind wir am frühen Nachmittag nach gut 10 km wieder am Zelt. Besuch hatten wir scheinbar keinen und so geht auch der Tag am See entspannt seinem Ende entgegen.
