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Mit Hund nach Zentralasien
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Eriwan, die Dritte

ein Truthahn ist keine GansNeujahrsbaum vor der Operhat sich wohl verlaufenNeujahrsbaum auf dem Platz der RepublikPark in blauhinab in Levons HöhleWandschmuckEriwan, die DritteEriwan, die DritteLevons WerkzeugkastenMehran beim bastelnfertigdas passtTafel bei VardanyansfriedlichKillerTafel im HostelNachmittagsspaziergangrund ums Hostel Irund ums Hostel IIder Ararat am Horizontauch Rango kommt auf seine Kostenund ums Hostel III

Der Freitagmorgen (21.12.2018) beginnt mit dem üblichen Ringel in Karapetyans verschneitem Garten. Währenddessen erreicht mich eine traurige Nachricht, mein Opa ist mit knapp 99 Jahren am selben Morgen seinen letzten Weg gegangen. Die Möglichkeit deswegen wiedermal in der Heimat vorbeizuschauen ist schnell ins Auge gefasst. So bin ich während des Kaffeetrinkens mit meinen Gastgebern gedanklich schon wieder ganz woanders. Nachdem mich Sasun noch zum gemeinsamen Mittagessen überredet hat, mache ich mich mit Rango auf den Marsch nach Sewan. Auf halber Strecke werde ich von Harut und seinem Vater eingesammelt und mit dem Lada bis zur Bushaltestelle der Kleinstadt kutschiert. Gegen halb fünf fällt dann die Begrüßung im JR's in Eriwan sehr herzlich aus und ich werde umgehend mit dem neuesten Klatsch und Tratsch versorgt. Zum Abendbrot lädt Zina zu Pelmeni ein, anschließend verbringe ich den Rest des Tages mit Nare und ein paar Freunden im Hostelkeller. Fühlt sich schon ein wenig wie ankommen an.

Die letzten Tage des Jahres vergehen wie im Flug. Neben kleineren Ausflügen in Eriwan, bereite ich am 24. und 25. Dezember ein Weihnachtsessen zu, fast wie ich es von zu Hause kenne. Am Heiligabend gibt es Linsen mit Bratwurst oder Salzkartoffeln mit Sauerkraut zu den Würsten. Selbige kann ich von einer Firma beziehen, die ein deutscher Aussiedler in Yerevan gegründet hat. Am ersten Feiertag hatte ich grüne Klöse mit Rotkraut und Gans geplant. Leider jubelt man mir beim Einkauf einen Truthahn unter. Ist nicht ganz dasselbe, aber außer mir scheint den Unterschied keiner zu kennen. So bin ich mit dem Resultat zweier Tage in der Küche ganz zufrieden.

Am 29.12.2018 geht es zusammen mit Nare, die für mich den Dolmetscher gibt, hinab in Levons Höhle. In dem Dorf Arinj hat sich Lyova Arakelyan über 22 Jahre mit einfachsten Mitteln gut 20 m tief in die Erde gegraben. Das Ganze begann nach Angaben der Witwe Tosya, mit einem einfachen Erdloch zum Kartoffeln einlagern und ist dann, sagen wir mal, etwas ausgeufert. Insgesamt sind wohl gut 3500 Kubikmeter Erde bewegt worden. IRRE!

Zum Jahreswechsel bin ich bei Nare daheim eingeladen. Es wurde mir bereits zugetragen, dass es bei der Gelegenheit reichlich zu essen gibt. Ich beschließe also, es am 31. beim Frühstück zu belassen um möglichst viele versch. Leckereien probieren zu können. Entsprechend hungrig komme ich am Silvesterabend bei Vardanyans an. Mutter und Großmutter sind noch am kochen und wie sich herausstellt gibt es all die Köstlichkeiten erst nach Mitternacht. Zum Glück werde ich von Nares Oma regelmäßig mit kleinen Kostproben versorgt. Nachdem ich noch eine kurze Einweisung in armenischem Tanz bekommen habe, darf ich es mir die Nacht über auf der Wohnzimmercouch gemütlich machen. Es war dann doch etwas naiv anzunehmen, ich könnte die Nacht im selben Raum mit Nare verbringen. Das läuft hier alles, sagen wir, etwas konservativer...

Im neuen Jahr schwappt eine Erkältungswelle durch den Gemeinschaftsschlafsaal im Hostel und erwischt auch mich. So vergehen die nächsten Tage noch etwas entspannter als eh schon. Schlafen, essen, Ringel mit Rango, lesen, kleines Nickerchen, Russisch lernen, kleines Nickerchen, Ringel mit Rango, Käffchen,... usw. usf.

Auf meinem täglichen abendlichen Rundgang, fallen mir am 05.01.2018 einige Passanten mit Lichtern auf. Am 6. Januar steht das orthodoxe Weihnachtsfest an. Wie sich herausstellt, gehen die Armenier am Vorabend in ihre Kirchen und bringen von dort eine brennende Kerze mit nach Hause. Das soll den Bewohnern Segen bringen. Für den Sonntag hat Nare dann einen Kürbis mit Reis und Trockenfrüchten gefüllt und in der Hostelküche garen lassen. Duftet herrlich und schmeckt auch so. Ansonsten ist auch das Weihnachtsfest eher unspektakulär. So bleibt genügend Zeit meine Erkältung auszusitzen um hoffentlich zeitnah mit dem Bus nach Batumi zu gelangen. Für den Heimweg habe ich mir die türkische Schwarzmeerküste ausgesucht. Zeit bleibt mir dafür voraussichtlich bis Anfang Februar. Schau mer mal...

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