Mein persönliches Fazit
58 Tage und 1485 Seemeilen allein mit dem Trailerboot um den bottnischen Meerbusen und durch den Mälaren. Zwei beeindruckende Zahlen und eine besondere Erfahrung. Das Boot. <


Veröffentlicht: 21.05.2026










Morgen, am Freitag den 22.05.2026, beginnt meine erste richtig große Reise durch Skandinavien bis hoch zum Nordkap. Heute werden die letzten Reisevorbereitungen getroffen und die "Koffer" gepackt. Die geplante Reisedauer beträgt rund 10 Wochen und führt mich über die dänische Ostseeinsel Bornholm weiter nach Ystad in Schweden. Von dort geht es rüber nach Norwegen.
Freitag, 22.05.26
Es ist kurz nach 13 Uhr. Mein Sohn kam noch nach der Arbeit vorbei um sich von mir zu verabschieden.
Dann geht's los. Heute steht nur ein kleiner Trip auf dem Programm. Rund 200 km nach Neuendettelsau in der
Nähe von Nürnberg. Ziemlich zäher Verkehr wegen des Ferienbeginnes. Im Hotel Moosmühle habe ich mir ein Zimmer reserviert.
Samstag, 23.05.26
Nach rd. 400 km habe ich den zweiten Zwischenstop in Coswig, Sacjsen-Anhalt, erreicht. Morgen geht's hoch nach Wiek auf Rügen.
Sonntag, 24.05.26
Die letzte Etappe in Deutschland ist geschafft. Rund 430 km bis nach Wiek auf Rügen. Aktuell hat es 19 Grad und keine Wolken. Heute Abend gabs im Hafen von Wiek einen Shrimpsteller mit Salat. Super lecker. 👍 Kurz nach 11 geht morgen die Fähre nach Bornholm.
Montag, 25 05.26
Nach einem guten Frühstück im Hotel packe ich wieder alles aufs Moped und fahre noch die letzten 38 km bis zum Hafen in Sassnitz. Dort treffe ich auf Tanja und Ramon, beide zusammen auf einer BMW 1250 GS Adventure. Und ich dachte, mein Moped wäre voll beladen! Natürlich kommen wir ins Gespräch über unsere jeweiligen Reisepläne. Gegen 11:30 Uhr dürfen wir als erste an Bord fahren. Wir sind im Übrigen die einzigen Motorradfahrer. Wir verbringen angenehme 3 1/2 Stunden zusammen, tauschen Telefonnummern uns und verabreden uns für morgen, um gemeinsam Bornholm per Moped zu erkunden. Die beiden haben für 3 Tage ein Hotel in Norden gebucht, ich einen Campingplatz im Süden. Das Zelt ist schnell aufgebaut und bezugsbereit. Ich statte noch dem Strand einen Besuch ab - tatsächlich gab es ein paar Mutige, die in der Ostsee gebadet haben - und gönne mir dann im Restaurant das Pizzabufett mit Salat. Da es langsam frisch wird, hole ich einen Pulli aus dem Koffer. Beim Schliessen des Koffers bricht das Schloss ab!!! So ein Mist. Vermutlich Materialermüdung. Gott sei Dank habe ich Spanngurte dabei, mit denen ich den Deckel geschlossen halten kann. Fängt ja gut an. Bin gespannt, was der nächste Tag bringt ...
Dienstag, 26.05.26
Nach einem kurzen Frühstück auf dem Campingplatz mache ich mich auf den Weg zur Ruine Hammershus im Norden der Insel. Dort treffe ich wie vereinbart mit Tanja und Ramon. Gemeinsam erkunden wir das etwa 500 Jahre alte Burggemäuer. Anschließend fahren runter an den kleinen Hafen Hamerhavn. Weiter geht's ind den nächsten Ort Sandvig-Allinge. Dort geht's zum alten Leuchtturm rauf, welchen wir besteigen - erstaunlicherweise kostenlos. Wir fahren weiter mit dem Uhrzeigersinn an der Küste entlang bis nach Svaneke, wo wir uns in einer klassischen Fischräucherei stärken. Zum Abschluss gibt es dänisches Softeis - viel besser als unseres. Wir fahren weiter nach Duodde zu meinem Campingplatz. Tanja und Ramon möchten gerne den tollen Stand sehen. Zum Ende des Tages fahren wir noch ein paar Kilometer weiter, bis wir ein kleines Cafè mit Kleiderverkauf finden. Merkwürdige Kombination. Dort gönnen wir uns noch was zu trinken ehe wir uns verabschieden. Tanja feiert morgen mit Ramon ihren Geburtstag, ehe die beiden übermorgen nach Schweden weiterreisen. Schön wars euch beide kennengelernt zu haben. Gute Fahrt euch beiden.
Mittwoch, 27.05.26
Nachdem ich heute alleine unterwegs bin, entschliesse ich mich dazu, einmal die Insel entgegen dem Uhrzeigersinn zu umrunden. Den größeren Städtchen statte ich jeweils einen Besuch im Zentrum ab. Insgesammt hat sich in den 42 Jahren seit meinem letzten Besuch erstaunlich wenig verändert. Hier und da ist ein Supermarkt dazugekommen aber ansonsten hat sich nicht viel getan. Gott sei Dank. Nichts was jetzt überlaufen wäre. Zum Ende der Rundfahrt statte ich noch der Inselhauptstadt Rönno einen Besuch ab, gönne mir ein Eis und suche schon mal die Zufahrt zum Hafen für die Fähre nach Ystadt in 2 Tagen.
Freitag, 29.05.26
Ich stelle zum ersten Mal im Urlaub den Wecker auf 7:00. Schließlich muss ich ja das Zelt abbauen, Schlafsack und Isomatte zusammenrollen und verpacken und alles wieder auf dem Moped verstauen, ehe ich um 8 Uhr zum frühstücken und auschecken gehen kann. Kurz nach 9 verlasse ich den schönen Campingplatz und fahre die 35 km bis zum Hafen in Rönne.
Pünktlich um 10:20 Uhr verlässt die Katamaran-Fähre den Hafen Richtung Schweden. Um 11:45 kommen wir in Ystad an. Bis ich dann endlich vom Schiff runterkomme ist es 12 Uhr. Der erste Stopp kommt nach 500 m an der Tanke. In Schweden ist der Sprit immerhin fast 50 Cent pro Liter deutlich günstiger als in Dänemark. Und mit ca. 1.75 € für Super auch günstiger als zu Hause. Dann quäle ich mich aus Ystad raus. Hier ist mehr Verkehr als in Stuttgart während der Rushhour!
Dafür entschädigt die erst Etappe in Schweden mit wunderbarer Landschaft, unendlich vielen Seen uns angenehmen 26 Grad - 10 Grad mehr aks auf Bornholm. Smoland ist eine Reise wert. Ich fahre noch 200 km ehe ich an einem malerischen See einen Campingplatz incl. Hütten entdecke. Da bis jetzt noch nicht viele Campingplätze aufgetaucht sind, nehme ich mir dort eine Hütte.
Samstag, 30.05.26
Ich stehe um 7:30 Uhr auf, mache mir ein Frühstück ohne Kaffee. Den habe ich wohl zu Hause vergessen. Ich verstaue wieder alles auf der Maschine und begebe mich suf die 2. Etappe in Richtung Göteborg. Bis dahin sind es noch 725 km. Mal sehen, ob ich es bis zim Vätternsee schafe. Nach kurzer Zeit komme ich durch eine Ortschaft mit einem wunderschönen See mit Springbrunnen. Daneben steht eine Kirche und daneben ein seltsames Gebilde aus Holz. Ich habe keine Ahnung, was das ist. Ich parke davor, mache ein paar Fotos, und sinniere über den Zweck des Holzturmes, als dieser sich plötzlich seine Eigenschaft bekannt gibt. Die Glocken beginnen zu schlagen! Es ist der Glockenturm der Kirche.
Ich fahre weiter, wieder durch wunderschöne Wälder, vorbei an malerischen Seen und durch verschlafene kleine Ortschaften mit den tollen bunten Holzhäusern. Ich dachte immer, Finnland ist das Land der tausend Seen. Das trifft auf Smoland ebenfalls zu.
In einer größeren Ortschaft halte ich an einem Supermarkt, ergänze den Getränkevorrat incl. Kaffee und Obst und fahre weiter. Gegen 13:00 erreiche ich Vimmerby, die Geburtsstadt von Astrid Lindgren. Fort esse ich im Restaurant zu mittag ehe ich weiter fahre in Richtung Vätternsee. Die Besiedlung wird dünner und die Seen werden weniger. Scheint hier keine Urkaubsregion mehr zu sein. Kein einziger Campingplatz oder Hütten auf 150 km! Mittlerweile ist es 17:30 geworden und die Temperatur auf 15 Grad gefallen. In einer Ortschaft frage ich eine Bewohnerin nach einem Campingplatz o.ä. Gibts hier nicht! In Linköping, rd 15 km von der Route gibt es aber Hotels. Von daher suche ich mir kurz auf Booking.com eine Unterkunft mit Frühstück. Das Hotel liegt außerhalb und ist nur über eine unbefestigte Straße zu erreichen. Hätte ich nie als Hotel erkannt. Sieht eher als wie ein riesiger Pferdestall. Aber das Zimmer ist sauber, die Dusche heiß und das Bett bequem. 400 km am Tag über Landstrassen bei Tempo 70 oder 80 reichen mehr als aus.
Sonntag, 31.05.26
Heute geht es weiter über kleine kurvige Landstraßen nach Göteborg. Hab mir dort für 3 Tage eine Unterkunft gemietet. Reifenwechsel steht an. Die aktuell montierten Pirelli Scorpion Sind nach jetzt ca. 11.000 km ziemlich am Ende angelangt. Leider fängt es nachmittags an zu regnen.
Am Montag geht es zuerst zum Motorradhändler. Die gewünschten Reifen hat er natürlich nicht da, werden ab sofort bestellt und sollten dienstag vormittags kommen. Am Dienstag bin ich dann gegen 13 Uhr wieder vor Ort. Die Reifen sind da und er schiebt mich dazwischen. Gegen 16:30 hat mein Moped neue Reifen ubd nein Konto 530 € weniger. Das waren die teuersten Mopedreifen meines Lebens! Leider spielt mittletweile das Wetter verrückt. Regen über Regen. Vom Atlantik kommt eine Kaltfront auf Norwegen ind Westschweden zugerollt. Genau dahin wollte ich eigentlich. Von daher beschließe ich, erstnal die Tour "rückwärts" zu fahren. Also zurück und auf nach Stockholm.
Mittwoch, 03.06.26
Ich packe meine 7 Sachen aufs Moped und mache mich auf relativ direktem Weg über kleine Nebenstraßen auf die 800 km Strecke nach Stockholm. Ungefähr in der Mitte habe ich eine wunderschöne Übernachtungs-möglichkeit auf einem Reitstall gefunden. Er liegt total abgeschieden an einem See. In der Küche kann ich mich am Kühlschrank bedienen. Ein öterreiches Ehepaar ist auch eingetroffen. Sie sind gerade auf dem Rückweg.
Donnerstag, 04.06 26
Nach dem gemeinsamen Frühstück mit den beiden Österreichern verabschieden wir uns. Ich fahre weiter nach Stockholm. Wie üblich nehme ich kleine Landstraßen. So zumindest der Plan. Bach ca. 50 km holt mich der Regen ein. Und zwar richtig!!! Also rein in die Regenklamotten und direkt auf die Autobahn nach Stockholm. Das spart 100 km und 2 Stunden Regenfahrt.
Ich habe mir 15 km außerhalb des Zentrums für 4 Tage ein kleines Zimmer im Hotel gemietet im die Stadt anzuschauen. Leider folgt mir das schlechte Wetter!! Es ist zum verrückt werden! Muß uch Skandinavien komplett streichen und dafür ins Baltikum übersetzen? Aktuell ist dort bestes Wetter. Aber nur bis zum nächsten Tag. Die Regenfront hat auch das Baltikum erreicht. So ein Mist!!!
Also abwarten und due Stadt geniessen. Stockholm hat eine wunderschöne Altstadt, schöne Grünanlagen, interessante Museen (das Wasamuseum mit dem nach über 300 Jahren im Meer geborgenen Schiff muss man gesehen haben).
Ständig verfolge ich den Wetterbericht. Das Wetter wird wieder freundlicher. Also entscheide ich mich für die Weiterfahrt nach Norden.
Montag, 08.06.26
Zeit, endlich das Nordkap in Angriff zu nehmen. Relativ unspektakulär fahre ich also ziemlich direkt auf Nebenstraßen in Richtung Norden. Die Wetterprognose ist gut. Leider hat man wohl vergessen, das auch dem Wettergott mitzuteilen. Gegen 12 Uhr geht der Regen wieder los. Bis um 14 Uhr ist erhöhte Luftfeuchtigkeit angesagt. Nach der Mittagspause fahre uch weiter - ohne Regenkombi. Gegen 16:30 zieht es wieder zu. Ich halte in einer kleinen Ortschaft an, um die Regenkombi anzuziehen. Spontan werde ich von einer jungen Familie direkt gegenüber zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Das nenne ich Gastfreundschaft. Wir unterhalten uns prächtig. Ehe ich mich versehe, ust es 18 Uhr vorbei. Zeit zum weiterfahren. Es beginnt wieder zu regnen. Eigentlich wollte ich wild zelten. Aber im Regen das Zelt aufbauen nacht für mich keinen Sinn. Da ist alles nass, bis das Zelt steht. Also auf den nächsten Campingplatz mit Hütten.
Dienstag, 09.06.26
Das Wetter hat such beruhigt. Nach kurzem Frühstück hehts weiter nordwärts. Relativ unspektakulär fahre ich bei gutem Wetter rund 450 km. Spätnachmittags stoße ich am Parkplatz auf eine 5er Gruppe Schweden auf ihren BMW's. Ich dachte, die fahren auch zum Kap. Pustekuchen. 250 km weiter findet die nächsten Tage vom schwedischen BMW - Klub das Jahrestreffen mit Ausfahrten statt. Leider nur mit Voranmeldung und Zimmerreservierung. Schade. Also steuere ich den nächsten Campingplatz an und miete mir eine Hütte. Leider fängt es nachts an Hunde und Katzen zu regnen. Besserung erst ab 12 bis 13 Uhr! Ergo verlängere ich um 1 Tag und nutze die Zeit, um Wäsche zu waschen. Ab Nachmittag wird es wieder besser.
Donnerstag, 11.06.26
Heute geht es weiter. Nach einem kurzen Frühstück - selbst gekochter Kaffee mit Nutellabrot - gehts weiter in Richtung Norden. Im Grunde parallel zur Europastraße. Die Sonne scheint wieder, die Temperaturen steigen suf 20 Grad und meine Stimmung ist wieder bestens. Ich bin erstaunt, wie gut ich damit klarkomme, alleine zu reisen. Im Vorfeld war das eine meiner gtäßeren Sorgen. Erfreulicherweise unbegründet. Natürlich wäre es schöner, sich abends mit einer Freundin / einem Freund unterhalten zu könmen. Aber so ist es auch gut.
Ich passiere wieder unzählige Seen links und rechts der Straße. Davon könnten wir in BaWü gerne ein paar Hundert mehr haben! Nach ca. 400 km biege ich von der Straße links ab. Ein Wegweiser zeigt einen Campingplatz mit Hütten an. Ich folge der Straße 5 km und lande an einem traumhaften See mit großen Campingplatz. Leider geschlossen! Normalweise kein Problem. Zelt etc. habe ich ja dabei. Leider sagt der Wetterbericht Starkregen ab 6:00 Uhr morgens vorher. Also lieber eine Hütte. Weiter geht die Fahrt. Das Problem ist, dass es auf den Nebenstraßen vergleichsweise wenig Hütten zu mieten gibt. Rechnet sich wohl nicht. Nach weitere 125 km das selbe Spiel. Wieder eine Hütte - aber geschlossen. Mittlweile ist es 18:30 Uhr und ich habe bereits 530 km hinter mir. Egal. In 70 km kommt eine größere Stadt. Dort buche ich mich dann für ein Nacht im Hotel ein. Nach gesamt 605 km und 11 Stunden Fahrt erreiche ich das Ziel. Für diesen Tag reicht es.
Freitag, 12.06.26
Wie vorhergesagt hat es gegen morgen angefangen zu regnen. Gegen 9:30 starte ich im Nieselregen die letzten 100 km nach Ravaniemi in Finnland, dem Wohnort von Santa Claus. Zwischenzeitlich schüttet es aus Eimern!!! Santa Claus Town - liegt im Übrigen genau auf dem nördlichen Polarkreis - besichtige ich in der Regenkombi. Hier ist das ganze Jahr Weihnachten. Man kann sich auch mit dem Nikolaus fotografieren lassen - gegen viel Geld natürlich. Ich verzichte.
Im Regen fahre ich weiter. Finaler Endspurt fast gerade hoch zum Kap. Es nach ca. 750 km. Nach 85 km passiere ich eine Tankstelle mit Motel. Da es noch ein freies Zimmer gibt, mache ich Schluß für heute. Das Zimmer nehme ich gleich für 2 Tage da es morgen auch regnen soll. So kann wenigstens alles trocknen.
Samstag, 13.06.26
Ich wache auf bei strahlendem Sonnenschein! Der Wetterbericht hat sich geirrt! Ideales Mopedwetter. Aber ich habe bereits für 2 Tage gebucht und bezahlt. Ein Tag faulenzen ist auch o.k. Außer mir ist noch ein Radfahrer aus Karlsruhe gestern eingetroffen und ein älteres Ehepaar, ebenfalls per Bike (alle ohne Motor). Der Karlsruher - mit dem Flixbus angereist, will hoch zur norwegisch-russischen Grenze. Da gibt es wohl einen Fernradweg nach Süden. Den radelt er zurück bis Karlsruhe. Das Ehepaar hat ähnliche Pläne. Nach dem gemeinsamen Frühstück trennen sich unsere Wege wieder. Hoffentlich stimmt die Wettervorhersage für morgen auch nicht. Da ist wieder Regen angesagt. Wir werden sehen ...
Sonntag, 14.06.26
Ich stehe kurz nach 7 Uhr auf um nochmals zu duschen, das ganze Gepäck zu verpacken und schon mal die beiden Koffer rauszutragen und ans Moped anschließen. Ab 8:00 gibt es Frühstück. Danach noch kurz die Zähne putzen, in die Mopedklamotten reinschlüpfen und den Rest aufs Moped packen. Um 9:15 starte ich bei zrockenem Wetter aber frischen 13 Grad. Nicht gerade die Wohlfühl- temperatur! Geplant habe ich eigentlich rund 400 km zu fahren, also im Grunde heute die norwegische Grenze zu passieren. Mittlerweile stehen regelmässig Rentiere auf oder neben der Straße. Erstaunlicherweise stören die Tiere sich nicht am Verkehr. Die traben einfach auf der Straße ein paar Meter weiter. Bestenfalls mal 5 m runter Richtimg Wald. Kein Vergleich zum Rotwild bei uns zu Hause.
Gegen Mittag sehe ich am Straßenrand ein Schild welches auf einen Camping-platz mit Café hinweist. Gerade das Richtige zum Aufwärmen! Kurz entschlossen biege ich links ab und folge der Schotterstraße 1 km landeinwärts. Und stoße auf einen wunderschönen Campingplatz mit Restaurant und Hütten an einem See. Ich ordere einen Capu mit Kuchen und schaue mir durchs Fenster die idylischen Hütten an. 48 € die Nacht bei Einzelbelegung! Da es gerade sowieso ziemlich kalt zum Fahren und Morgen Regen angesagt ist, miete ich eine für 2 Tage.
War nicht die schlechteste Idee. Ich habe gerade alles ausgepackt und das Bett bezogen als draußen ein Motorrad mit deutschem Kennzeichen vorfährt. Er parkt auf der Wiese gegenüber zum zelten. Ich quatsche ihn gleich mal an. Marcel fährt eine Africa Twin aus 1994 mit 117.000 km runter und ist ebenso auf dem Weg zum Kap. Ebenfalls übermorgen. Morgen lässt er hier die Reifen wechseln. Wir sitzen den Nachmittag bei mir in der beheizten Hütte und quatschen. Er will ebenfalls über Norwegen incl. der Lofoten zurück. Wir werden also Übermorgen erstmal gemeinsam ans Kap hochfahren. Und wenn es passt, dann zusammen in Richtung Lofoten weiterfahren....
Dienstag, 16.06. 26
Gegen 11 Uhr, als es zu regnen aufgehört hat, brechen wir zusammen auf. Erstmal nur bis in die nächste Ortschaft zum einkaufen und auftanken. Als wir wieder starten wollen streikt meine GS! Der Motor läuft um Leerlauf. Sobald der Gang eingelegt wird geht der Motor wieder aus. Der Sicherheitsschalter des Seitenständers arbeitet nicht korrekt. Also wieder absteigen, Werkzeug auspacken, Seitenständerschalter demontieren, den verbogenen Zapfen richten und alles wieder montieren. Problem erstmal behoben. Nach einer halben Stunde ist alles wieder verstaut und wir können starten. Das Wetter spielt heute auch mit. Die Sonne scheint, das Thermometer steigt auf 15 Grad und wir sind guter Hoffnung, dass wir am Nordkapp bestes Wetter mit Fernsicht haben. Leider wird es gegen Abend immer kälter, bewölkter und ca. 50 km vorm Kapp beginnt der Regen. Eigentlich wollten wir zelten! Angesichts der Temperaturen in Verbindung mit dem Regen entschließen wir uns, eine der letzten Hütten 12 km vorm Kapp zu mieten. Durchnässt kommen wir am Hüttenkamp an, beziehen die Hütte und drehen erstmals die Heizung hoch. Direkt am Kapp gibt es eine Livekamera. Wir können daher von der Hütte aus beobachten, wie das Wetter 12 km weiter auf dem Felsen ist.
Mittwoch, 17.06 26
Gegen 2 Uhr nachts ist es soweit. Die Sicht wird gut. Schnell in die Klamotten, aufs Bike und die 12 km zum Kapp zurücklegen. Gefühlt ändert sich das Wetter jeden Kilometer! Als wir ankommen, ist wieder Milchsuppe! Nach 10 Minuten klärt es auf. Wir machen die obligatorischen Fotos vor der Stahlkugel, freuen uns wie kleine Kinder und fahren nach einer halben Stunde wieder zurück zu unserer Hütte unf legen uns endlich schlafen.
