Highlights im Sprachaufenthalt
Einen Tag vor meinem Geburtstag bin ich hier in Victoria bei meiner Gastfamilie angekommen. Da ich mich nicht aufdrängen wollte, sagte ich nicht, dass ich am Sonntag Geburtstag...

Veröffentlicht: 16.10.2019



































Am zweiten Montag im Oktober war hier in Kanada Thanksgiving. In unserer Umgebung wird dies wohl mit Erntedankfest beschrieben. Hier ist das ein staatlicher Feiertag, was ich sehr schön finde. Nicht wegen dem Feiertag an sich, sondern wegen dem Grund: Gott danken für die Ernte des Jahres. Weil nicht mehr viele in der Landwirtschaft tätig sind, sollten wir aber trotzdem Gott dankbar sein für all das, was wir während dem Jahr haben dürfen.
Dieses Fest, eben der Feiertag und nicht im speziellen das Danken, war für uns ein Grund, für 4 Tage in die Rockys zu fahren. Wir waren 50 Personen aus verschiedenen Sprachschulen, auch aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen und alle zusammen mit einem Car unterwegs. Ich sicherte mir in der ersten Reihe den ersten Platz, und konnte somit einige Fotos während der Fahr schiessen. Einige sind sehr gut gelungen, andere weniger, denn bei 100 km/h werden die Bilder manchmal etwas unscharf.
Am Freitag starteten wir um halb sechs in Vicotria und fuhren zur Fähre, um nach Vancouver zu gelangen.
Während den anderthalb Stunden fahrt ging die Sonne auf und begrüsste uns in das grosse Wochenende.
In dieser Zeit konnten wir von weitem auch Orkas beobachten. Von Vancouver ging es im Car über Hope nach Kamloops bis nach Valemount, wo wir nach einem interessanten Abend übernachteten.
Hope ist sehr bekannt wegen den Skulpturen.
Während dieser Fahrt hatte ich eine junge Chinesin neben mir. Nach einigem allgemeinen Wortwechsel, kam sie mit einer ganz persönlichen Frage auf mich zu, was ihr wohl ein wenig peinlich war, aber nicht wusste an wen sie sich wenden sollte. Sie hatte ein Rendezvous am Vorabend und zeigte mir den SMS Chat Verlauf. Sie wusste nicht wie sie es verstehen solle, und da ich ein Mann sei, könne ich ihr sicher helfen. Das machte ich so gut es ging und gab ihr meinen Rat, den sie auch dankbar annahm.
Auf unserer Fahrt mussten wir einen Nothalt einlegen, da unser Car ein elektronisches Problem hatte und dringend ein Update brauchte um weiterfahren zu können. Dies dauerte 1 Stunde, und so konnten einige aus der Gruppe den ersten Schnee in ihrem Leben geniessen.
Mir viel ein Vogel auf, der ganz komisch flog, fast wie in Zeitlupe. Der Chauffeur meinte, es sei ein sehr anhänglicher Vogel, der einem das Futter aus der Hand frisst. Sein Spitzname ist Whisky Jack.
Am Nachmittag besuchten wir den Spahats creek falls.
Als es hiess wir gehen nach Valemount auf eine Ranch Abendessen, dachte ich mir Kanada ist so gross, da ist diese Ranch sicher nicht die, welche ich in Kanada kenne. Doch es war doch diese und der Rancher hat mich sofort wieder erkannt. Denn in unseren letzten Familienferien hier in Kanada sind wir ebenfalls auf dieser Ranch ausgeritten.
Nach einem guten Abendessen gab es Lasso- und Hufeisenwerfen, Lindance und Marschmellows am Lagerfeuer, für viele das erste Mal.
Die Nacht war für mich nicht so angenehm, denn ein älterer Herr in unserem Zimmer war während der Nacht nicht gerade leise. Indem ich in den übrigen Nächten Ohrenpfropfen benutzte, konnte ich dann etwas besser schlafen.
Am nächsten Tag ging die Fahrt weiter in verschiedene Nationalparks nach Jasper und über die anscheinend schönste Strasse der Welt, Icefields Parkway, nach Banff wo wir ebenfalls übernachteten.
Nicht nur Tiere konnten wir beobachten, sondern auch Schnee und viel Natur.
Die meisten von der Gruppe fuhren auf den Sunwapta Gletscher mit spezial Fahrzeugen.
Da ich aber der Aletsch Gletscher vor der Haustür habe, ging ich nicht mit, sondern lief ein wenig auf den Wegen umher, um die Zeit verstreichen zu lassen.
Dies blieb einigen nicht unbemerkt und sie fragten mich was ich gemacht habe. Ich sagte etwas gewandert. Eine Frau meinte sie wandere auch gerne und für was ich mich am folgenden Tag eingeschrieben habe? Ich sagte für nichts, denn ich habe vor etwas wandern zu gehen, während der Zeit wo einige ausschlafen und andere auf den Berg die Aussicht geniessen gehen. Sie meinte, sie wandere auch gerne, ob sie mitkommen könne. Ja klar wieso nicht war meine Antwort. Zu zweit wird mehr englisch gesprochen als alleine.
Unterwegs nach Banff besuchten wir einen schönen See und machten dort auch die obligatorischen Gruppenfotos für die Schulen.
Die Temperatur an diesem Tag war angenehm frisch bei 0 Grad, was einige von der Gruppe als sehr kalt empfanden.
In Banff angekommen bezogen wir unsere Zimmer und gingen Abendessen in einem der verschiedenen Restaurants. Wir zwei Wanderfreaks und eine junge Frau aus Korea gingen zusammen essen. Und beim kennenlernen kamen wir drauf, dass auch sie die nächste Woche vorhaben, Vancouver Island mit dem Auto zu erkunden. So schlossen wir uns zusammen und werden nächste Woche gemeinsam unterwegs sein. Zum einen spreche ich somit mehr englisch als wenn ich alleine unterwegs bin, zum anderen sind wir 2 Fahrer und dadurch wird auch die Mietung des Wagens billiger.
Am nächsten Tag ging eine Gruppe auf den Aussichtsberg von Banff und ich ging mit der Frau wandern. Da die Wege aber gefroren waren, war dies ein schwieriges Unterfangen. So änderten wir kurzerhand unser Vorhaben und beliessen die Wanderung bei 10 Min und gingen stattdessen in den Hot Spring und genossen dort unsere Stunde Zeit bei 39*C, bis wir die restlichen Teilnehmer beim Hotel abholten und weiter fuhren.
An diesem Tag besichtigten wir unter anderem Lake Luise und noch weiter Seen, von denen ich aber die Namen vergessen habe. Beim Lake Luise konnten wir es wieder nicht lassen und machten eine Wanderung zu einem Aussichtspunkt auf den See. Nach einer langen Carfahrt tut eine kurze Wanderung gut.
Da wir nur eine Stunde Zeit hatten und der Aussichtspunkt im Sommer 20 Min weg war, jetzt mit Schnee bedeckt und rutschig, mussten wir uns ran halten, und dies mit Turnschuhen. Aber es hat sich gelohnt und wir kamen pünktlich zur Abfahrt zurück.
Der zweite See war fast zugefroren. Die Reiseleiterin meinte, in den letzten 10 Jahren, wo sie an Thanksgiving hier war, sei es das erste mal, wo der See zugefroren sei.
Ein weiterer See war dann ohne Schnee und Eis aber durch den Nebel nicht weniger eindrücklich.
Die Reise führte uns weiter nach Revelstoke, wo wir die letzte Nacht verbrachten.
Vor der Abfahrt ging ich wie jeden Morgen früher aus dem Haus, und machte einige Fotos vom anbrechenden Tag. Ich staunte nicht schlecht, als ich auf einem Dach einen Uhu sah.
Ich musste sofort Fotos machen bis ich merkte, dass es nur eine Attrappe ist, um die Krähen zu verscheuchen. Am Montag morgen ging es ohne Frühstück weiter. Im nächsten Ort hatte es einen Tim Hortens, wo wir das typisch Kanadische Frühstück im Bus bekamen. Jetzt verstehe ich auch die anderen morgende, wo es auch so mickrige (aus meiner Sicht) Frühstücke gab.
Ein wichtiger Ort für die Geschichte Kanadas durfte auf unserer Reise nicht fehlen: der Ort, wo der letzte Nagel beim Bau der Eisenbahnstrecke Ost - West eingeschlagen wurde.
Für diese Bahnstrecke hatten sie 10 Jahre eingeplant und starteten mit zwei Gruppen. Eine im Osten und die andere im Westen. Nach 4 Jahren war die Strecke fertig. Beim Bau halfen sehr viele Chinesen mit, was der Grund ist, dass in Vancouver das älteste Chinatown ist.
Unser nächster Halt war eine Überraschung, denn während dem ganzen Jahr führt das Reiseunternehmen diese Reise mehrmals durch, doch diesen Halt gibt es nur im Herbst: Die Lachswanderung. An diesem Tag waren noch nicht zehntausend Lachse unterwegs, sondern nur einige hundert. Doch eindrücklich war es trotzdem.
Und wo es Futter gibt, sind die „Fresser“ nicht weit. Weisskopfseeadler und Steinadler waren da, Bären sicher auch, aber die haben wir nicht gesehen.
Unsere Reise ging weiter über Kelowna, Merrit nach Vancouver und nach der Fähre wieder zurück nach Victoria, wo wir um 21.15 Uhr ankamen.
Es war ein schönes Wochenende, doch an jedem Ort nur max 2 Stunden Zeit, manchmal nur 30 Min ist oftmals zu kurz und somit auch etwas stressig. Weil das Land so gross ist, ist dies wohl nicht zu ändern.
Nach diesen vier Tagen muss ich aber schon sagen, alles was wir gesehen und erlebt haben ist sicher mehr als ein Grund, Gott für all das, was wir haben zu danken. Nicht nur hier während dem Sprachaufenthalt, sondern auch zu Hause. DANKE