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Zuletzt in Ponta Delgada

Alles Käse

Veröffentlicht: 25.07.2026

Attraktion
Parque Florestal das Sete Fontes
Velas, Portugal
Attraktion
Vigia da Baleia
São Jorge, Portugal
Attraktion
União de Cooperativas Agricolas de Lacticínios de São Jorge
São Jorge, Portugal
Attraktion
Piscina Natural in Velas
Velas, Portugal
Essen
A Quinta
$ · Abendessen

Das Wetter lädt zum Frühstücken im Garten ein. Eigentlich hatten wir bei der Ankunft die Frühstückszeit für 8:40 Uhr festgelegt (musste man machen weil bei schlechtem Wetter im Frühstücksraum nur begrenzt Platz ist- bei gutem ist es egal, dann gibt es aussen genug Plätze, aber einige Gäste können sich nicht an Absprachen halten und haben die Plätze belegt. Darum hatte man uns gefragt, ob wir bereit wären unsere Zeit auf 8:00 Uhr oder 9:20 Uhr zu verschieben. Die könnten wir auch spontan auswählen. Und weil wir ein großes Herz für Regelbrecher haben, hatten wir 8:00 Uhr versucht, sind aber kläglich gescheitert.

Nach dem gestrigen Aktivtag ist heute wieder Sightseeing angesagt. Es fehlt noch der westliche Leuchtturm, die Käserei und das letzte Piscina Natural in Velas.

Von Bernd und Christel (die beiden mit denen wir angereist waren) hatten wir erfahren das die Führung ganz interessant sei, man sich aber vorher anmelden muss.

Das passt sich ja gut, dass die Käserei auf dem Weg zum Leuchtturm liegt. Kurzer Boxenstop zur Reservierung der Führung und einem Zwangs-Espresso, weil es gerade kleine Hunde regnet.

Wir nehme hinwärts die obere Strasse und kommen durch kleine Wälder 

zum Parque Florestal das Sete Fontes. Eine kleine hübsch angelegte Oase im Nichts. Ein toller Ort zum Verweilen.

Nach dem eine Entenmutter mit bestimmt 20 Küken, 

die ständig unter und um unser Auto gewackelt sind, den Weg wieder freigegeben haben, geht es auf einer Gravelroad Richtung Leuchtturm weiter. 

Der Leuchtturm ist geschlossen und auch schon ziemlich verfallen, aber vom Aussichtspunkt Vigia da Baleia hat man eine tolle Übersicht. 

Angeblich kann man bei schönem Wetter 4 der 9 Inseln sehen. Wir konnten heute, nach einem klasse Waden- und Faszientraining während des Aufstiegs, 

nur 3 Inseln sehen. Pico, Fajal und Graciosa. Terceira hat sich hinter einer dicken Regenwolke versteckt, die sich mittelschnell auf uns zu bewegt.


Auf São Jorge wird ein Käse mit einem sehr starken, reinen und würzigen Aroma hergestellt.

Desto länger gereift, desto stärker der Geschmack. Bekommt dann ab 12 Monate der Reifung schon ein bisschen Schärfe dazu.

Vor Beginn der Führung müssen wir unsere Schutzbekleidung anziehen, 

dann geht es in die Produktionsstätte. Fotografien streng verboten (darum sind die Fotos aus dem Internet)

Fakten:

In der Fabrik União de Cooperativas Agricolas de Lacticínios de São Jorge werden täglich 500 Laibe Käse hergestellt. Für einen 12 kg Laib benötigt man 120 Liter Milch.

Die Milch kommt ausschließlich von den schwarz-weißen Holstein-Friese-Kühen (deutsche Rasse), dies Milch hat genau den richten Fettgehalt, die richtige Süße und Zusammensetzung. In den Käse kommen nur Lab und Salz, welches in Handarbeit von den Mitarbeitern in riesigen Trögen übergebeugt untergemischt wird. Ich würde mal behaupten die kennen hier keine ergonomischen Arbeitsplatzberatungen.

Und auch zum Thema Arbeitssichheit ist noch Luft nach oben.

Die Käse müssen nach der Formpresse 2 Wochen ruhen und erhalten in der Zeit eine Wachsschicht. 

Reifekammer

Einen Tag die eine Seite am anderen Tag die andere Seite. Alles in Handarbeit. Jede Frau wachst am Tag 1000 Laibe, die sie vorher aus dem Regal heben muss. Und um an die oberen Laibe zu gelangen, klettern sie am Regal akrobatisch hoch. Die älteste Mitarbeiterin, die bei der Führung gerade das Regal hochkletterte (ein Bein auf dem einen Regal, das andere Bein auf dem anderen Regal) ist 69 Jahre alt. Alles ohne Sicherungsleine oder Hebebühne oder Podestleiter.

Es gibt 3 Prozesse die hier fast vollautomatisiert stattfinden. Das pressen der Laibe und das in Stücke schneiden. Nach dem Schneiden wird jedes Stück händisch nachgewogen und alles was zu viel ist, abgeschnitten. Erst dann wird verpackt (automatisiert).

Nach einer ordentlichen Käseverkostung (ist in den 7€ Eintrittspreis inclusive), dem Einkauf von Käse, Käsemesser und Marmelade sowie einem weiteren Espresso geht die Fahrt zum Meerwasserbad. Ich würde mal sagen das Schönste was wir bisher gesehen haben.

Nach einem Sprung in den erfrischenden Atlantik, kommt die Sonne gerade recht einen wieder aufzuwärmen.

Heute müssen wir schon wieder Koffer packen, denn morgen gehts nach Pico.

Unsere Vermieterin hatte das Restaurant gleich nebenan, das A Quinta empfohlen.

Für uns war es der Griff ins Klo. Das Wasser und Bier sehr Leberfreundlich warm. Die Shrimps in Knoblauch TK-Shrimps. Nachdem wir jetzt jedesmal wenn wir Fleisch gegessen haben enttäuscht waren, haben wir uns für den Fang des Tages entschieden.

Ein roter Tiefseefisch mit Kartoffeln und Salat. Der Salat trocken ganz ohne Dressing und stellenweise schon matschig. Der Fisch super schwarz angegrillt. Durch das scharfe Angrillen entwickelt der Fisch einen intensiven grenzwertigen Geruch.

Erklärung der Kellnerin, Boca‑Negra hat von Natur aus einen intensiveren Geruch.

Cooilot ergänzt:

„Der Fisch gehört zu den Skorpionfischen. Sein Fleisch ist gut, aber roh riecht er stärker als z. B. Cherne oder Lírio.

Bei Tiefseefischen mit hohem Kollagenanteil (wie Boca‑Negra) riecht das nicht wie normaler Grillgeruch, sondern kann tatsächlich tierstallartig. Wenn er nicht ganz frisch war oder zu warm gelagert, verstärkt sich dieser Geruch massiv.

Das ist kein Scherz – Köche auf den Azoren kennen das Problem.“

Unser Koch war wohl von auswärts🫣. Kein schöner Abschied. 

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
1 Tag
Wetter
Regenzeit
Begleitung
Zu zweit (2)
EntspannendKulinarisch
  • Parque Florestal das Sete Fontes
  • Vigia da Baleia
  • Käsereiführung mit Verkostung
  • Meerwasserbad
  • A Quinta
Schutzbekleidung für die Käsereiführung
NaturEssenRoadtripKultur
  • Eintritt Käserei mit Verkostung7 €
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