Es kratzt
Es kratzt an der oberen Grenze. Das igM liegt bei 2.23 und ist somit nochmal deutlich aufs Doppelte angestiegen seit der letzten Abnahme. Dennoch geht die Normgrenze bis 2.3 und...

Veröffentlicht: 05.12.2023
„Wir machen jetzt einen Schlachtplan!“ sagte sie am Telefon. „Kommen Sie nach Ihrer Infusion direkt zu mir.“
Hämatologische Ambulanz. Standard. Klopfen an Zimmer 7. Grimmige Gesichter. Hinsetzen. Warten. Blutentnahme. Nein stopp! Heute lasse ich mich nicht so oft stechen. „Können wir direkt den Zugang legen und darüber das Blut abnehmen?“ Nö. Richtig patzig.
So kann ich auch. Nahm mein Blut, ging auf meine Station hoch, ließ mir einen Zugang legen und das Blut darüber abnehmen. Kam wieder, drückte es ihr in die Hand und setzte mich wieder. Warten. 3 Stunden. Auf ein Rezept. Das ich dann nehme und in die onkologische Tagesklinik rüber gehe. Gespräch mit der Ärztin. Das war gut. Aber die Werte schlecht. Schlechter als gedacht. Das LDH macht ihr Sorgen. Irgendwelcher Gewebszerfall findet statt. Das igM wieder sehr hoch. Wie an Anfang. Ich liege knapp wieder unter meinem Startwert. Das ist….scheiße! Darf ich einfach mal so sagen.
Das Kiovig wird angeschlossen, meine Laune ist spätestens im Keller, als die Dame neben mir sich zur Seite dreht und mir mehrmals mitten ins Gesicht hustet.
Danach zur nächsten Ambulanz. Sie hat keine Zeit, möchte nicht, dass ich eine Stunde im Wartezimmer warte mit meinem Immunsystem. Immerhin eine. Wir werden telefonieren. Ich bin gespannt auf den Schlachtplan. Denn es gibt keinen. Sie werden sich zusammensetzen und überlegen, wie sie mir jetzt noch helfen können. Aber eigentlich weiss doch niemand so recht was man tun kann.
Es ist ein Irren im Dunkeln. Ohne Plan.