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Patientin hat keine Beschwerden

Veröffentlicht: 08.10.2023

Ich weiß, ich habe einen hohen Anspruch an Pflege. Und das versuche ich genau so auch an die Auszubildenden weiterzugeben, weshalb man mich sicher auch als streng bezeichnet. Über vieles kann ich hinweg sehen und ist sicher manchmal auch dem Stationsstress zu schulden. Aber hier summiert sich so viel, das macht mich richtig unglücklich.

Als ich hier ankam, wurde mir ein Fragebogen in die Hand gedrückt von der Pflege zur Aufnahme, niemand hat mich etwas persönlich gefragt. Später wurde dann dokumentiert, ich hätte keine Schmerzen oder Wunden, was so nicht ganz korrekt ist. Blutdrücke von 80/40 werden nicht dokumentiert und auch nicht nachgemessen. Teilweise sehe ich 11 Stunden keine Pflegekraft. Niemand stellt sich vor, niemand hat mich bis jetzt (Ausnahme ÄrztInnen) gefragt, wie es mir geht. Aber nach der Schicht wird dann dokumentiert „Patientin geht es gut!“ oder „äußert keine Beschwerden“, aber Mädchen, du hast mich seit 7 Uhr nicht gesehen. Jeden Morgen gehe ich zur Waage, seit drei Tagen ist jedoch kein einziges Gewicht dokumentiert. Medikamente, die ich einfordere werden nirgends dokumentiert. Und so weiter….Niemand redet hier mit einem.

Die Selbsterfahrung als Patientin zeigt mir wieder einmal, in was für einem super Team ich unten arbeite. Alle sind herzlich, PatientInnen werden freundlich in Empfang genommen und Ihnen bei Aufnahme die Station und der Ablauf erklärt. Sie werden ins Zimmer begleitet.

Gestern Abend war ich unten zu Besuch. Meine liebe Kollegin machte ihren Abenddurchgang : „hey, Sie verschlingen ja die Bücher“ und „ist mit Ihrem Handy wieder alles in Ordnung?“ Sie weiß, was ihre PatientInnen den ganzen Tag beschäftigt. Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse und Sorgen in all dem Stress der unten herrscht. Das vermisse ich hier oben. Ein bisschen Smalltalk mal zwischen Pflege und PatientInnen. Ich fühle mich hier fehl am Platz und die Pflegekräfte sind es definitiv. Dass ich fast in der Halle kollabiere, dass mir die Tränen laufen wenn mir alles zu viel wird, das interessiert hier niemanden. 

Aber „der Patientin geht es gut!“


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