Mein Freund Shaldon
„Frau A., es geht los!“ völlig überrumpelnd standen der Pfleger und der Transporteur beide im Türrrahmen. Meine Haare noch nass von der letzten Dusche (ich darf mit Shaldon...

Veröffentlicht: 03.10.2023
Heute beginnt nun also das große Abenteuer als Patientin für zwei Wochen. Ich will das nicht, aber es muss sein. Der Plan: 5 Plasmapheresen bei Diagnose Kryoglobulinämie Typ I und Monoklonaler Gammopathie Typ IgM Kappa mit Vaskulitis und Raynaud. Auch das will ich nicht, kann man sich aber nicht aussuchen.
Jetzt also zwei Wochen stationärer Aufenthalt. Das Schlimmste war zu entscheiden, welche Kleidung ich in meinen kleinen Koffer packe. Es fällt mir schwer, wenn der Schmuck nicht zum Oberteil passt, die Schuhe nicht zum Rest usw. Aber eigentlich ist es egal, denn ich bin jetzt Patientin. Keine von denen, die mit Schlüppi morgens zur Waage laufen, aber eben auch die, die sich wohl fühlen will. Also abwarten, wie ich dieses innerliche Befürfnis befriedigen kann.
Heute ging es dann los. Über die Notaufnahme, wo mich bereits der erste erkannte, zur Privatstation in die 8. Etage. Der Ausblick ist ein Traum, die Station sehr dunkel und in die Jahre gekommen. Und am Klientel merkt man tatsächlich, dass es eine Privatstation ist, aber das kommentiere ich jetzt nicht weiter. Ich habe ein Bett am Fenster in einem Zweibettzimmer. Das Bad hat sogar eine Badewanne. Jedoch ist alles sehr eng.
Ich wurde aufgenommen und aufgeklärt. Morgen Anlage eines Shaldon-Katheters und dann direkt Plasmapherese. Jeden Morgen Blutentnahme, um zu verhindern, dass ich während der Therapie verblute. Das ist wohl ganz wichtig….
Ich bekam schon direkt am ersten Tag zwei Mal Besuch. Das wird auch nicht ausbleiben, da sich schon einige angekündigt haben. Aber abwarten, wie ich mich morgen fühle. Heute hatte ich noch Langeweile und bin auf meine Station um mit meinen lieben KollegInnen Abendbrot zu essen und zu quatschen. Morgen ist das vielleicht gar nicht drin.
Ich bin wirklich aufgeregt, wie das morgen alles wird. Meine Zimmernachbarin verlässt mich morgen bereits und jemand Neues wird einziehen. Sonst bin ich gespannt auf den normalen Ablauf hier. Heute war ja Feiertag. Ich fühle mich aber insgesamt noch recht unwohl, ich bin keine gute Patientin. Es ist seltsam mit Fremden in einem Zimmer zu schlafen. Es ist auch seltsam das alles nicht selbst in der Hand zu haben. Nicht zu wissen wie alles wird.