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Entgegen meiner Zeit in Shanghai, wo ich von Tag zu Tag geschaut habe und mir keinen Stress gemacht habe, wird meine Zeit in Hong Kong alles andere als chillig. Ich habe hier 2,5 Tage und möchte natürlich so viel wie möglich sehen. Da ich wusste, dass die nächsten Tage anstregend werden - wie anstregend da komme ich später nochmal drauf -, haben wir den Sonntag, meinen letzten Tag in Shanghai, mit nichts tun verbracht. Das war auch mal ganz schön ;-). Am Abend haben wir dann noch die angefangene Flasche Wein geleert.

Mit der Weiterreise nach Hong Kong beginnt mein Abenteuer jetzt so richtig. Ab jetzt bin ich ganz allein und bin an Orten unterwegs, die ich noch nicht kenne. 

Heute klingelte der Wecker um 05:00 Uhr. Da ich mich für meine Weiterreise für einen Flug ab dem internationalen Flughafen in Pudong entschieden habe, musste ich eine etwas längere Anfahrt zum Flughafen in Kauf nehmen. Der bestellte Fahrer holte mich um kurz nach sechs ab. Die gut einstündige Fahrt zum Flughafen nutze ich um noch etwas zu schlummern. Da ich ja verschiedene Länder bereise und für jedes Land etwas Bargeld schon dabei habe, hatte ich heute Morgen sowohl noch ein paar chinesische Scheine als auch schon meine Hong Kong Dollar im Portemonnaie. Beim Bezahlen des Fahrers hatte ich mich leider vergriffen und versuchte ihn mit Hong Kong Dollar zu bezahlen. Die Scheine haben in beiden Währungen die selbe Farbe. Er hat es zum Glück gemerkt, fand den Irrtum aber leider nicht so lustig. Mehr als mich des öfteren zu entschuldigen konnte ich dann auch nicht. Am Flughafen lief alles einwandfrei, schneller Check-In, Ausreisestempel im Pass, Sicherheitskontrolle und dann zum Gate. Für meinen Flug von Shanghai nach Hong Kong hatte ich mich für Hong Kong Airlines entschieden. Beim Buchen meines Fluges war natürlich vorrangig der Preis ausschlaggebend, aber ich hatte mir auch ein paar Bilder angeschaut und Bewertungen gelesen. Für eine 2-Stunden-Reise so wie ich sie heute hatte, war das volllkommen okay. Einen Langstreckenflug würde ich damit jetzt nicht fliegen wollen. Da ich im Internet gelesen hatte, dass das Essen auf diesen Flügen für unsere europäischen Geschmäcker nicht gut sein soll, habe ich bei der Essenausgabe dankend abgelehnt und meine abgepackte Waffel und einen Müsliriegel gegessen. Als mein Sitznachbar seine Essensverpackung öffnete, war ich froh, dass ich kein Essen genommen hatte. Die Gerüche dieser Essen waren auch extrem. Insgesamt muss man sagen, dass das ein guter Flug mit sich zurückhaltenden Chinesen war. Es wurde sich nicht laut durch das ganze Flugzeug unterhalten, sie räumten nicht selbst ihr Geschirr weg und 90% der chinesischen Passagiere standen sogar erst auf als das Flugzeug seine parking position erreicht hatte. Geht doch!

Die Landung in Hong Kong war in Ordnung. Der Flughafen liegt ja auf einer Insel umgeben von Frachtschiffen. Während des Landeanfluges war sehr, Sehr, SEHR lange Wasser zu sehen, auch noch als wir schon so tief waren und den Arbeitern auf den Schiffen aus der Nähe hätten winken können. Als wir dann auf festen Boden aufsetzten, musste ich doch mal tief durchatmen.

Schon beim Verlassen des Flugzeuges und Hören der ersten Durchsagen merkte man, dass hier die englische Sprache einen hohen Stellenwert hat. Die Ansagen kommen erst auf Englisch und dann auf Chinesisch. Das Zurechtfinden am Flughafen war sehr einfach und sowohl die Zollabfertigung als auch die Kofferausgabe ging sehr schnell und problemlos. Im Rahmen meiner Reisevorbereitungen hatte ich auch recherchiert wie ich vom Flughafen zu meinem Hotel (Grand City Hotel) auf Hong Kong Islands komme. Ein Taxi zu nehmen wäre die einfachste und bequemste Lösung gewesen. Ich habe mich aber für den Airport Express Zug entschieden. Da ich die nächsten Tage eh noch U-Bahn und Bus fahren werde, habe ich mir gleich eine aufladbare Fahrkarte gekauft. Dieses System kenne ich schon aus anderen Städten. Am Ticketschalter für die Zugtickets erfuhr ich, dass ab der Endstation auf Hong Kong Island kostenfreie Hotelshuttel fahren und ich bis zu einem Hotel in unmittelbarer Nähe zu meinem Hotel mitfahren könne. Super, für umsonst doch gern! Mein Hotel liegt auf Hong Kong Island sehr zentral. Supermärkte, Essenmöglichkeiten, Obststände und viele Sehenswürdigkeiten sind fußläufig zu erreichen. Mein Hotelzimmer ist jetzt nicht unbedingt für große Menschen gemacht, aber es sind ja nur 3 Nächte und ich nutze allein ein Doppelzimmer und habe somit etwas mehr Platz. Nachdem ich mich häuslich eingerichtet hatte, habe ich mich in dünnen, leichten Klamotten in den Sog der Gassen von Hong Kong Island begeben. Die ersten Kilometer war ich von den Eindrücken doch etwas überfordert und das Straßensystem sehr unüberschaubar. Es geht hier viel Kreuz und Quer, überall zwischendrin sind Gassen, lange Treppen oder auch Rolltreppen. Und, was ich entweder im Reiseführer überlesen habe oder mir nicht merken wollte, ist, dass es hier extrem Bergauf und -ab geht. Puh, das wird die nächsten Tage noch etwas anstrengender machen ... Das Ziel meines Umherirren heute war der Zoological & Botanical Garden und ein bisschen Skyscraper Watching. Auf dem Weg dorthin bin ich am Man Mo Tempel, welcher zu den ältesten Tempelb der Stadt gehört, vorbei gelaufen. Diesen konnte man ohne Eintritt zu zahlen betreten. Ich sage euch, da brannten so einige Räucherstäbchen. Da es viele Läden gibt, die Räucherstäbchen in Massen verkaufen, lässt sich darauf schließen, dass die hier darauf voll abfahren. Der botanische Garten ist natürlich eigentlich künstlich angelegt. Doch trotz der umliegenden Hochhäuser und Wolkenkratzer wirkt es nicht wie künstlich angelegt. Das liegt aber wahrscheinlich daran, dass es auch so immer wieder zwischen den Hochhäusern und dem Straßen- und Gassenlabyrinth grüne Abschnitte gibt. Dafür dass der Eintritt in den Garten frei war, man verschiedene Affenarten und viele Vögel gesehen hat und die Grünanlagen auch sehr ansehnlich angelegt sind, finde ich hat es sich gelohnt. Und wenn man Palmen sieht, kommt man doch in Urlaubsstimmung. So geht es mir zumindest. Mein Rückweg Richtung Hotel führte mich zwischen den Hochhäuser und Geschäftsstraßen. Ich war aber auch noch auf der Suche vom Hard Rock Cafe. Hierzu bleibt zu sagen: gefunden, lecker, Glas gekauft ;-). Am frühen Abend kam dann der leichte Regen, wodurch es schwül und muffelig in der Stadt wurde. Da ich aber die letzten Tage die Wettervorhersage im Block hatte und wettertechnisch nicht so euphorisch in Richtung Hong Kong geblickt habe, hatte ich natürlich einen Regenschirm dabei.

Zum Abend hin hatte ich dann auch verstanden wie das hier mit den Straßen so läuft. Als es noch hell war, war alles auf Augenhöhe interessant und wenn man nach oben geschaut hat, dachte man "Oh Gott, wie furchtbar". Da sehen die Häuser wirklich nicht schön aus. Im Dunkeln kam an den Hauptstraßen durch die vielen Reklametafeln und den starken Verkehr Stimmung wie in New York in den Nebenstraßen zum Times Square auf. 

Den Abend werde ich mit ein bisschen Netflix-gucken verbringen.

China

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