31.05.2019 - Die UNO in Wien

Der Weltraum, unendliche Weiten.... ja ich weiß, Star Trek hat nichts mit der UNO zu tun. Oder doch? Irgendwie habe ich hier in Wien, im Vienna International Centre, immer wieder an die in der Serie geschaffene Idee der Vereinten Erde denken müssen. Erreicht man Ziele nicht viel besser, wenn man zusammenarbeitet? Nach dem unsäglichen Zweiten Weltkrieg war es genau diese Idee der Zusammenarbeit als bessere Alternative, die schon am 24. Oktober 1945 zur Gründung der Vereinten Nationen (UNO) führte.

Mittlerweile sind 193 Staaten Mitglieder und zumindest hier in Wien, einem der vier Hauptquartiere der UNO, kann man dieses Zusammenwirken und für gemeinsame Ziele arbeiten wirklich erleben.

Übrigens befindet sich der Gebäudekomplex der UNO geographisch gesehen zwar in Österreich, aber rechtlich verlässt man das Staatsgebiet beim betreten des Objektes. Das bemerkt man schon am Eingang. Deutsch ist hier keine Amtssprache und die Sicherheitsmitarbeiter, die aus aller Welt stammen, sprechen einen auf englisch an. Wie am Flughafen gibt es hier eine Gepäck- und Personenkontrolle. Sicherheit geht natürlich vor. Auch die Besichtigungen sind deshalb nur im Rahmen einer Führung möglich. Hier kann man zwischen deutsch und englisch wählen und der Eintritt beträgt 13 Euro.

Nach einer kurzen Einführung geht man dann gemeinsam mit der Gruppe auf die Memorial Plaza. Sie liegt in der Mitte des Gebäudekomplexes und rund um einen Springbrunnen wehen die Fahnen aller Mitgliedstaaten. Beeindruckend! Diese sind übrigens nach den englischen Ländernamen alphabetisch angeordnet.

https://www.instagram.com/p/ByN8rMHo-Xx/?igshid=m0a6w0yde747

Natürlich begegnet man hier auch immer wieder einigen der über 5.000 Mitarbeiter aus 125 Ländern, die hier tätig sind. Das internationale Flair ist phantastisch.

Aber wie kam es eigentlich, dass Wien für eines der vier Hauptquartiere der UNO ausgewählt wurde? Das liegt an der Neutralität in der Außenpolitik, der sich Österreich seit 1955 verschrieben und diese in der Verfassung verankert hat. Dieser Fakt und das Angebot des österreichischen Staates, hier fast kostenlos ein Gebäude zu nutzen, gaben dann den Ausschlag für die Eröffnung eines neuen Hauptquartiers im Jahr 1979. Für den Bau gab es einen Architekturwettbewerb und schon damals gewann das Projekt, das besonders viel Wert auf gute Ressourcennutzung legte. Es gibt viele Fensterfronten, die das Sonnenlicht optimal nutzen und somit Wärme im Gebäude halten.

Übrigens gibt es weltweit noch drei weitere UNO Hauptquartiere. Nämlich in New York, Genf und Nairobi. Jedes davon hat sein Spezialgebiet. Hier in Wien konzentriert man sich auf die technische Zusammenarbeit. Deshalb ist auch hier zum Beispiel die Atomenergie-Organisation angesiedelt. Und natürlich das Büro für Weltraumfragen.

Ich habe ja oben schon erwähnt, dass die UNO diesen Standort fast umsonst nutzen kann. Tatsächlich beträgt die Jahresmiete für den Bau einen wirklich kleinen und damit symbolisch Betrag von nur 7 Cent in Euro. Vereinbart wurde sie damals noch in österreichischen Schilling. Um genau zu sein, wurde 1 Schilling jährliche Miete für 99 Jahre vereinbart.

Interessant ist auch was hier im Objekt alles geschaffen wurde, denn rund um die UNO-City war das Gelände 1979 noch quasi unbebaut. Es gibt hier zum Beispiel eine Post, einen Supermarkt, einen Kindergarten und sogar eine eigene U-Bahn Haltestelle.

Da kommt doch die Frage auf, ob es sich nicht lohnt hier zu arbeiten. Na klar, bewerbt euch. Neben perfektem Englisch und/oder Französisch muss natürlich die Qualifikation passen. Um euch die Entscheidung noch leichter zu machen, hier noch ein Pluspunkt: Da hier quasi auf staatenlosem Gebiet gearbeitet wird, zahlt man keine Steuern! Und eine eigenen Altersvorsorgetopf hat die UNO auch zu bieten.

Was gibt es sonst noch zu sehen? Jede Menge Kunst. Macht nämlich ein Land der UNO ein Geschenk, dann ist es oft etwas Kunstvolles oder etwas mit hohem symbolischen Charakter. China zum Beispiel schenkte eine Skulptur, die am Rande der Memorial Plaza aufgestellt ist. Hier ist die Göttin Nüwa zu sehen, die laut einer alten chinesischen Sage ein Loch im Himmel flickt. Symbolisch soll sie nun helfen, das Ozonloch zu schließen.

https://www.instagram.com/p/ByN8-U3ormG/?igshid=1jxoni29ahbu9

Und wem das immer noch nicht genug ist, der kann sich auch noch die Medaille des Friedensnobelpreises ansehen, den die UNO 2005 verliehen bekommen hat.

Also es lohnt sich wirklich bei einem Wien-Besuch, einen Abstecher zur UNO zu machen. Und um noch mal zum Anfang dieses Artikels zu kommen, will ich mit einer meiner Lieblingsserien abschließen:

Star Trek ist ja nicht vordergründig eine politische Serie, aber die Macher haben die Idee der Völkerverständigung in EINEM planetaren Nationalstaat deutlich mit einfließen lassen. Der Beginn der Serie war übrigens 1966, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Und vielleicht war da die Sehnsucht besonders stark, dass wir einfach zusammen besser funktionieren. Ich wünsche mir aber, dass es keine Inspiration von Vulkaniern im Jahr 2063 braucht, bis wir endlich richtig zusammenarbeiten. 

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