2025 - Juli - Wien - 3. Mann Tour
Gleich einem Geheimagenten fühlt man sich, wenn man den Treffpunkt der „3. Mann“-Tour sucht. Und genau hier liegt auch mein einziger Kritikpunkt: Die Wegbeschreibung könnte...


Veröffentlicht: 07.07.2025












































„Die Melodie für die Füße“ – das fällt mir sofort wieder ein, wenn ich an meinen Besuch im Kunst Haus Wien, auch als Hundertwassermuseum bekannt, denke. Diese Melodie ist der unebene, wellige Boden, der einen beim Gehen tatsächlich irritieren kann. Ich fühlte mich fast ein wenig unsicher beim Laufen. Doch genau das war beabsichtigt: Hundertwasser liebte das Unregelmäßige, das Lebendige, das sich gegen starre, funktionale Architektur stellte. Gerade Linien galten ihm sogar als „gottlos“, sie passten für ihn nicht zur Natur und zum menschlichen Empfinden.
Eine weitere Assoziation, die ich bei Hundertwassers Architektur immer wieder habe, ist Gaudí. Und das nicht ohne Grund: Hundertwasser bewunderte Antoni Gaudí ausdrücklich und bezeichnete ihn tatsächlich als einen seiner Vordenker. Beide Künstler ließen sich stark von der Natur inspirieren, sie nutzten leuchtende Farben, organische Formen und engagierten sich für ökologisches Bauen.
Ein Unterschied ist allerdings wichtig: Hundertwasser war kein ausgebildeter Architekt, weshalb er bei seinen Bauprojekten stets mit einem Architekten zusammenarbeiten musste, etwa mit Peter Pelikan, der viele seiner Ideen in baulich umsetzbare Pläne übertrug. Zudem lebte Hundertwasser deutlich später (1928–2000), also in einer ganz anderen gesellschaftlichen und technologischen Zeit als Gaudí (1852–1926).
Im Kunst Haus Wien lassen sich viele seiner Werke entdecken, von Grafiken, Gemälden und Architekturmodellen bis zu ökologischen Manifesten. Zusätzlich werden dort auch regelmäßig Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler gezeigt.
Nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich dann das berühmte Hundertwasserhaus, ein farbenfrohes, begrüntes Wohnhaus, das ebenfalls seine Handschrift trägt. Da es ein bewohntes Mietshaus ist, kann man es jedoch nur von außen bewundern.
