2025 - Juli - Wien - Hundertwasser
„Die Melodie für die Füße“ – das fällt mir sofort wieder ein, wenn ich an meinen Besuch im Kunst Haus Wien, auch als Hundertwassermuseum bekannt, denke. Diese Melodie ist der...


Veröffentlicht: 21.07.2025















Noch vor zehn Tagen …
wurden für Berlin für den heutigen 21.07.2025 satte 33 °C und zehn Stunden Sonne vorhergesagt. Perfekte Bedingungen für ein Open-Air-Konzert in der Waldbühne. Doch mit jedem neuen Blick in die Wetter-App wurde die Prognose schlechter: Aus zehn Stunden wurden sechs, dann fünf, dann eine – und schließlich nur noch Regen.
Der Meteorologe im Fernsehen hatte auch gleich die Erklärung parat: Es fehlt ein stabiles Hoch über Deutschland. Ein richtiger Sommer ist nicht in Sicht.
Blöd nur, dass Robbie Williams sich ausgerechnet für heute vorgenommen hatte, auf der Waldbühne zu spielen. Die Waldbühne, erbaut nach dem Vorbild eines römischen Amphitheaters, ist beeindruckend und sehr steil, mit einer Bühne unten. Man sieht von überall gut, aber es gibt eben auch kein Dach.
Mit diesem Wissen sank unsere Vorfreude jeden Tag ein wenig mehr und wich allmählich einer leisen Panik. Unsere sommerlich geplante Klamottenwahl würde einem Dauerregen kaum standhalten. Zwar hatten wir vorsorglich Regenponchos eingepackt, aber bei bis zu 40 Litern pro Quadratmeter innerhalb von sechs Stunden – und das genau zur Konzertzeit – würde das vermutlich nicht ausreichen.
Da weder von Robbie Williams noch von Eventim eine Absage kam, war klar: Wir ziehen das durch. Also musste ein Notfallplan her. Ich brauche Gummistiefel. Und eine Regenhose.
Unser Tag bestand also aus einer einzigen Tätigkeit: Beschaffungsmaßnahmen.
Erster Stopp war Deichmann. Der Laden, der doch eigentlich alles hat, hatte tatsächlich Gummistiefel im Sortiment. Aber irgendwie passte kein einziges Paar. Entweder waren sie zu eng, zu weit oder einfach unangenehm zu tragen. Und ich war nicht die Einzige, die auf der Suche war. Gummistiefel waren offenbar ein gefragtes Gut an diesem Tag.
Nächste Station war Street Shoes. Dort war es deutlich ruhiger, die Preise allerdings auch etwas höher. Trotzdem probierten auch hier Frauen verschiedene Gummistiefel an. Zwei in unserem Alter zogen gerade frustriert das nächste Paar aus. Ich sprach sie an und lag richtig: Auch sie wollten zu Robbie Williams.
Kaum ausgesprochen, outeten sich zwei weitere Frauen hinter uns. Auch sie waren auf der Suche nach regentauglicher Kleidung für das Konzert. Und dann sagte eine von uns den Satz, den wahrscheinlich alle dachten: „Eigentlich müssten die das Konzert bei dem Wetter absagen.“
Doch dann präsentierte eine der beiden eine gerade gekaufte Regenhosen aus dem Decathlon Sportgeschäft, und die anderen zauberten frisch erstandene Regenmäntel von Primark aus ihrer Tasche. Ich dagegen hatte noch nichts vorzuweisen.
Aber ich entdeckte stattdessen bequeme, rutschfeste Lederschuhe mit einer soliden Sohle und gutem Grip. Alltagstauglich, bereits imprägniert und ganz ehrlich: viel besser als Gummistiefel. Also: gekauft.
Trotzdem schwante mir beim Blick auf die Wetterkarte nichts Gutes. Ohne Regenhose würde es nicht gehen. Und da Robbie Williams auch weiterhin keine Anstalten machte, das Konzert abzusagen, war ich mir sicher: Er hatte wahrscheinlich längst "Singin’ in the Rain" eingeplant. Immerhin hat sein großes Vorbild Frank Sinatra das auch schon gesungen.
Also auf zum nächsten Ziel: Decathlon. Das Geschäft ist wirklich riesig. Und natürlich: wieder Konzertgängerinnen. Man erkennt sie schnell, denn sie sehen nicht aus, als suchten sie Sportbekleidung.
Rund um die günstigen Regenhosen wurde regelrecht um die letzten Größen gerungen. Auch der Tipp, bei den Herrenhosen zu schauen, half nur begrenzt. Die gängigen Größen waren auch dort bereits vergriffen.
Aber in einer abgelegenen Ecke hatte ich Glück: eine preiswerte, passende Regenhose. Annett fand zusätzlich noch einen schönen, dünnen Regenmantel.
Halbwegs zufrieden saßen wir in der S-Bahn, als um 14:46 Uhr diese Mail kam:
„Veranstaltungsverlegung Robbie Williams“
„Das heutige Robbie-Williams-Konzert in der Waldbühne (21.07.2025) kann aufgrund der akuten Wetterlage leider nicht stattfinden.“
Der neue Termin ist übermorgen. Leider aber dann ohne uns, da müssen wir arbeiten.
Und jetzt? Die frisch erstandenen Regenschätze hätten wir wieder zurückbringen können. Nein, auf keinen Fall. Sie waren zu hart erkämpft.
Was das Konzert betrifft sind wir aber trotzdem froh über die Absage. Der kurze Weg von der S-Bahn zum Bus, vielleicht 200 Meter, hat schon gereicht, um uns trotz Schirm ziemlich nass werden zu lassen. (Die Regenjacke und die Hose waren da noch ordentlich im Beutel verstaut.)
Jetzt, im Hotel angekommen, betrachten wir unsere neue Ausrüstung und sind einfach nur froh, drinnen zu sein.
Die NINA-App hat gerade ihre Warnung verschärft:
„Amtliche UNWETTERWARNUNG vor SCHWEREM GEWITTER mit HEFTIGEM STARKREGEN.“
