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2021 - September- Berlin - Max Liebermann Villa

Veröffentlicht: 01.09.2021

Wer am Ufer des Berliner Wannsees eine Villa sein eigen nennen kann, gehört sicher zu den glücklichsten Menschen. 

Der Maler Max Liebermann war einer dieser Privilegierten. Er hatte dort seine Sommerresidenz, die er liebevoll auch "mein Schloss am See" nannte. Nicht nur die traumhafte Lage, sondern auch sein Haus und der dazugehörige Garten waren sein großes Glück. Hier konnte er in Ruhe arbeiten und dem Gemüse beim Wachsen zusehen.

Heutzutage sieht der Garten ähnlich aus wie damals, aber das ist erst seit wenigen Jahren wieder so. Seit dem Jahr 2006 ist die Villa als privates Museum geöffnet. Dabei lebt das Museum nur von den Eintrittsgeldern und Spenden der Mitglieder. Aber was passierte in den Jahren davor?

Dass Max Liebermann Jude war, ist kein Geheimnis. Es führte dazu, dass er, obwohl vormals hoch angesehen, ab 1933 von der Gesellschaft ausgeschlossen wurde. Er starb verbittert im Jahre 1935. Seine ebenso jüdische Frau wurde 1940 sogar gezwungen, das Haus deutlich unter Wert an die Reichspost zu verkaufen. Sie bekam das Geld nie ausgezahlt. Aber das war noch alles: Sie sollte, wie viele andere Juden auch, in ein Lager deportiert werden und entzog sich diesem Weg letztendlich durch Suizid. Ihre Tochter Käthe konnte mit ihrer Familie rechtzeitig in die USA emigrieren. 

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt sie ihr Eigentum zurück. Die Villa war in der Zwischenzeit als Krankenhaus genutzt worden. Da Käthe ohnehin nicht mehr in Berlin wohnte, verkaufte sie das Haus letztendlich an die Stadt Berlin. 

Aber auch das Krankenhaus war nicht die letzte Station der Fremdnutzung der einstigen Künstlervilla. Von 1972 bis 2002 war hier ein Tauchclub (!) untergebracht.

Der Garten wurde dadurch fast völlig zerstört, vom Mobiliar ist ebenfalls nichts mehr geblieben.

Es ist also eine Meisterleistung, dass das Haus durch viel privates Engagement nun unter Denkmalschutz steht und auch der Garten wieder hergestellt wurde.

Besonders die Wiederbelebung des Gartens ist traumhaft gelungen.

Es lohnt sich unbedingt, hier einen ausgedehnten Nachmittag zu verbringen und einen Kaffee mit Kuchen auf der Terrasse einzunehmen. 

In der Villa selbst gibt es eine Dauerausstellung zu Max Liebermann und wechselnde Sonderpräsentationen.

Wenn ich einen Tipp geben kann: Besucht zunächst die wenige hundert Meter entfernte Gedenkstätte "Wannsee-Konferenz". Auch diese lohnt sich, wenn auch aus sehr unschönen Gründen. Hier lest hier ihr warum...


https://vakantio.de/reisetante/2021-september-berlin-gedenkstatte-haus-der-wannsee-konferenz

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